Schnarchnasen und WP

Winterpokal und Deppen

HabschnedEin paar kurze Worte zu den letzten Wochen in völliger Dunkelheit und dem Leben am Limit als Radfahrer….oh, und zum Winterpokal auch noch ein paar Gedanken die mir in den Fingern brennen (die kommen aber in einem separaten Beitrag). Viele faseln ja immer von der Gefahr als Radfahrer im Straßenverkehr, besonders in den Wintermonaten wo die Lichtverhältnisse in etwa denen einer stromlosen Kneipe im Kaukasus im Wald ganz hinten gleichen. Viel Schwarz, wenig hell und ein überdurchschnittlicher Haufen an Psychopathen auf der Straße, die sich in den Sommermonaten wohl verstecken um im Winter ihren Opfern heimtückisch an Straßenquerungen oder gar Ampeln aufzulauern.

An diesem Punkt kann ich nur sagen…Bullshit. Ich bin fleissig durch Nacht und Wind geradelt, habe Hauptverkehrsstraßen bei widrigsten Bedingungen genutzt, bin über kleine Dorfstraßen gefahren auf denen selbst der alte Jack der Ripper Beklemmungen bekommen hätte und entdeckte Gassen die dermaßen schlecht beleuchtet waren, dass man schon beim puren Anblick nasse Flecken in der Hose bekam.

Und all das, ohne große Gefährdungen durch andere Verkehrsteilnehmer (von der Granate, die meinte bei grüner Fußgängerampel doch mal eben als Linksabbieger die Kurve schneiden zu müssen. Aber die gerechte Strafe ereilte ihn postwendend hehehe) oder Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer durch einen am Rad drehenden Radelrambo. Ich bin kein Freund von extensivem Weihnachtsbaumschmuck am Rad und an der Kleidung. Die notwendigste Beleuchtung (vorn und hinten) müssen genügen. Es gibt keine Reflexstreifen, keine lustigen Blinklichter am Schuh, oder Oberarm, ja noch nichtmals einen Helm schimpfe ich mein Eigentum (ausser den Aluhut für die Ausserirdischen natürlich). Und doch bin ich lebend durch die dunkle Jahreszeit gekommen, dank vorausschauender Fahrweise und dem Mitwirken anderer Verkehrsteilnehmer. Es geht..man muss nur wollen hehe.

Was wesentlich schlimmer in den dunklen Monaten war, waren…Fußgänger. Diese Spezies hat mich diverse Nervenstränge gekostet, einige der Nerven liegen immer noch blank auf der Straße herum. Nicht, dass man sie nicht hätte sehen können, nein…Licht gut, Sicht gut. Aber diese Brut Satans scheint in den Wintermonaten eine Art Genickstarre zu ereilen, die ich aus den Sommermonaten nicht kannte. Besagte Starre macht es Mitgliedern der Gattung Problemus kolossalus offensichtlich unmöglich den Kopf, beim Versuch die Fahrbahn zu überqueren, nach links oder rechts zu schwenken. 

Besonders auffällig zeigt sich dieses Verhalten in der Nähe von Fußgängerzonen, speziell an deren Anfang und Ende. Da wird verträumt ins Telefon gestarrt während die Füße den Weg in Richtung Fahrbahn einschlagen. Zerebrale Grundfunktionen und Instinkte sind weitestgehend inaktiv, die Augen fokussieren ausschließlich das Telefon und hoppla…ein Radfahrer…verdammt. Nicht minder spannend sind Überholvorgänge von Personen auf Radwegen, die

  • ihren Arsch nicht von einem Loch im Boden unterscheiden können und munter den Radweg blockieren
  • sich mit Präzision in der Mitte des gemischten Rad-/Fußweges entlang bewegen, so dass weder rechts noch links ein Vorbeikommen möglich ist
  • es schaffen, im Gespräch vertieft, den Radler zwar kommen zu sehen, aber nicht auch nur einen Schritt zur Seite gehen. Wehe man klingelt…
  • einen anraunzen mit den Worten “Hier wird abgestiegen!” wenn man auf dem Radweg fährt…die Faust juckt heute noch…wär ich mal…

Gibt noch weit mehr Beispiele, die obigen sollen nur mal stellvertretend erwähnt sein. Wie dem auch sei, die unachtsamen Fußgänger waren ein weitaus größerer Risikofaktor als der Verkehr auf der Straße. Interessant waren auch immer die “Begegnungen” mit den “Terrorzwergen”, auch bekannt als Schulkinder. Wenn du da nen Pulk vor dir hast…hast du verloren. Anyway, ich kann diese “Höhere Gefahr für Radler im Dunklen”-Theorie nicht wirklich nachvollziehen. Wenn man sich ein wenig Mühe gibt und “mitarbeitet”, dann kann man auch im Dunklen hervorragend mit dem Verkehr um sich herum zurecht kommen (einigermaßen adäquate Sichtbarkeit der eigenen Person mal vorrausgesetzt).

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