Hinfahrt #2

HabschnedErgänzend zum Beitrag über die Hinfahrt hier noch ein paar Infos. Es kamen im Radforum ein paar durchaus berechtigte Fragen und Anmerkungen durch *ALF* zur Hinfahrt auf, auf die ich ein wenig ausführlicher eingehen möchte. Erstmal vorweg: Die Planung der Hinfahrt ist ja nicht in Stein geschrieben, keiner muss um 5, 6 oder 7 Uhr losradeln oder sich an die geplante Strecke halten. Da wir alle aus unterschiedlichen Ecken kommen, kann es auch ne Art “Sternfahrt” werden hehe. Aber nun mal zu den Anmerkungen von denen ich schwafelte. Ich hab, der Übersicht wegen, die Anmerkungen mal in die blauen Boxen gekickt…

Die durchschnittliche Fahrgeschwindigkeit von 20 km/h halte ich für realistisch; wenn ich alleine fahre (vor allem früh morgens), bin ich eher schneller.

Yep, 20 km/h sollten realisierbar sein. Wenn es nun 19 km/h oder 18.5 km/h werden…da wird die Welt nicht untergehen von. Ich möchte den Schnitt nur nicht wirklich weiter absinken lassen und eine Nettofahrzeit von 8 oder 9 Stunden für die 100 Kilometer in Kauf nehmen. Ziel ist schließlich in Enschede noch ein wenig die Gegend zu erkunden (per pedes oder mit dem Rad lasse ich erstmal offen).

Zu den Pausen: kommt auf’s Wetter an. Bei halbwegs erträglichen Temperaturen wäre es für die ca. 100 km eine mögliche Strategie, alle 25 km eine Pause von 20 Minuten einzulegen, wäre also eine Pausenzeit von ca. 1 Std. Bei Abfahrt um 06:00 Uhr wäre man – von Pannen und sonstigen Unwägbarkeiten mal abgesehen – lässig um 12 Uhr am Ziel.

Das Wetter ist sicher der entscheidende Faktor. Ideal wäre eine Wettersituation wie wir sie auf der Hinfahrt der Emscher-Tour hatten. Durchwachsen mit Tendenz zu sonnig, nicht zu warm und ab und an ein paar Regentropfen. Aber ideal…hat man es leider nie. Wir können, wenn der Termin erstmal, steht, das Wetter nur so nehmen wie es kommt. Die vorgeschlagene Pausenregelung entspricht so meinen Gedanken die ich mir gedacht hatte. Nach je einem Viertel der Strecke mal 15 bis 20 Minuten durchschnaufen. Aber auch hier ist Flexibilität natürlich das A und O. Wenn jetzt jemand nach 15 oder 20 Kilometer nen Hänger hat gibt es natürlich eine blaue Pi….erm…..kurze Pause wollte ich sagen. Auch daran soll es nicht scheitern.

Die Frage ist nur: schaffen alle Mitfahrer eine Fahrtschnitt von 20 km/h? Das hört sich erst mal easy an, aber das muss man auch durchhalten können, zumal man immer wieder mal anhalten (Ampeln, Kreuzungen, Pinkeln u.s.w.) und diese Zeit wieder aufholen muss —> Wenn man fährt, sollte man permanent mit deutlich über 20 km/h unterwegs sein.

Sein oder nicht sein…was war hier die Frage? Genau…erm…”Wir schaffen das!” wie Mutti Merkel so schön sagte. Im Idealfalle müsste man darüber nicht nachdenken, sondern ginge davon aus das alle mit dem 20er Schnitt kein Problem haben. Aber ideal….hatten wir oben schon. Aber auch hierfür gibt es Ausweichpläne. Wie eingangs schon geschrieben, auch wenn der Schnitt auf 18 km/h sinkt ist das noch lange kein Beinbruch. Die frühe Anfahrt lässt da genügend Puffer übrig um auch mal einen Leistungsknick abzufangen. Wenn doch jemand extrem einbrechen sollte und abreissen lassen muss würden folgende Alternativen zur Verfügung stehen:

  • Die gesamte Gruppe fährt den Schnitt runter und wir kommen entsprechend später an
  • Der/Die Abreisser fährt/faren sein/ihr mögliches Tempo weiter und man findet sich Enschede als Gruppe wieder zusammen an einem vorher definierten Treffpunkt (Info/Positionsaustausch über Mobiltelefon)

