Schännel Schällenge Zweitausendachtzehn

HabschnedSamstag morgen, Ostwind…kalt wie Dreck und nicht viel Schlaf in der Nacht vor der Channel Challenge. Passte also alles zusammen, und ich komm erst heute dazu (ne stramme Woche nach der Challenge) ein paar Worte dazu zu schreiben. Spät…aber egal auch hehe. Werden auch ned viele Worte werden, da das Thema Datteln-Hamm-Kanal irgendwie ausgelutscht ist und ich wieder feststellen musste, dass ich den Kanal nicht mehr wirklich mag. Ist wohl der eintönigen Streckencharakteristik geschuldet, manche Passagen fühlen sich sehr “lang” an, aber das ist an Kanälen wohl generell so ein Ding. Ab und an kann man da ja mal langsägen, aber in seiner ganzen epischen Länge…ich weiss ned. Ich werd mit dem Kanal ned mehr so richtig warm.

Anreise…auch so eine Nummer

Bei der ersten Instanz, ich glaub zumindest es war 2016 das erste Mal, hab ich mich noch früh morgens voller Elan aufs Rad geschmissen und bin mit dem Drahtesel zum Start nach Hamm gerollt. Man wird älter…und schlauer hehe. 2017 konntsch ja aus beruflichen Gründen nicht mitfahren, und dieses Jahr…ach leck mich am Arsch. Um 7 Uhr bei 0 Grad in Richtung Hamm strampeln…man wird schlauer, sagte ich ja. Also kurz die DB Navigator App gezückt, und passende Tickets für mich und das Rad von Unna nach Hamm gebucht. Komfortabel (sofern man das für zwei Haltestellen so schreiben kann) und vor allem pünktlich ging es ab nach Hamm. Am Bahnhof in Unna…alles übel gelaunte Genossen. Die Leute hatten auf nem Samstag bei winterlichen Temperaturen wohl allesamt den falschen Fuß zuerst aus dem Bett geschwungen. Finstere Minen, ohnehin kein schöner Bahnhof…aber immerhin kam der Zug ja pünktlich hehe. 

Ankunft in Hamm und Start in 112km Spaß

Raus ausm geheizten Zug, runter in die Bahnhofshalle und festgestellt dass es wohl ein Bäckermonopol im Bahnhof gibt. Leck mich fett hat dass das viele Stände von Hoberg. Hoberg in der Eingangshalle, Hoberg im Tunnel zu Gleisen…Hoberg so weit das Auge reicht. Egal, musste mich der Bäckermafia ergeben und deren Gunst durch den Kauf eines Kaffees und einer Geflügelrolle erwerben. War der erstere noch einigermaßen trinkbar, so schien die Geflügelrolle bereits den ersten Weltkrieg mitgemacht zu haben. Die “Wurst” im Blätterteig…..meine Fresse, so viele Falten hatte noch ned mal meine Oma. Krumm und buckelig lugte ein Stück Wurst oben und unten aus dem “Blätterteig”. Blättern tat der ned, war mehr so aus der pappigen Fraktion. Geflügelrolle ist definitiv gestrichen, die wird da ned nochmal erstanden.

Nach dem lukullischen Genuss ging es irgendwann um kurz nach halb neun dann los. Zwei der Mitfahrer, die in Hamm starteten, sackten mich am Bahnhof ein und zu dritt ging es dann den nächsten Mitfahrer auflesen. Alles bombig, der Start passte so weit, die Temperatur hätte gerne 20 Grad drauflegen können und….den ersten Vorgeschmack auf den Wind, der uns auf dem Rückweg aus Waltrop erwarten würde, gab es auf dem ersten Stück nach Uentrop. Schnittige Brise aus südlicher bis östlicher Richtung…das verhiess nichts Gutes. Hamm-Uentrop war recht schnell erobert, am Kanalende kurz den Auslöser gedrückt und schwupp….

Kehrtwende, das nächste Zwischenziel war der Preußenhafen in Lünen. Kaffee…ich wollte Kaffee…heiss und viel davon. Hatte der Wind uns gerade noch mit ausgestrecktem Mittelfinger ins Gesicht gelacht, so durfte er uns nun schieben und das Fahren ging deutlich entspannter als auf dem Teilstück nach Uentrop. Man hätte eigentlich so durchrollen können, quasi am Stück. Aber irgendwas ist ja immer, und auch bei dieser Challenge wurden wir mehr oder weniger mit einer Zwangspause belegt. Vor uns bewegten sich plötzlich Bäume und fielen wie von Geisterhand (oder von der Stihl) auf den Fahrweg. Blöde Sache wenn da ein Haufen Gestrüpp einfach so im Weg liegt. Aber das orangene Männeken mit der Nagelschere für Fortgeschrittene machte sich tapfer ans Werk und mit ein paar Schwerthieben war der Weg wieder frei.

