Zumba, Reime und Oma Rosis Radlerbrigade

HabschnedGanz merkwürdiger Tag heute. Reiher mit Eier, Zumba mit Rindviechern auf der Wiese und Oma Rosis rüstige Radlerbrigade sorgten für allerlei Abwechslung auf der Runde über die Felder. Nach dem mehr oder minder spektakulären Forme Eins Rennen heute morgen den Arsch also gegen 11 Uhr in den Sattel gewuchtet, ne kleine Runde eingerollt und kurz den verkaufsoffenen Sonntag in Unna heimgesucht…gleich wieder nen Vermögen im E-Zigaretten Shop gelassen…scheissegal.

Vom Gewusel in Unna ging es dann stramm südwärts auf die Hausrunde, wo sich die Ereignisse quasi überschlugen. Dank des königlichen Wetters wurde einer der vermutlich letzten schönen Tage in den nächsten Wochen zu einem Hindernislauf mit den üblichen Verdächtigen. Hund, Katze, Maus..alles was Beine und Pfoten hatte wurde von den Besitzern spazieren geführt. Auch die batteriebetriebenen Stahl- oder Alugefährte wurden in überwältigender Menge gesichtet…und geschmeidig überholt dass die Batterie nur so ächzte. Vermutlich war ein leises Surren der Reifen, gefolgt von einem langen “wuuuuuusch!!” alles, was die radelnden Senioren so von mir mitbekamen. Trotz viel Verkehr liefen die ersten Kilometer auf der Radautobahn recht zügig durch die Speichen.

Über Kegelschwestern….liest und hört man ja die wildesten Geschichten. Was ich heute lernen musste ist, dass Kegelclubs nicht unbedingt irgendwo bei Kaffee, Kuchen, Prosecco oder Vodka pur feiern…sondern sich scheinbar auch gerne mal bei schönem Wetter auf ihre Drahtesel schwingen und die Radautobahn befahren. Bei Bramey konnte ich aus der Entfernung einen etwas größeren Knubbel an Radlern ausmachen. Überraschenderweise wurde der Knubbel recht schnell recht groß und verwandelte sich in eine Gruppe von sage und schreibe 11!! Radlerinnen fortgeschrittenen Alters (so grob von Mitte 40 bis Anfang 70 wurde das komplette Spektrum bedient). Einige in Zivil, andere mit “Vereinsshirt” oder was auch immer die Fetzen darstellen sollten.

Zügig…meine Damen…geht anders. Von hinten ran, mal dezent die Klingel im Dreivierteltakt gezupft um anzudeuten, dass ein Wahnsinniger auf 6 Uhr versucht zu überholen. Hat die Mädels wenig beeindruckt, das Einsortieren von 11 Radlerinnen aus einer 3er Reihe nebeneinander in eine geordnete Reihe hintereinander…meine Fresse…ich wollte schon absteigen und nen Stündchen Pause machen damit die ausm Weg sind wenn ich weiterfahre. Naja, irgendwann haben die Grazien dann die Schlangenformation angenommen und ich konnte recht gefahrlos vorbei. Kleinen Vorsprung rausgefahren und an der Seseke-Plattform ne kleine Rast eingeschoben.

Ich sitz da, schau mir fröhlich die idyllische Natur an und bewundere jeden Airbus im Landeanflug als mein Auge einen Skandal allererster Güte wahrnimmt. Der radelnde Knubbel schickte sich an den Seseke-Weg ebenfalls zu befahren. Donnerschlach…sagte ich mir. Das Drama mit dem Überholen haste gleich nochmal vor dir! Also Päusken gemütlich beendet, und gebetet dass die Kugeljongleusen in Richtung Flierich abgebogen sind….sind se nicht!. Dauerte keine 5 Minuten und ich durfte wieder auf eine Sortierung der eher gemächlichen Art warten. Diverse “Mahlzeit” wurden beim Überholen ausgetauscht und schwupps waren die Damen Geschichte. 

Nach den Kegelschwestern ist vor dem Sport. In Höhe des Segelflugplatzes wurde es extremst sportlich. Am Wegesrand, hinter einem Zaun gab es Zumba. Rambazamba mit Zumba…ein paar Rindviecher drängten sich an den Zaun um das vorbeieilende Volk voller Missachtung zu betrachten. 

Die liebe Zumba (rechts von ihr die Mitturnerin Labelle) ließ sich geduldig den Kopf kraulen und zeigte großes Interesse an meinen Lenkergriffen. Geschmacklich müssen ihr die wohl gut gemundet haben, jedenfalls wurde versucht mit der Zunge die Hörnchen vom Lenker zu schrauben…klappte aber nicht hehe. Ich weiter auf den Weg, die Rindviecher warteten auf den nächsten potentiellen Streichler und weiter ging’s. 

Immer wieder faszinierend ist die panische Angst mancher Radler, wenn man sich auf einem vermeintlich “engem” Weg begegnet und man aneinander vorbei muss. Und mit schmal mein ich keineswegs einen 30cm breiten Trampelfpfad irgendwo im Busch, sondern einen ansehnlich breiten Weg den sonst nur eine Bande radelnder Kegelschwestern blockieren kann. Kleine Beispiel von der Breite die ich meine? Kommt….

Da isses. Also links..das Graue Dingen da. Bietet wahrhaftig Platz genug für zwei Räder nebeneinander und doch sieht man in den Augen hauptsächlich älterer Radler Panik sich breit machen. Ich weiss nicht, erwarten die dass man sie in den Graben (oder in diesem Fall Maisfeld) fährt weil der Weg so “eng” ist? Oder ist’s eine Unsicherheit auf dem Rad selbst? Keine Ahnung, aber ich seh’s halt immer wieder wie sich manch einer quasi die Zungenspitze vor Anspannung abbeisst wenn man aufeinander zufährt…kuriose Sache.

Die letze interessante Nummer heute war der Reiher mit Eier. An der Seseke gibbets ja hier und da mal nen Fischreiher. Von Natur aus eher scheu hab ich’s bisher ned wirklich geschafft mal einen so spontan auf Foto zu bannen. Wenn ich einen sehe, bremse, absteige und die Kamera aus dem Sack hole…bis dahin hat der Vogel schon lange den Frosch gemacht in der Annahme ich packe da ne 8.8cm Flak aus mit der ich ihn zum Abheften lochen will. Heute…zeigte ein Reiher Eier.

Der Genosse saß da und machte keinerlei Anstalten die Flucht zu ergreifen. Wie es der Zufall will…natürlich die Spiegelreflex samt Tele nicht dabei sondern nur das Smartphone. Da bleibt so ein Reiher mal seelenruhig stehen, und ich könnte nen schickes Bildchen machen von ihm…und dann hast du deine Kamera ned dabei. Jedenfalls ging’s ne Zigarettenlänge lang ohne dass der Vogel davon flatterte. Naja, vielleicht bei der nächsten Runde doch mal die Kamera umschnallen, vielleicht ist der Eier-Reiher ja wieder am Start.

Die restlichen Kilometer waren unspektakulär…insgesamt aber eine nette, wenn auch verkehrsbedingt entspannte Runde.

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