Langstrecke? WTF?

200km? Warum ned!

Habschned

Der 42. Geburtstag steht an, und das Kleinhirn in meinem Kopf läuft gerade Amok und heckt wieder ganz finstere Sachen aus. Je älter die runzelige Denkpelle wird, desto bescheuerter werden die Vorhaben die aus dem Kleinhirn-ADHS resultieren. Die letzte größere Nummer die der nasse Schwamm produziert hat war der Dänemark Trip, und nun hat das Ding mir schon wieder was ins Ohr gesetzt (gut, was den Dänemark Trip betrifft war auch eine geringe Menge Alkohol involviert, aber das kehren wir mal unter den Teppich). Was fahre ich auch sinnlos längere Strecken und lass dem Kleinhirn dabei genug Sauerstoff für seine Schurkentaten? Da kann nix gescheites draus resultieren, und auch dieses Mal wurden meine Erwartungen nicht enttäuscht hehe.

200km WTF???

Das Unglück nahm seinen Lauf als ich am Samstag die 100 Kilometer ins Land getreten habe und das Wetter genoss. So ab Kilometer 80 schauten die ersten Wehwehchen am Hintern vorbei, die Arschbacken glühten in einer Art und Weise das ich kein Rücklicht gebraucht hätte und bedauerlicherweise wurde das Kleinhirn mit zuviel Freizeit und Sauerstoff versorgt. Während ich also auf dem Rückweg den Kanal entlang kurbelte, beschloss das Kleinhirn mir mal klar zu machen das ich es mit Langstrecken versuchen solle. Aber nicht einfach nur sinnlos 1.6 Lichtjahre die Emscher rauf und runter…neiiiiiin….Brevets sollen es werden.

Anscheinend ist dem durchgeweichten Milchbrötchen in meinem Hinterkopf wieder eingefallen das ich schon seit ein paar Tagen (erm…was soll ich lügen….Wochen meine ich) mich in das Thema Brevet eingelesen habe, und mir Berichte und Videos zu den Touren für Selbstquäler  zurecht gelegt habe die ich jetzt nach und nach schaue. Und wie das so ist…wenn das Kleinhirn mal aus dem Ruder läuft, dann passieren die tollsten Sachen. Und so wurde dann auf den letzten 20 Kilometern beschlossen das der Pinguin sich so langsam auf Brevets einschießen wird und 2016 noch als Trainingsjahr mitnimmt, bevor es dann 2017 mit den Brevets akut wird.

Brevet? Huh?

Mal ein wenig Licht ins Dunkle bringen. Was genau versteht man unter einem Brevet? Da greife ich doch gern nochmal zur Wikipedia (zu was sonst ist die auch gut?)

Ein Brevet bezeichnet im Radsport eine Langstreckenfahrt, bei der eine vorgegebene Strecke innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu fahren ist. Jeder legt seine Geschwindigkeit, Pausen und ggf. seine Schlafpausen selbst fest. Diese Fahrweise wird französisch Allure Libre genannt.

Das ist so das Grundlegende zum Thema Brevet, da wären natürlich noch mehr Feinheiten wie zum Beispiel Kontrollstellen auf der Strecke die man heimsuchen muss um sich Stempel oder ähnliches zu holen auf der Karte und und und…wer den vollen Artikel will -> Wikipedia hehe. So richtig schlucken musste ich als ich die Distanzen das erstemal gesehen habe (inklusive der Zeiten die dafür maximal benötigt werden dürfen müssen sollen können…erm..whatever).

Folgende Streckenlängen und Zeitlimits sind üblich, es mag da Abweicher von geben aber ich nehme die Kilometer, Stundenzahl und Schnitt erstmal so mit und rechne damit ein wenig rum..

  • 200 km, 13,5 Stunden (14,8 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit)
  • 300 km, 20 Stunden (15,0 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit)
  • 400 km, 27 Stunden (14,8 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit)
  • 600 km, 40 Stunden (15,0 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit)
  • 1.000 km, 75 Stunden (13,3 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit)
  • 1.200 km, 90 Stunden (13,3 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit)

Das sind erstmal ein paar Ansagen wie ich finde. Die Durchschnittsgeschwindigkeiten klingen ja erstmal gar nicht so schlecht, aber die auf die Kilometer halten…wird ne haarige Sache schätze ich mal. Andererseits nagel ich die 100 Kilometer ja auch in guten 5 Stunden runter und bin danach noch relativ frisch beisammen. Zumindest konnte ich beim ersten 100 Kilometer Trip dem Notarzt mit dem Sauerstoffzelt noch meinen Namen nennen hehehe.