Preußenhafen, Lünen. So ca. die Hälfte der Wegstrecke ist abgearbeitet, da muss man sich was in die Figur kloppen. Anstatt der üblichen Bestellung “Phosphatstange, Fettstäbchen und Schlamm bitte!” vernahm mein Ohr wie ein Mitfahrer nach einer “Pommes scharf” rief. Wohlwissend das nirgendwo in der Frittenschmiede Schafe geschlachtet werden folgerte ich es muss sich um eine würzige S0ße handel. Also auch mal direkt “Pommes Schaf” geordert. Der Ketchup/die Soße war recht lecker, aber zurückblickend wäre ne Currywurst auch schön gewesen. Mittlerweile war Mittag durch, der Lorenz brannte mit all seiner Kraft die er zu dieser Jahrezeit im Angebot hat und ich weiss ned…anstatt bis zum Kanalende und wieder zurück zu gurken, hätte ich auch in der Sonne sitzen bleiben können um die Sonnenstrahlen zu genießen.

Half aber nüscht, nach einer mittelkurzen Pause ging es weiter in Richtung Kanalende, während ein Teilnehmer sicherstellte dass die Bude am Preußenhafen auch genug Umsatz macht. Der restliche Weg bis zum Kanalende wurde locker runtergetrampelt. Schließlich blies der Wind ja aus südöstlicher Richtung, gab also ordentlich Schub von hinten. Obligatorisches Foto am Wendepunkt wurde ebenfalls gemacht, darf ja ned fehlen.

Der Rückweg zum Preußenhafen fing extremst geschmeidig an. Der gefürchtete Wind aus Osten zeigte sich als laues Lüftchen und dementsprechend flott wurden die ersten Kilometer zurück auch geknüppelt. In Höhe von Deusen etwa muss irgendwas den Zorn des Herren erweckt haben und er fing an etwas kräftiger auszuatmen. Die Geschwindigkeit auf dem Navi nahm deutlich ab, erste Böen gaben einen kleinen Vorgeschmack was uns auf dem restlichen Teilstück erwartet. Bis zum Preußenhafen war es noch ok, der Wind nahm zwar weiter zu aber es war noch recht gut fahrbar.

Am Hafen ein kleiner Zwischenstopp, eine Frikadelle von fragwürdigem Geschmack und nen Kaffee verzehrt und noch ein wenig erholt. Dann….leck mich am Arsch…dann ging es auf die paar Kilometer von Lünen nach Hamm. Der Herrgott probierte wohl mittlerweile seine neue Windmaschine aus. Daraus resultierend fielen die Geschwindigkeiten auf der Rückfahrt doch deutlich und stellenweise zeigte das Navi irgendwas um die 12km/h an. Prinzipiell nicht schlimm, es sei denn es ist kalt wie Mist und du weisst das die Strecke vor dir sich zieht wie Kaugummi. Letzteres war leider der Fall, hier und da hörte man aus den Sätteln minimale Beschwerden über den Gegenwind und wie Scheiss der sei. Kurz hinter Bergkamen hätte ich auch nichts dagegen gehabt wenn der Herr mich zu sich geholt hätte, der Wind war extremst nervig. Dem geschuldet gab es eine kleine Streckenänderung auf der verzweifelten Suche nach Windschutz….klappte auch nur so halbgar.

In Hamm trennten sich die Wege, zwei Radler zurück nach Herringen und ich mit dem vierten Radler ab nach Hamm zum HBF. Am HBF angekommen noch nen Kaffee gekippt, Ticket für die Rückfahrt gelöst und beobachtet wie die üblichen Verdächtigen sich mit dem Sicherheitsdienst der DB und der Rennleitung anlegten. Ich glaub so gegen kurz nach 17 Uhr war’s als der Zug nach Unna eintrudelte und es zum Aufwärmen in Richtung Heimat ging.

Das Fazit

War im Prinzip wie 2016. Kalt wie Dreck, nur dieses Jahr etwas windiger. Alles in allem, wenn ich mal die extremst megalangweilige Streckenoptik aussen vor lasse, war die Nummer ok und kam mir irgendwie kürzer vor als letztes Mal? Hatte am Ende nur 103km aufm Tacho an Strecke vom HBF -> Uentrop -> Kanalende -> HBF? Meinte das wären so um die 112km gewesen an reiner Strecke, aber egal auch. 100+km sind nun mal 100+km hehe. “Challenge” vielleicht ersetzen mit “Cruise” und am Ende vielleicht nen Bogen einbauen der uns am Dortmund-Ems-Kanal in Richtung Henrichenburg bringt. Von da aus evtl. durch Waltrop zurück, vielleicht mit nem Stop bei Curry Heini oder so und dann wieder zurück auf den Datteln-Dingsbums?

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