Regensburg sehen und erm…ich weiss ned

Habschned4 Tage Regensburg erfolgreich absolviert. Ich weiss nur noch ned wie ich die Stadt einordnen soll. Zu sehen gab es reichlich, Parkanlage reihte sich an Parkanlage und wenn man einmal den Sitz der Turnschutaxis umrunden will nimmt man sich besser ne Stulle und nen Kompass mit.

Im Nachhinein habschs bereut, dass der Drahtesel daheim geblieben ist. Hätte ich vorher gewusst mit welcher Art von Radterrorismus man sich  als Fussgänger in Regensburg rumschlagen muss…bei Gott ich wäre mit dem Rad Amok gefahren hehe. Naja, ganz so schlimm ist nicht aber die Anzahl Räder die durch die City und die Parks sausten war doch schockierend hoch. Wie Münster…nur in schöner irgendwie.

Freitag morgen ging es von Unna per Zug los, mit Wechsel in Schwerte und Kassel-Willhelmshöhe. Beides keine Orte wo man unbedingt überm Zaun hängen möchte. So ab Fulda wurd es landschaftlich ganz schön aber die Bahnfahrt zog sich halt wie Kaugummi. Das Highlight war eine Reisegruppe voller Anzugträger aus Wien, die nonstop miteinander parlierten. Obwohl der Wiener Dialekt mein Gehör einige Minuten erheiterte wuchs mit steigender Reisedauer und fortlaufendem Palaver des Trupps der Wunsch nach einer Keule oder zumindest mit einem Einsatzmehrzweckstock um das Sprachzentrum der Herren mal wieder einzunorden. Aber nix zur Hand, also wurde leise knurrend mit Schaum vorm Mund in Regensburg ausgestiegen.

Dank mitgebrachtem Radcomputer als Navi zielsicher das gemietete Appartment im Stahlzwingerweg erreicht und mehr oder weniger geschmeidig eingezogen. Der Blick aus den Fenstern war so…naja..ging. Blick auf den Dom gab es zwar, aber was willst mitten in der City auch für nen Ausblick erwarten? Also alles gut…owbohl für 300 Schluffen hätte der Vermieter ruhig mal den Jaccuzi im Garten anbieten dürfen hehe. Klamotten ausgepackt, ab in die Altstadt und erm…WOW! Abgesehen von dem Dialekt (man gewöhnt sich dran, mit der Zeit klingt’s mal richtig geil) und den in suizidaler Absicht umhersurrenden Fahrrädern war die Altstadt ein Hammer.

Vom Appartment bis ins Centrum warens gerade mal 10 Minuten zu Fuß, und bereits auf dem Weg dorthin bist über diverse Fressbuden, Patisserien, Fleischer und den Quotenchinesen (Wok n Roll) gestolpert. Die Innenstadt selbst…da kannst quasi von Cafe zu Cafe hüpfen, die scheinbar nur von Bäckern unterbrochen werden. Die Anzahl der Kirchtürme, die ich auf den 800 Metern ins Zentrum gesehen habe…größer als die Zahl der Finger an meiner Hand.

Du kannst dich quasi nirgendwo in der City hinstellen ohne dass du zumindest einen Kirchenturm erspähen kannst. Aber architektonisch alles sehr lieblich, wird sich auch ned ändern dank des Status als UNESCO Welterbe. Da ist nix mit größeren baulichen Veränderungen. Wäre auch schade, weil die Altstadt hat verdammt viel Charme mit den ganzen Cafes die dank des bombastischen Wetters brechend voll waren. Selbst preislich gab es nichts zu meckern, kleines Frühstück im Goldenen Kreuz direkt im Zentrum 5,70€

Die geführten Touristengruppen durften natürlich nicht fehlen, und so sah man reichlich Tourguides mit ihren Fähnchen winken und Touristen irgendeinem Kerl der die Nummer der Gruppe hoch hielt hinterher rennen. Interessant war der Guide, der seiner Gruppe mit ausgestrecktem Mittelfinger die Sehenswürdigkeiten erklärte. 

Der Samstag war gesegnet mit viel Rennerei durch die City, entlang der Donau und dem Zickzack durch Absperrungen da passenderweise ein neues Museum eröffnet und der Verkehr umgeleitet wurde. Busse fuhren mal gar nicht, da rauchen dir die Füße hehe. Ebenso war der Samstag gesegnet mit einer kleinen Schlechtwetterfront, die sich schlagartig überm Zentrum entlud. Blitz, Donner und der eine oder andere Tropfen Wasser kamen von oben herab

Da machste nix. So ziemlich jeder Unterschlupf war ruckzuck voll mit Leuten, die vor einer Minute noch freudestrahlend durch die Stadt liefen. Geschubse unter Torbögen, hektische Verkäufer brachten ihre Waren aus dem Freien ins Trockene…und ich war in nem Hinterhof gefangen mangels Taucherausrüstung. Das Geschütte hielt gut 45 Minuten an, in den Straßen bildeten sich Rinnsale die zu ner Kajaktour einluden. Kreuzfahrtschiffe nahmen Abkürzungen durch die Gassen von Regensburg und Gullideckel zitterten wie einer der voller Elan in die Steckdose packt. Ging dann aber noch glimpflich aus, und die Erkundung Regenburgs konnte zu Fuß weiter fortgesetzt werden. 

Sonntag war zum Brunch geladen worden, da lässt man sich ned lumpen. Gegen 12 bei der Gastgeberin aufgeschlagen…der längste Brunch den ich je hatte hehe. Letzte Happen gegen 19 Uhr eingeworfen und ab Richtung Appartment. Noch schnell das Formel Eins Rennen geschaut, danach auf die Rückreise am Montag morgen vorbereitet. Was soll ich sagen? 7 Stunden Zug sind nun mal kein Kindergeburtstag, und um sich die Zeit ein wenig zu vertreiben setzt man sich am besten entweder direkt in das Abteil mit den Rädern oder in die Sitzreihen der anderen Wagenhälfte so dass man hin und wieder mal ein Blick auf das sich entfaltende Chaos werfen kann. Auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Verzweifelt versuchten Radler ihren Drahtesel irgendwie unterzubekommen. Reservierungen wurden angezweifelt, Räder neu arrangiert da der eine doch früher aussteigt wie der andere…manchmal ist ein Ameisenhaufen ein Dreck gegen das Radabteil in einem DB Zug hehe.

Ansonsten…werdsch Regensburg nochmal besuchen müssen um meinen Deal mit der Bedienung vom “Brauhaus am Schloss” einzulösen. Wir kamen irgendwie auf Surströmming zu sprechen, und er wollte unbedingt ein Döschen haben. Da ich die entsprechende Connection habe, werd ich ihm das jetzt die Tage besorgen und als Dankeschön bekomme ich ein Film von ihm wie er die Dose öffnet und ein Stücken probiert (wenn er es denn bis dahin schafft der arme Kerl). Und vielleicht sollte ich beim nächsten Besuch das Rad mal mit einpacken, schätze die Stadt per Rad zu erkunden sollte deutlich einfacher sein. In der Zeit in der wir da zu Fuß durchgefegt sind haben wir längst ned alles geschafft. Auch wenn in der Altstadt alles dicht an dicht ist…da gibt’s so viel zu sehen dass es mit einem Besuch nicht getan ist.

Keine verschwendete Zeit und Geld, Regensburg war den Besuch auf jeden Fall wert..

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  1. Juni 2018 - Halbzeit | Habschned

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