Der grobe Plan

Zum Einstieg, und um zu testen ob die kurzen Beine eines Pinguins dafür gemacht sind, habe ich die erste Brevet Teilnahme für das Frühjahr 2017 geplant, und zwar für die “Einsteigerdistanz” von 200 Kilometern. Das gibt mir noch ein gutes Jahr Zeit mich für Langstrecken fit zu machen und mir einen entsprechenden fahrbaren Untersatz zu besorgen. Nicht das ich mit meinen Bikes nicht zufrieden bin, aber für diese Radtouren hätte ich wieder gern ein eigenes Bike nur dafür hehe. Und da geht es schon los, die Geister scheiden sich. Die eine Fraktion empfiehlt die Verwendung eines “Randonneur” Rades. Gut, kann man machen und hat sicherlich einige Vorteile wie Gepäckaufnahmen, sieht dafür aber kacke aus….hier ein Beispiel:

Randonneur
Wenn mich einer fragen würde “Ist es nicht schön?” dann wäre meine Antwort wohl “Ja, das ist nicht schön.” Naja, meins ist es nicht und ich würde die Brevets liebend gern auf einem eines Pinguins würdigem Rad verbringen, sprich einem schmucken MTB der höherwertigen Preisklasse mit einigen Umbauten die mir auf den Langstrecken helfen. Fraglich ist halt immer ob einige der Umbauten überhaupt zulässig sind was die Teilnahem an Brevets betrifft (Tri-Bar Aufsatz so als Beispiel welcher manchmal verpönt zu sein scheint). Nun mag man stundenlang hin und her diskutieren, aber schlußendlich ist es meine Entscheidung die ich mit mir selbst ausmachen muss, bzw. schon mit mir ausgemacht habe. Wenn Brevet dann auf MTB. “Brevet – MTB” reimt sich auch schöner finde ich hehe.

Anyway, ich denke im Sommer habe ich mich, was das Rad für die Brevets angeht, entschieden und schreite zum Kauf. Dann passt ja auch das Wetter hervorragend…also wir haben ja jetzt Frühling und draußen ist es kalt wie Dreck, am Regnen wie Schwein und windig wie Hund. Wenn ich die Jahreszeitenverschiebung dann mal umrechne haben wir im “Sommer” frühlingshafte Temperaturen und milde Regenschauer hehe….ideale Trainingsbedingungen. Kommen wir zum Training für die Langstrecken…

Der grobe Plan

Aktuell fahre ich gerne mal einen 100er am Wochenende, natürlich nur wenn das Wetter es zulässt. 100 Kilometer im Regen sind nicht schön, wirklich nicht. Ich lag in Schlammpfützen und bin durch Flüsse gewatet, aber ne lange Strecke im feinen Nieselregen ist da kein Vergleich. Wenn ich nochmal zwischen Schlammpfützen,Flüssen oder Nieselregen wählen könnte…plaaaaatsch wäre ich völlig zugeschlammt in der Ruhr zum Eisbaden. Aber geht halt nicht, also werde ich folglich irgendwann auch mit dem schäbigen Nieselregen meinen Frieden schließen.

Der 100er setzt mir mittlerweile auch nicht mehr so wirklich zu, und wenn ich die Zeit für die 100 Kilometer hochrechne dann passt es zumindest vom mathematischen her. Was ich nicht sagen kann ist, wie sich die zweiten 100 Kilometer auf mich auswirken. Da sind praktisch keine Erfahrungen da, ich weiss nur das ich mich nach 100 Kilometern nicht wirklich völlig platt fühle und da noch Luft ist. Was das jetzt für den aktuellen Trainingsstand heisst kann ich nur schwer einschätzen, da werden wohl demnächst wenn das Wetter schöner ist (also im November) mal längere Touren jenseits der 100 Kilometer her um zu sehen was die Muskulatur und das Sitzfleisch zu 150 Kilometern sagen.

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