Vorsicht Wind…

HabschnedDie letzten paar Tage hat der Wettergott wieder alles gegeben was er so im Angebot hat. Vom mittlerweile fast alltäglichen Regen (in all seinen Variationen, also von oben, von hinten, waagerecht von vorn und von unten) gab es als kleinen Bonus für die Wahnsinnigen, die sich vom Regen unbeeindruckt zeigten, noch eine Prise…erm…Brise Wind. Die Wettervorhersage verwöhnte mich mit dem schmucken gelben Display, welches da sagte “Markantes Wetter“.

Der Montag

Gut, “Markantes Wetter” hab ich schon öfters in den Unwetterwarnungen gesehen, aber bisher war es dann in der Realität weniger beeindruckend als die Warnung einen Glauben machen wollte. Unerschrocken habe ich mich, die Warnung ignorierend, Montag morgens wohlgelaunt auf das Rad gesetzt und bin in Richtung Arbeit gestrampelt. So weit…so gut.

Was soll ich sagen? Die Warnung vor Windboen prophezeite Wind aus westlicher und südwestlicher Richtung, für den Weg zur Arbeit ist solch eine Windrichtung ein Geschenk Gottes. Und gepustet hat es Montag schon ordentlich, ich hätte in grauer Theorie ein Segel hissen und zur Arbeit gleiten können ohne zu treten. Meine Strecke zur Arbeit führt über ein paar relativ ungeschützte Gebiete, wo sich der Wind in den Feldern richtig austoben kann und da gab es dann ordentlich Rückenwind. Zeitvorteil war beim Zwischenstopp auf dem Marktplatz in Unna bei knapp 2 Minuten im Vergleich zur sonstigen Fahrzeit ohne Wetterdoping.

Wie das so ist, irgendwann muss man von der Arbeit auch wieder Abschied nehmen, und den Heimweg antreten. Bedauerlicherweise hatte der Wettergott ordentlich Ausdauer und auch Montag abend herrschte noch ein strammer Windzug, diesmal allerdings entgegen meiner Fahrtrichtung. Den Regen passend zum Wind muss ich nicht erwähnen, oder? In Richtung Heimat ging es so gegen 19 Uhr, die ersten Meter waren schon nicht schön und dann kam der erste ungeschützte Feldweg, auf dem der Wind sich meiner annahm.

Durch den Regen gab es Pfützen in denen man Tauchkurse absolvieren konnte, ich meine auch ein Periskop in einer der Pfützen gesehen zu haben. Der Matsch kam von unten, der Regen von schräg vorn oben und der Wind von links. Also ging es mit einer gewissen Schräglage über den Feldweg, ab und an ein Spagat wenn man mal wieder durch eine der tiefsten Stellen des Meeres fuhr um nicht zuviel Matsch abzukriegen und hin und wieder hätte das Fahrrad nebst mir horizontal im Wind gelegen.

Meine Fresse hat es mich da hin und her geschüttelt, Sturmboen mit bis zu 85km/h sind nichts wirklich schönes wenn sich der Wind nicht irgendwo bricht und man die volle Ladung abbekommt. So ging es dann munter weiter durch Unna, dort hat der Wind etwas weniger Dampf gehabt, dafür lagen wüst verteilt immer mal wieder Äste in allen Größen rum. Vom Zahnstocher bis zum Ast mit der Größe einer schwedischen Blockhütte wurde einem alles geboten, der sonst recht schnell durchradelte Weg vom Ring in Unna in Richtung Zurbrüggen glich mehr einem Riesenslalom als einer kontrollierten Radfahrt.  Besonders brutal waren die Boen, die mich von vorn erwischt haben. Das Treten war in den Momenten völlig sinnlos, es ging kaum vorwärts heheh.

Der Dienstag

Der Dienstag war nicht ganz so dramatisch, es gab immer noch ordentlich was geblasen und das Rad machte den einen oder anderen Ausreisser wenn wir von einer Boe gepackt wurden, aber es war gottseidank nicht ganz so extrem wie am Montag. Auch die Hälfte der Strecke zur Arbeit konnte ich trocken absolvieren, bevor es in Unna dann auf einen Schlag anfing aus allen möglichen Öffnungen zu schütten wie Sau. Die letzten 2 Kilometer zur Arbeit haben gereicht um mich einigermaßen nass ankommen zu lassen und mir die “Ehrenrunde” durch den Indu-Park Ost zu vermiesen.

Der Rückweg war spektakulär.
Erneut hat es den lieben langen Tag mehr oder weniger heftig geregnet, dementsprechen sahen die Schlammlöcher auch wieder aus auf den Feldwegen. Die Anzahl der Äste, die sich im Laufe des Tages zu den Ästen vom Vortag gesellt haben war beeindruckend und besonders prickelnd war der kurz vor Feierabend einsetzende Regen…und es regnete nicht zu knapp. Trotz einigermaßen zügiger Fahrt war ich zuhause nass bis unter den kleinen Zeh. So langsam könnte es mal mit Wind und Regen aufhören finde ich hehe.

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