Hausrunde 25.03.17

HabschnedSamstag, Sonnenschein, strammer Ostwind….was gibt’s da schöneres als eine kleine Hausrunde von zarten 110 Kilometern zu knüppeln? Genau, nichts! Also ging es heute morgen um kurz nach 8 Uhr schon in den Sattel und ab zum Kaffee schöpfen am ersten Bäckerstop…einen satten Kilometer von meiner Behausung entfernt. Mit nem Pott Kaffee in der Blutbahn ging es dann langsam ans Eingemachte. Gefährliche ländliche Gegenden wurden durchquert, man musste aufpassen wie ein Luchs um nicht über ziellos umhertorkelnden Joggern zu holpern. Oder auf Hunde, die fröhlich hechelnd die Fahrbahn von links nach rechts oder andersrum querten, den Bauern fleissig beim Düngen der Felder halfen und möglicherweise einen harmlos daher surrenden Radler mit einem Jagdobjekt allererster Güte verwechselten.

Nebst den Zwei- und Vierbeinern gab es auch überraschende “Gäste” auf den diversen Feldwegen. Klobig, hochaufgeschossen und schwer dran vorbei zu kommen. Kurzer Blick auf den Kalender und die Nase einmal in den Wind gehalten…ja, es scheint die Gülle-Saison zu beginnen. Auf dem Weg nach Bergkamen standen mir mehrere Trucks im Wege, die den Bauern das wohlriechende Parfüm für den Erdboden anreichten. Zum Entsetzen meiner Nase war die Lieferung auf einigen Höfen bereits abgeschlossen und die Bauern hatten bereits den edlen Saft großflächig auf dem Acker verteilt. Da gibt’s nur eins, die Trittfrequenz leicht angezogen und dann mit Tempo an den wohlriechenden Feldern vorbei geknüppelt. Ich kann versichern, dass es bis kurz hinter Kamen keine Freude für die Nase war….trotz Ablenkung durch die schöne Landschaft und dem Sonnenschein.

Bis Drensteinfurt war mal wieder alles top, Westerwinkel wurde diesmal nicht durchquert sondern es ging hinten rum am Clubhaus der Golfer vorbei. Das Kopfsteinpflaster im Schlosshof war mir dann irgendwie das Geruckel nicht wert. Der Golfplatz war gähnend leer, aber es war ja auch noch früh. Der gemeine Golfer schläft ja bekanntlich auch gerne mal länger. Hin und wieder wurde es auf den Feldwegen noch mal eng, da die Bauern fleissig ihre Traktoren spazieren führten, an den Horne-Quellen gab es eine kleine Rast und die Anzahl der Chococroissants in meinem Rucksack reduzierte sich von zwei auf eins. Drensteinfurt wurde zunächst nur gestreift, musste noch kurz einen Abstecher in eins der Industriegebiete fahren, um einem ehemaligen Kollegen zu besuchen der mittlerweile dort knechtet. Kurzer Austausch, irgendwo zwischen 20-30 Minuten mögen’s gewesen sein, und dann ging es wieder ab in Richtung Drensteinfurt Zentrum.

Auf dem Weg ins Zentrum galt es noch das eine oder andere Hindernis zu umschiffen, aber das Eishaus war bereits in greifbarer Nähe. Nur war ich leider ein wenig früher da als gedacht, und so musste ich noch schlappe 40 Minuten tot schlagen bevor sich die Pforten zur Herrencreme öffneten. Kurzer Abstecher zum Schloss war angesagt, wo es einen kurzen Plausch mit dem dort ansässigen Adel gab, dessen Hund mein Bein rammelte.  Pünktlich wurde das Eishaus gestürmt, es gab eine Waffel mit reichlich Kugeln (war ja auch fleissig bis dahin). Im Einzelnen waren es Herrencreme, Haferflocken, Laubfrosch (Waldmeister), Kinderschokolade und Yoghurette. Eis aufgeschlabbert, und weiter ging es nach Walstedde. Das Wetter hielt sich bombastisch, und ich hatte jetzt den Wind im Rücken und musste nicht mehr gegen den Wind rödeln.

Alles lief bombastisch auf dem Rückweg, Walstedde wurde im Sturm genommen und Ameke war ebenfalls im Nu durchquert. Irgendwie wurde die Fahrt dann auf einen Schlag sehr unrund. Hinterrad startet sich ein wenig schwammig anzufühlen, und ein kurzer Stop zwecks Druckprüfung mit Fingern bestätigte was ich befürchtet habe. Musste mir in Ameke irgendwas eingefangen haben, jedenfalls war aus dem Schlauch hinten mal die Luft raus. Rechts ran, den Bock auf den Kopf gewuppt und erstmal hingesetzt und geflucht. Zweite 100km Hausrunde über Drensteinfurt und direkt den zweiten Plattfuß eingefangen. Läuft…Scheisse! Schlauch raus, Reifen abgetastet, Anti-Plattband abgetastet, nix gefunden. Den alten Schlauch hab ich wieder fein säuberlich eingepackt, der wird heute nochmal gründlich inspiziert. 

Die restlichen 40 Kilometer bis zur Couch waren dann aber weitestgehend stressfrei. Hinterrad rollte gut, und der Treffpunkt meiner Hausrunde mit dem Seseke-Weg war zügig erreicht dank schicker Abfahrten und wenig Betrieb auf den Wegen und Straßen. Der Seseke-Weg selbst allerdings war doch recht prächtig gefüllt mit Lebewesen aller Art, vierbeiniger, zweibeiniger und zweirädriger Natur inklusive. Trotzdem war ein zügiges Vorwärtskommen dank des Überholgens möglich und der eine oder andere Strampelnde mag sich gefragt haben, was da zum Teufel gerade an ihm vorbei geknüppelt ist. Nach 110km war die “100km” Hausrunde dann abgehakt und ich mit der Routenänderung auf den Seseke-Weg hochzufrieden.

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