Samstagsrunde

HabschnedSamstag, wie jede Woche Zeit sich die Beine mal gemütlich frei zu fahren und die ganze Hampelei mit dem Rad zur und von der Arbeit unter der Woche zu vergessen. Nachdem die Woche wettertechnisch beschissen angefangen hat, wurde ich heute morgen nach dem Aufstehen mit Kaiserwetter begrüßt (standesgemäß sozusagen hehehe). Erm…Kaiserwetter ist übrigens strahlend Sonnenschein mit schickem blauem Himmel, nur das dass mal klargestellt ist. Und “Bitte” für das Füllen etwaiger Wissenslücken. Der Tag ging angenehm weiter mit frischen, noch warmen Brötchen vom Bäcker zum Frühstück und heißem, tiefschwarzen Kaffee um den C8H10N4O2 Haushalt zu stabilisieren.

Nach dem Frühstück hieß es dann noch eine Weile “Füße hoch” bis gegen 11 Uhr, und dann ging es langsam auf die Entspannungsrunde. In grauer Theorie wollte ich ursprünglich die Werl Runde nochmal abfahren und in Werl dann noch Richtung Soest abbiegen, aber mein linker Oberschenkel sagte “Nein, das machst du nicht du blöde Sau. Lass mich in Frieden, fahr was kurzes ohne große Steigungen”. Und auf meinen Oberschenkel muss ich halt hören, sonst wird er sauer hehe. Also ging es auf meine “Hausrunde”, raus in Richtung Lanstrop (diesmal durch die Büsche und Felder) und dann weiter in Richtung Seseke-Weg. Den Seepark in Lünen hab ich mir diesmal geklemmt, die sauteure Bude da hat eh dicht, und was soll ich da wenn ich da kein Kaffee saufen kann? Für Füße ins Wasser ist leider zu kalt.

Seseke
Ich sagte ja “Kaiserwetter”, und das war nicht gelogen. Unschön war der langsam zunehmende Gegenwind auf dem Weg an der Seseke entlang, aber verglichen mit den Sturmboen vom Anfang der Woche war es ein laues Lüftchen und die Strampelei gegen den Wind war noch machbar. Die Seseke selbst sah stellenweise auf wie ein reissender Strom, da war ordentlich Bewegung drin heute. Kenne den Fluß wesentlich ruhiger. Das Wetter war geil, der Untergrund nicht ganz so sehr wie ich herausfinden musste.

Während das Geröll auf dem Weg bei trockenem Wetter wunderbar zu befahren ist, sorgte es im aktuellen Zustand für wenig Heiterkeit. Die Rollfreudigkeit meiner Bereifung machte sich lachend auf und davon und murmelte was von “Sieh zu wie mit diesem leicht matschigen und sumpfigen Scheiss fertig wirst, ich bin dann mal weg”. Es war leider noch genug Feuchtigkeit im Boden um den Untergrund und es ging im vergleich zum asphaltierten Untergrund doch recht zäh über die Schotterpiste. Aber egal, muss man halt durch. Ich schiebe alle Schuld auf den Oberschenkel, der anstelle von hübsch asphaltierten Wegen nach Werl und Soest sich für den Morast der Seseke entschieden hat und fertig.

Auf dem Weg selbst gab es wenig Neues zu entdecken, ich hab dann noch kurz einen Abstecher nach Rad+Tat gemacht und Schaufenster gebummelt, bin über die Parkplätze des Einkaufszentrums geirrt und habe den Ausweg in Richtung Kreisverkehr gesucht um meine Fahrt fortzusetzen und habe noch ein wenig Kultur gesehen auf dem Weg. Und mit Kultur meine ich die Zeche…erm…ich vergesse den Namen jedesmal. Zeche Monopol war es glaub ich. Bin diesmal extra den Abstecher in Richtung Einkaufszentrum gefahren um mal ein Bild ohne lästigen Zaun und im Ganzen zu bekommen, so here we go

Zeche Erm....
Nachdem ich die Zeche geprellt habe ging es wieder auf den Seseke Weg zurück, wo sich dank des Wetters und der Uhrzeit mittlerweile bereits wilde Horden von Fußgängern, anderen Radlern und mehr oder weniger freilaufenden Hunden angesammelt haben. Den Rest des Seseke Weges habe ich dann damit verbracht mir die Fußgänger als Slalomstangen vorzustellen, die freilaufenden Hunde wurden von Ihren Besitzern dank exzessiver Betätigung der Klingel (Daumen jetzt übrigens so dick wie Schwarzeneggers Arm) früher oder später eingefangen, so das eine sichere Vorbeifahrt für Mensch und Tier gewährleistet war.

The Walking Dead

Und dann, kurz nach dem nächsten Zwischenstopp aufgrund einer Beschwerde aus der Lunge und der Frage wo denn die nächste Zigarette bliebe, kamen sie in Sichtweite. Das, was ich am meisten fürchte auf Fahrradtouren über Land bei schönem Wetter. Aus der Ferne konnte ich bereits das Klacken der Stöcke vernehmen, wie sie sich, geschwungen von marschwütigen Frauen und Männen, tief in den aufgeweichten Schotterboden gruben und das Stöhnen wenn The Walking Dead versuchten die Stöcke für den nächsten Schritt wieder aus demselbigen zu zerren.

An der Seseke

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