Holland zu Ostern

HabschnedDie dreitägige Tour zu Ostern von Dortmund nach Winterswijk, Enschede und wieder zurück nach Dortmund ist abgehakt. Vom kapitalen Reifenschaden im Nirgendwo über niedliche Tiere bis zu beisswütigen Schäferhunden war alles im Programm…auch Regen und Wind. In den drei Tagen sind knappe 300km Sandwege, Schotterpisten und Landstraßen gesegnet worden, viel Viechzeuchs im Tiefflug wurde durch Aufprall am Schädel getötet und Gebete wurden im Sekundentakt gesprochen. Fang ich mal an mit der Hinfahrt…die beinahe in einer Katastrophe geendet wäre.

Dortmund-Winterswijk

Das erste Teilstück führte Freitag morgen von der heimischen Couch über Kurl, Lünen, Waltrop, Haltern am See, diversen Reken (Groß-, Klein-, und Bahnhof Reken) über Südlohn nach Winterswijk-Ratum zum Check-In im B&B das ich gebucht hatte. Die ersten Kilometer liefen planmäßig und Warsteiner schickte einen Gasballon von dem ich hoffte, dass alle paar Kilometer ein isotonischer Durstlöscher abgeseilt werden würde…natürlich gab’s kein gesponsortes Getränk. Stattdessen wurde am Preussenhafen ein Kaffee gezapft und weiter ging’s samt Rad und Gepäck am Datteln-Hamm-Kanal entlang in Richtung Waltrop.

Kurz nach Kanalwechsel von Datteln-Hamm auf Wesel-Datteln fing mein Arsch an zu hüpfen wie beim Trab auf nem alten Ackergaul. Jede Radumdrehung ein Wupp-Wupp…merkwürdiges Gefühl. Zuerst hab ich es auf die Bodenbeschaffenheit geschoben, als das Wupp-Wupp trotz wechselnder Untergründe nicht aufhörte musste eine andere Erklärung her. Also mit dem Gedanken abgefunden, dass es sich möglicherweise um einen Höhenschlag in der Felge handelt, den ich mir irgendwo irgendwie gefangen habe. Es ging also beruhigt weiter, Haltern am See und die Haard wurden durchpflügt, das Wuppen des Hinterns war immer noch da.

Irgendwann, so zwischen Bahnhof Reken und Reken, in einer Gegend wo aber auch mal gar nichts los ist…überhaupt nichts…noch weniger als nichts eigentlich…schaue ich so gelangweilt nach unten zwischen die Kettenstreben und sehe am Reifen etwas unförmiges. Gut, wenn da was am Reifen pappt und sich schwungvoll mitdreht dann kann das schon für einen wuppenden Hintern sorgen. Also angehalten, den Reifen mal drehen lassen bis ich den vermeintlichen Störenfried gefunden hatte….und was musste ich sehen?

Da hatte ein Stück Gummi das Handtuch geworfen und das Weite gesucht. Wo das Gummi saß, kämpfte sich jetzt langsam das Anti-Platt Band in die Freiheit. Da bricht erstmal der Angstschweiss in Bächen von der Stirn. Du stehst praktisch im Nirgendwo, der Reifen löst sich in Bestandteile auf und du kannst nicht mal eben einen neuen kaufen…weil wegen Feiertag. Der zweite Gedanke dreht sich um die verbleibenden Kilometer bis zum Ziel. Ich hatte so um die 60 Kilometer runter, und noch gute 30 Kilometer bis zum B&B in Winterswijk. Panik in den Synapsen beschreibt die Situation ganz gut hehe. Was machste also? Du lässt Reifen Reifen sein und fährst vorsichtig weiter. Immerhin gingen 40km mit dem Wupp-Wupp Reifen ja ganz gut, und du hast Tempo geklotzt als ob es kein Morgen gäbe.

Ich sag mal so…ohne Anti-Platt Band wäre ich kräftig am Arsch gewesen, das Band hat das schlimmste verhindert und den Schlauch vor dem sicheren Tod bewahrt. Die verbleibenden 30+ Kilometer war dann “Augen auf!” beim Fahren angesagt. Piano, immer auf der Suche nach spitzen Gegenständen in der Fahrrinne, die dem Band und dem Schlauch den Todesstoß geben könnten. Zwischendurch wurde eine Anzahl an Gebeten gen Himmel geschickt, die eigentlich reichen müsste das sämtliche Pastoren dieses Jahr ihre Kirche zumachen können, da die Quote an Gebeten erreicht wurde. Hier und da wurden Schlangenlinien gefahren, Schotterwege sorgten für feuchte Hände in den Handschuhen aber schlußendlich bin ich dann doch mit dem defekten Reifen in Winterswijk angekommen. An dem Abend war nicht mehr viel mit Rumkurbeln in Winterswijk, hab den Tag locker ausklingen lassen bei diversen hart erkämpften Kaffees und ein paar Leckereien die der Hausherr parat hatte. So viel also zum abendlichen Abhängen in Winterswijk…ist doch Kacke, muss da wohl noch mal hin hehehe.

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