Unfucking fahrbar

HabschnedDer Heimweg heute war, Orkan Thomas sei Dank, ein Erlebnis der besonderen Art. Und dabei waren das lediglich die ersten Ausläufer. Punkt 17:00 Uhr ging es auf den Sattel und dem Wind entgegen. Die ersten paar Meter gingen noch, genügend Windschutz durch Gebäude im Indupark vorhanden. Heiter bis komisch wurde es dann auf dem Anstieg am Feldweg in Richtung Kessebürener Weg. Eine ansonsten harmlose Steigung, eigentlich mehr eine Asphaltblase, verwandelte sich dank des strammen Gegenwindes in ein Duell Puls vs. Herzinfarkt.

Die ersten Eindrücke von Windböen um die 70km/h machten Lust auf Sommer, Sonne, Strand und Meer, aber irgendwie nicht auf die nächsten 10 Kilometer die da kamen. Auf offenem Feld gab es dann die erste geballte Ladung Wind. Was sich an dem Anstieg noch so halbwegs machbar anfühlte wandelte sich so ganz ohne Windschutz in ein recht schwer kontrollierbares Gehüpfe über Matsch allererster Qualität (sämige Konsistenz, befriedigend tief und extremst spritzfreudig) und ein ständiges Korrigieren der Fahrtrichtung. Du willst nach rechts auf eine trockene Spur, gefällt dem Sturm nicht und er pustet dich mal wieder schön nach links.

Der Ortskern Unna, bzw. das Stück Fußgängerzone war relative “easy”, hier und da zuckten andere Radler ähnlich mit ihrem Rad durch die Gegend. Wir hätten, wenn wir nebeneinander gefahren wären, ausgesehen wie ein Tourette-Ballet. Wild um uns zuckend ging es zum Ring und immer geradeaus weiter schön in den Wind. Hier und da lagen Äste in allen Variatonen, Himmelsrichtungen und Stärken auf dem Radweg oder der Straße, in Höhe Zurbrüggen gab es eine längere Windböe die mich auf so runde 11km/h runterbremste (normalerweise kann man da bequem mit 30km/h entlang knüppeln) und besonder schön war das Stück bergauf in Unna Massen Richtung Industriegebiet in Wickede.

Eigentlich auch ein eher kleiner Anstieg aber, dank praktisch nicht vorhandenem Windschutz, fühlte sich das an wie der Erstbesteigung der Zugspitze mit nem Einrad. Zumindest war ich oben entsprechend bedient. In Theorie hätte man ja dann bergab ins Indugebiet rollen lassen können, ging aber nicht weil Wind von vorn. Und so ging es fluchend strampelnd bergab mit so ca. der Hälfte der machbaren Geschwindigkeit an der Stelle (ohne Strampeln). Die restlichen Meter hatte ich dann netterweise weitestegehend Windschutz, allerdings hatte mittlerweile noch Regen und Hagel eingesetzt. Kann man ja immer gebrauchen :)

So als Fazit: Windböen >50km/h sind kein Ponyhof und machen nur Spaß wenn sie von hinten kommen. Ansonsten ist das, liebevoll umschrieben, für den Arsch. Mal sehen, wenn der Sturm so weitergeht dann hab ich morgen zumindest auf dem Hinweg feinsten Rückenwind. Werd ich wohl nur zweimal ins Pedal treten müssen um zur Arbeit zu kommen :D

Be the first to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published.


I confirm

*


This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.