Liegengebliebenes….Freelance at its best

Seseke Weg

HabschnedDer Code fürs Angular Projekt ist fertig, jetzt ist wieder Zeit in die Tasten zu hauen. Musste leider ein wenig zurückstecken da hinter der Angular Geschichte ein netter Nebenverdienst hängt und die Räder teuer im Unterhalt sind hehe. Daher war in den letzten Wochen weder großartig an Radtouren noch an irgendwas anders zu denken, alles musste ein wenig kürzer treten und die Dauer der Nächte bzw. des erholsamen Schlafes reduzierte sich so auf irgendwo zwischen 2 und 4 Stunden am Tag. Kann man mal machen, aber nach zwei Wochen merkst du dass das auf Dauer nicht mehr geht. Gereizt, unausgeschlafen, selbst schwarzer starker Kaffee konnte mich nicht in eine halbwegs gnädige Stimmung bringen.

Anfang November gab es als “Belohnung zwischendurch” ein paar Tage in Dänemark, musste mal wieder sein. Kommen wir zu einer kleinen Geschichte bzw. einem Rückblick auf die “spontane” Anreise nach Dänemark um ein paar Tage in meiner Drittheimat…Zweitheimat…was auch immer…zu verbringen. Mit einer kleinen Änderung bei der An- und Abreise. Aufgrund der kurzfristigen Planung hab ich schon mit Horror in den Augen die Seite der Deutschen Bahn geöffnet. 

Bei Gott, die Bahn hat mich nicht enttäuscht. Kurzerhand die An- und Abreisedaten in die Maske gehackt, nach günstigen Verbindungen gesucht und die rechte Hand nach Abschicken der Suchanfrage direkt zum Defibrilator gleiten lassen. Die Suchmaschine der Bahn ächzte hinter den Kulissen, Verbindung um Verbindung wurde geprüft um möglichst günstige Ticketpreise zu finden aber nix war mit günstig. 

In der zweiten Klasse war nüscht mehr zu holen und nen 100er für die 1. Klasse fandsch jetzt auch recht unverschämt, besonders wenn man bedenkt dass (sofern ein paar Wochen früher gebucht) dieselbe Fahrt auch mal für 39€ zu haben ist. Deutlicher Unterschied, und für die Rückfahrt am 4. November sah es ähnlich miserabel aus. Alternativen mussten her, nach kurzem Grübeln tauchte dann Flixbus im Browser auf. Die Suchmaske mit denselben Daten für An- und Abreise gefüttert und siehe da…eine direkte Verbindung von Dortmund nach Kolding für schmales Geld. Ganze 42,50€ wollte Flixbus pro Kopf für den Transport vom ZOB in Dortmund nach Kolding in Dänemark. Nicht lange gefackelt, Tickets direkt gebucht. Auch die Rückfahrt war für kleineres Geld als bei der Bahn zu haben. Zurück ging es von Kolding nicht direkt, sondern mit Umsteigen in Hamburg. Auch gut, kann man sich eben noch was an Futter in die Figur drücken und nen Kaffee oder auch zwei schlürfen…dachte ich.  Also auch für die Rückfahrt Tickets gebucht.

Die Hinfahrt

Flixbus…ich hatte bei Fernreisen per Bus ja so meine Zweifel. Allerdings zeigte der erste Eindruck von Flixbus, den ich an der Haltestelle bekam, deutliche Parallelen zur Deutschen Bahn. Erst hieß es der Bus käme 10 Minuten später, kurz drauf war es ne ganze Stunde später…und am Ende ging es mit knapp zwei Stunden Verspätung auf die Reise nach Kolding. So weit also alles wie bei der gewöhnlichen Fahrt mit der Deutschen Bahn. Kaum im Bus Platz gefunden, griff schon der “Reiseleiter” zum Mikrofon und röchelte in gebrochener, englischer Sprache ein paar Sätze an die Mitfahrer. Vorgestellt hat er sich und den Fahrer als “Joe” und “Dennis“, der Akzent des Herrn machte aber klar dass es sich dabei um Decknamen für Juri und Ivan handeln muss. Egal, nach dem üblichen Blahfasel über Sauberkeit im Bus und Anschnallgurten die genutzt werden sollten ging es dann nordwärts. Ansonsten…ne elendig lange Busfahrt durch die Nacht. Hier und dort wurde geschlafen und ganze Regenwälder niedergesägt, ab und an rüttele es einen mal wach und morgens um kurz nach halb neun schlug ich in Kolding auf.

Die Rückahrt

Im Gegensatz zur Hinfahrt lief die Fahrt von Kolding nach Hamburg recht gut. Mit dem Zug morgens von Horsens nach Kolding gehampelt, der Bus war pünktlich und Fahrer wie zweiter Fahrer der deutschen Zunge mächtig. Auch wenn der Berliner ein hoffnungsloser Fall ist was Spaß angeht…immerhin einheimische Zunge, wenn auch mit gewöhnungsbedürftigem Dialekt. Der Bus war, man glaubt es kaum, fast leer. Erst in Flensburg gesellten sich die Scharen dazu, aber es blieb immer noch reichlich Platz im Bus bis Hamburg. Und genau bis dahin war alles super entspannt. Am ZOB in Hamburg angekommen, das Gepäck aus dem Bus gewuppt und auf solide 90 Minuten Zeit gefreut bis der Bus von Hamburg nach Dortmund einrollt. So die Theorie. In der Praxis hatte ich aber, nachdem ich das Gepäck aus dem Bus zog und mich umdrehte, gleich den ersten Pappbecher unter der Nase mit der Bitte um etwas Kleingeld. 

Keine zwei Minuten am ZOB und man konnte beobachten wie die Bettler von ankommenden Bus zu ankommenden Bus pilgerten und die Becher präsentierten. Hier und da wurde nach Zigaretten gefragt, dann wieder Pappbecher unter die Nase oder der klägliche Versuch ein paar Zigaretten für 20 Cent abzukaufen. Das hab ich mir ungefähr ne halbe Stunde angetan, dann wanderte die Hand zielsicher zum Smartphone und öffnete die DB App. Ne weitere Stunde Schnorrerei brauchte ich ned, und oh Zeichen oh Wunder: Das Rückfahrticket von Hamburg nach Unna gabs für schlappe 79,50€. Direkt bestellt und entspannt schräg rüber zum Bahnhof gewetzt….natürlich auf dem Weg zum Gleis noch diverse male angeschnorrt worden. Aber das ist bei Bahnhöfen halt so.

Flixbus – Das Fazit

Also, schön günstig ist es. Die Busse sind einigermaßen bequem, vom WC mal abgesehen. Wenn du nicht die Figur eines Streichholzes hast, dann ist Hopfen und Malz verloren auf dem Scheisshaus. Unschön war der Zustand desselbigen, obwohl “Joe” und “Dennis” aka. “Juri” und “Ivan” das WC in höchsten Tönen gelobt haben. Entweder wurde, als ich mal musste, gerade vorher der Boden frisch gewischt oder einer stand mit dem Fleischgewehr in der Hand vorm Becken als es gerade über ne Bodenwelle ging. Verdächtig nass der Boden!!!

Ein zweites Mal wird’s aber keine Flixbus-Reise geben, zumindest nicht mit mir. Wer ein paar Euro sparen möchte kann sich das Gehampel gerne antun, aber ich nehme dann doch lieber die Bahn.

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