11-27715Beides hat seine Vor- und Nachteile. Im ersten Falle fehlten uns vielleicht ein oder zwei Stunden an freier Zeit in Enschede. Wäre schade, aber durchaus zu verschmerzen meiner Meinung nach. Ich bin da mit der “Leave no man behind” Mentalität ausgestattet. Der zweite Fall sollte, sofern möglich vermieden werden. Definierte Treffpunkte und Infotausch über Telefon sind alles kein Ding, aber es geht entgegen jeglichen Gruppengefühls, verhunzt einem die Laune und wir wollen doch ned das jemand nach Kilometer 50 die Schnauze voll hat und entnervt umdreht oder?

Also greift im Falle des Extrems wohl die erste Lösung und die Gruppe passt sich an. Es kann nach Absprache natürlich auch eine Mischung aus beiden Varianten sein. Ein Teil der Gruppe lässt sich zurück fallen, die schnelleren fahren mit ihrem Tempo vor und man findet sich in Enschede. Wie genau und was….klärt sich meist vor Ort. Die zweite Lösung wirft zudem einige zusätzliche Notwendigkeiten auf. Zum Bleistift müsste dann jeder eine Möglichkeit haben, auf eigene Faust zu navigieren (Navi oder Karte halt).

Die nächste Frage wäre: welches Werkzeug? Renner, Trekker, MTB oder ganz etwas anderes? Mit dem Renner würde ich wahrscheinlich durchfahren, allerdings hätte ich dann auch kein Gepäck dabei…
Vor Ort dann Zelt oder festes Gebäude? Ich wäre zwar für ersteres, bedingt aber deutlich mehr Gepäck…

Whatever: grundsätzlich interessiert bin ich schon. Vielleicht kann man ja dann auch direkt zur Küste weiterfahren

Das Werkzeug mit dem man für sich am besten zurecht kommt. Die Verantwortung liegt bei einem selbst, man muss wissen ob man für die 100km lieber den Trekker mit Satteltaschen nimmt oder den Renner mit schickem Slingbag. Da ist jeder sein eigener Herr.

Gepäck…dazu könnte ich nen eigenen Eintrag schreiben wenn ich sehe mit wieviel Kram manch Radler an mir vorbei fährt. Hier gilt die goldene Faustregel “So viel wie nötig, so wenig wie möglich.“. Unterm Strich heisst das, dass man gerade das dabei haben sollte was auch wirklich benötigt wird. Es macht keinen Sinn nen 5 Liter Kanister Wasser in die Satteltasche zu stopfen wo wir auf dem Weg an drölfzig Tankstellen vorbeikommen und Vorräte auffrischen können (gleiches für Riegel, Käsebrötchen, halbe Schweine in Blätterteig und Campingkocher). Wir machen eine Tour von 100 Kilometer hin und 100 Kilometer zurück, und bleiben eine Nacht vor Ort. Da muss kein Abendkleid fürs Captain’s Diner eingepackt werden, und auch der Frack kann wohl im Sack im Schrank bleiben. Selbst Duschgel bieten die Hotels an, auch das kann man getrost daheim lassen und hat wieder 125ml an Gewicht gespart.

Wechselklamotten, Werkzeug/Ersatzteile, eine Minimum an Getränken und nen paar Energieriegel und fertig ist die Geschichte. Hier und da vielleicht noch ne Batterie für das Navi , oder eine, von einem Origami-Meister gefaltete Karte für die grobe Navigation und das war’s. Auch hier gilt -> Jeder ist seines Glückes Schmied, aber je leichter ihr unterwegs seid, desto einfacher…oder so.

Zelt oder Beton ist auch wieder eine Glaubensfrage. Jeder der mitfahren möchte dürfte die 3*7 überschritten haben, und sollte in der Lage sein sich diese Frage für sich selbst zu beantworten. Ich für meinen Teil schätze das Zimmer in einem Hotel oder B&B&Pension abends und werde wieder ein Hotel buchen. Zu den Unterkünften gibt es definitiv noch einen Extraeintrag von mir.

Das waren meine zwei Tuben Senf zur Hinfahrt, die noch fehlten. Viel mehr kann da jetzt eigentlich von meiner Seite nicht mehr gesagt werden, und ich halte mich an die Packregel die mir auch bei der Emscher-Tour einen recht leichten Rucksack gebracht hat (obwohl Kamera und dicke Objektive dabei).

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