Knackige Kruste und schräge Töne

HabschnedSchlammpackungen sagen die Medizinmänner irgendwelcher okkulten Medizinrichtungen ja heilende Kräfte zu. Möööööp, falsch. Trotz ordentlicher Packung heute konnte ich am Patienten keinerlei Besserung erkennen….und es wurde ordentlich Gebrauch gemacht von überall auf dem Weg nutzlos herumliegenden Schlammpackungen. Soweit ich das nach der Hausrunde heute überblicken konnte, habe ich keine der herrenlosen Packungen liegenlassen sondern allen ein neues Zuhause gegeben. Das Rad hat ungefähr 17 Packungen adoptiert und auch ich war nicht kleinlich und habe ordentlich zugegriffen.

Zustände der Wege, die dank gerade erst einsetzendem Tauwetter gestern schon einen zweifelhaften Eindruck bei der Durchpflügung machten, waren heute mindestens doppelt so beschissen. Was mich heute stellenweise erwartete lag irgendwo zwischen “Huch…rutscht ganz ordentlich” und “Scheisse, die Kurve wollte ich gar nicht quer nehmen, tschuldigung!!!”. Passagen der wasserverdichteten Schotterwege hätte ich in Flaschen abfüllen und als Bohnerwachs feinster Güte verkaufen können. Richtig übel waren die kurvigeren Passagen am Flugplatz Kamen-Heeren, da spritzte die Fangopackung nur so wild in der Gegend rum und wenn mir da wer per pedes entgegengekommen wäre, hätte der oder die seinen Spaziergang als Sarotti-Mohr fortgesetzt.

Daumenregel für heute war:
Fußgänger in Sichtweite -> Tempo runter und wenig spritzen. Dementsprechend gab es dann auch mehrere “Stop and Go” Abschnitte auf dem Schlammritt. Meine Fresse was war ich zwischendurch mal für ein paar Pflastersteine und Asphaltstrecken dankbar hehe. So als Fußgänger auf nem matschigen Feldweg, dem ein Radler im Stechschritt entgegenkommt, hätte ich wohl heute auch Sorge um meine Kleidung und porentief reine Haut gehabt. Andererseits..ne gratis Schlammpackung kann man ruhig mal mitnehmen, kostet ja nix und lässt sich nach dem Trocknen leicht wieder abklopfen.

Muss ich erwähnen, dass die besagten “wasserverdichteten Schotterwege” entsprechend zäh zu durchpflügen waren? Ein kleiner Nachteil wie ich finde. Denn wenn man sich so nach ca. der Hälfte der Strecke damit abgefunden hat, dass man zuhause ankommen wird und aussieht wie ein Husumer Protestschwein nach einer erquickenden Dusche in der Jauchegrube, sich jetzt bereit erklärt die restlichen Teile des Rades und der Kleidung auch noch mit einer Kruste zu überziehen, die knackiger ist als der Krustenbraten von Oma, dann kostet das zügige Fahren natürlich proportional zum Schlammgehalt des Weges mehr Kraft (meine Fresse, was für ein langer Satz…hat mal jemand das Guiness Buch zur Hand?)

Anyway, wo immer möglich wurde dann stechschrittmäßig ins Pedal gestiegen, mit entsprechenden Resultaten natürlich. Hier mal ein paar Ansichten nach ca. der Hälfte der heutigen Strecke

 

 

 

 

Und es kamen noch ein paar schöne Kilometer auf denen immer wieder Schlamm- und Fangopackungen den Daumen in bester Anhaltermanier hochhielten und ich sie willig mitnahm. Dank besagter Packungen hätte ich, wenn ich zuhause einfach mal im Garten stehen geblieben wäre und den ganzen Mumpitz hätte trocknen lassen, als Terrakotta Figur durchgehen können. Das Rad sah nicht minder nach einer Skulptur aus noch frischem, leicht bräunlichen Ton aus. Eigentlich hätte ich, statt den Schlauch fürs Rad zu zücken, den Rotz trocknen lassen sollen und das Rad zweimal leicht aufspringen lassen…nur hatte ich die Zeit nicht. Also Schlauch raus und abgespritzt (prima Einzeiler für ne billge Pornoproduktion übrigens).

Die andere Niederträchtigkeit, die mich so ab Bönen ärgerte, war das linke Pedal. Ich hatte da vor geraumer Zeit bereits ein paar Differenzen mit, konnte dem aber Einhalt gebieten durch ein gelegentliches “Schmieren” der Aufnahmefläche für die Cleats. Heute jedoch gab es für das Pedal und den linken Cleat kein Halten mehr, beide brachten alle ihre musikalischen Künste unters Volk und so kam zu dem äusserst ohrschmeichelndem Surren einer völlig verschlammten Kette und den Schleifgeräuschen der Scheibenbremse (das mit feinem Schotter versehene Scheisszeug von Bodenbelag auf den Wegen sorgte für Höllenlärm da es sich wohl zwischen Belägen und Scheiben einen gemütlichen Platz gesucht hat) noch das rhytmisch wertvolle “Knaaarz” des linken Pedals.

Ich schiebe das Knarzen mal auf die Verbindung zwischen Schuh (Cleat) und Pedal selbst. Die Cleats sind wohl eh durch, aber da es ja die Tage neue Schuhe gibt mach ich halt noch bis Dienstag oder Mittwoch Musik beim Radeln hehe. Das Pedal selbst möchte ich ausschließen, da wenn ich die “normale Seite” nutze kein Knarzen zu vernehmen ist. Mal sehen ob das mit den neuen Schlappen, Cleats und einer gründlichen Reinigung der Pedale (insbesondere der Federn) getan ist. Wenn nicht dann fliegen die M324 halt runter, wollte ja eh irgendwann die XT oder XTR Pedale verbauen…eigentlich ne gute Gelegenheit dazu.

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  1. Januar 2017 - Statistik | Habschned

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