Quäl dich du Sau

Ut desint vires, tamen est laudanda voluntas

Habschned

…aber dazu wird es hoffentlich nicht kommen. Die Tage mal wieder über einen interessanten Thread im Radforum gestolpert, in dem sich jemand wieder selbst was beweisen will und an zwei Tagen 500 Kilometer strampeln möchte, ohne jedoch irgendwie vorher schon mal lange Strecken gefahren zu sein. Beim Lesen des Themas und der üblichen verdächtigen Antworten  fiel mir dann wieder ein, das ich für 2017 was ähnlich “beklopptes” vorhabe. Also theoretisch mehrere bekloppte Sachen hehe.

Die Ideen

Über die letzten Wochen hinweg habe ich mich immer mal wieder mehr oder weniger intensiv mit dem Thema “Langstrecke” auseinandergesetzt, mit dem Focus auf den Brevets. Das Thema Brevet beschäftigt mich ja schon seit den frühen Stunden des Jahres 2016, war allerdings noch kein akutes Ding für dieses Jahr. Irgendwann ist das dann mal wieder in den Untiefen der Windungen des Kleinhirns verschwunden, blieb dort ne Weile und meldet sich jetzt aus dem Synapsenurlaub zurück mit der Idee dass 2017 ein hervorragender Jahrgang dafür wäre.

Jetzt, wo der Winter langsam naht (bei 31 Grad Mitte September hehe), kommen die Planungen für das nächste Jahr eh langsam auf den Tisch, und es gibt da noch einiges was ich dieses Jahr zeitlich und gesundheitlich nicht mehr unterkriege (Trip rund um Mallorca zum Beispiel). Und eben diese Langstrecken ziehen mich hypnotisch an. Gelesen hatte ich ja schon einen ganzen Schwung an Berichten, Strategien für die einzelnen Distanzen und das ganze Blahblub drumherum. Alle schön und gut, und je mehr gelesen wurde, desto fixer wurde die Idee.

Aktueller Stand der Dinge sieht wie folgt aus:

Die kommende Wintersaison wird genutzt um verschiedene Dinge hinsichtlich der Brevets mal zu testen, einige Verhaltensweisen beim Radeln abzustreifen und die Grundlagenausdauer ein wenig zu pushen. Im Frühjahr 2017 werde ich mal den Versuchsballon starten und ein 200er mit dem MTB angehen. Die kleinste Distanz sollte nicht unbedingt ein Problem werden, aber vielleicht hilft es mir ja ein Gefühl dafür zu bekommen ob ich mir auch längere Strecken als 200 Kilometer auf dem MTB zumuten will, oder schlußendlich doch in den sauren Apfel beisse und mir einen Renner gönne (die Probefahrten auf den Rennrädern haben mich nicht wirklich happy gemacht).

Was die Fahrten in der Wintersaison angeht (so es denn wirklich einen Winter gibt, und nicht wieder nen strengen Herbst) werden die entsprechend länger ausfallen. Sprich die Hausrunde zweimal (100 Kilometer anstatt 50) und längere Rundtouren zwischen 120 und 160 Kilometer, alles im Sinne der Grundlagenausdauer. Nur werd ich da ned penibel mit dem Pulsmesser im Auge durch die Gegend rollen, sondern mal rein nach Gefühl (wenn die Lunge beim Ausatmen das Gesicht durch die Nase verlassen will dann etwas langsamer)…gemäßigtes Tempo halt, mit dem Ziel irgendwann dann mal bei nem konstanten 23er-25er Schnitt ohne Defi und Sauerstoffzelt anzukommen.

Ein weiterer Punkt, den ich mir abgewöhnen muss ist das Blasen zum Angriff sobald ich am Horizont einen kleinen Punkt erkenne, der auch nur entfernt der Silhouette eines Radlers ähnelt. In dem Moment packt mich das Jagdfieber und ich will die Lücke unbedingt zu fahren und auch direkt überholen. Fällt mir immer wieder auf, wenn ich zum Beispiel auf meiner Seseke-Runde bin und in der Ferne jemanden auf seinem Schlaglochsuchgerät erspähen kann. Die Trittfrequenz geht hoch, die Elektroden des Defis summen fröhlich vor sich hin in der Hoffnung auf baldigen Einsatz und dann geht es, kondensstreifenziehend, ab in Richtung des Radlers vor mir. Alles schön und gut, auf kurze Distanzen auch nicht so ein Problem. Aber wenn ich die Langstrecken in Betracht ziehe, sollte ich mir vielleicht einen etwas “konstanteren” Rhythmus gönnen und die Lücke vor mir langsam und gleichmäßig zu fahren..so ist die Theorie zumindest.

Da ich, entgegen dem scheinbar herrschenden Gruppenzwang oder ungeschriebenem Gesetz des zu verwendenden Gefährtes, ein MTB nutzen werde, sind auch einige Veränderungen in meinem Fuhrpark fällig. Das Alltags-Copperhead 3, das bei der Rückkehr aus Enschede dieses Wochenende glaube ich die 10.000 Kilometer killen wird, mutiert ab Oktober zum Brevet-MTB, und das Copperhead 3 RS wird zum Alltagsrad befördert. Einiges am Copperhead 3 wird dann ersetzt/getestet werden. Wichtigste Punkt wohl die Reifen. Ein neuer Laufradsatz ist eh geplant, und die DT Swiss bekommen dann Besuch vom Thunder Burt. Elendig lang ging die Überlegung in Richtung schmalerer Reifen mit ohne Profil, aber das wird mir genausowenig gefallen wie die Rennräder schätze ich. Ergo gibt es zum ersten Gehversuch, bzw. den ersten Gehversuchen was halbweg gut rollendes mit ein wenig Profil. Was genau wo wie umgebaut wird, da hab ich schon ne Liste im Kopf…muss ich mal niederschreiben für den Fall dass das Glas mit dem leckeren Destillat aus Schottland mich mal wieder alles vergessen lässt hehe.

So, lange Rede Kaffee leer…das sind so die Grundgedanken für die nächsten Monate. Im Winter jetzt langsam Ausdauer und Sitzfleisch puschen, den Jagdtrieb loswerden und mit dem umgebauten Copperhead 3 dann mal im Januar/Februar einfach ein “virtuelles” Brevet fahren zum Testen wie denn die Verfassung des alten Sackes so ist. Sprich Strecke rauskramen >200km, Zeitlimit setzen (13 Stunden oder so waren es glaub ich) und dann rastlos im Sattel zappeln bis entweder die Kilometer oder die Stunden ausgehen.

 

4 Comments on "Quäl dich du Sau"

  1. Islay oder Single Malt ?

  2. Jetzt wird mir deine Atacke gen Haltern klar … ich erinnere mich an einem Radler auf der langen Geraden vor uns, als der Toto aus der zweiten Reihe ausbrach und mit Mach2 an mir vorbei zog … ?

    • Ja, radlerförmige Silhoutte auf 12 Uhr…da juckt’s im kleinen Zeh und ich krieg Kniescheibentourette hehehe. Verdammter Jagdinstinkt :D

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  1. 10.217,27 Kilometer | Habschned

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