Hausrunde 02.07.17

HabschnedGuten, zum heutigen Ausritt ist nicht viel zu sagen…eigentlich. Nach der Regenfahrt mit erfrischendem Sprühregen am gestrigen Tag war ich heute guter Dinge, da die Wettervorhersage für heute vormittag eigentlich….aber auch nur eigentlich…zumindest trockenes Kackwetter angesagt hat. Also das zweite Bike herbei gepfiffen, mich kurz an die Bremsproblematik hinten und der eher mageren Bremsleistung vorne erinnert, und ab dafür.

Überwiegend Westwind, und ich hatte keine Lust wieder gegen die Böen anzustrampeln. Was machste da? Richtig, du ziehst das rosa Kleid an und fährst mädchenhaft die Runde in Richtung Wind, zumindest den größten Teil. Also ab durch Kurl und Lanstrop auf den Seseke-Weg. Gab jede Menge Grün zu bewundern auf dem ersten Abschnitt, nur der gräuliche Himmel passte irgendwie nicht so ins Idyll.

Alles wuchs, nur meine Motivation irgendwie nicht. Andauernd nach entgegenkommenden Verkehr schielen und die damit verbundenen komplexen mathematischen Berechnungen zwecks verlängertem Bremsweg und möglichen Bremspunkten bei Straßenüberquerungen machten Höchstgeschwindigkeiten jenseits der 23-25km/h zu ner kniffligen Sache. Ging aber weitestgehend alles gut, weder Hund noch Herrchen noch Radler waren in Gefahr hehe. Was so auf dem Weg wachsen konnte…wuchs munter vor sich hin. Ich könnte schwören ich hab da ne Entenfamilie mit Macheten unter den Flügeln gesehen, die sich ihren Weg auf der Seseke frei kloppten.

Kurz vorm Abzweig nach Kaiserau kam mir ein Gedanke…sowas geht meist nicht gut aus. In diesem speziellen Falle aber wollte ich mal eine “Sehenswürdigkeit” am Seseke-Weg mitnehmen, an der ich bei den gefühlten drölfzig Millionen Beradelungen immer konsequent dran vorbei gesägt bin (da eben nicht direkt auf dem Weg, ein kleiner Schlenker ist da notwendig. Gerüchten zufolge soll es eine “Pixel Röhre” geben, von der ich auch schon suspekte Bilder auf noch suspekteren Webseiten finden konnte. Bis dato hab ich nie wirklich nen Abzweig dahin direkt auf dem Weg gefunden…warum also nicht heute mal im feinsten Sprühregen (schickes Sommerwetter in unseren Breitengeraden halt) auf die Pirsch nach der ominösen Röhre gehen?

Also in Richtung Kaiserau und gleich wieder in Schräglage links. Laut Karte sollte ein Modellflugplatz in Sicht kommen…kam er auch. Samt verzweifelter Bruchpiloten die hektisch ihre Fluggeräte gegen den Wind stemmten. Für den einen Helikopter tat’s mir leid hehe. Der wurde von ner Böe sprichwörtlich verweht, und landete in einem Zustand auf den Boden, den man bestenfalls als 370-teiliges Puzzle beschreiben kann. Mit lachendem und weinendem Auge weiter den Weg runter und siehe da….die Röhre

Stellt sich die Frage, wie man ein so grandioses Kunstwerk wie diese Pixelröhre bloss mitten ins Nirgendwo stellen. “Weit ab vom Schuss” ist noch ne starke Untertreibung, da hätte es sicherlich prominentere Plätze entlang des Seseke-Wegs gegeben. Das “grandiose Kunstwerk” nehm ich übrigens wieder zurück, ich meinte natürlich schnöde Betonröhre mit Edelstahlhaut. Hier mal eine kleine Beschreibung der Nummer:

[testimonial author=”kunstgebiet.ruhr” class=”yourcustomclass” designation=”” ]Die Künstler Wolfgang Winter und Berthold Hörbelt, die unter dem Namen Winter/Hörbelt seit 1992 Installationen und Skulpturen im öffentlichen Raum realisieren, haben mit ihrer „Pixelröhre“, die 2010 im Rahmen des Kunstprojektes „Über Wasser gehen“ am Ufer der Seseke aufgestellt wurde, eine ortsspezifische Plastik geschaffen, die zur Partizipation des Betrachters aufruft, der die Plastik begehen und erkunden kann und durch die Spiegelung selbst Teil des Kunstwerkes wird.[/testimonial]

Alter Falter…was ein schnörkeliger Mist. Was soll ich in der Plastik begehen? Soll ich da wie nen Hamster im Laufrad rotieren oder direkt mit dem Rad Loopings fahren? Was auch immer die beiden sich dabei gedacht haben, es waren wohl diverse Flaschen Rotwein involviert. Mal abgesehen davon, dass das Ufer der Seseke doch ne gefühlte halbe Flugstunde entfernt ist, war da nicht wirklich viel mit partizipieren. Du stehst davor, oder dadrin und die ganze Nummer sieht aus wie ein Screenshot aus “Minecraft”. Naja, wie dem auch sei…damit ist die letzte “Sehenswürdigkeit” an der Seseke auch abgearbeitet und ich kann nachts wieder ruhig schlafen…..Partizipation mein Arsch…

Die übrigen Kilometer bis ins Trockene wurden durch gelegentlich auftretenden, flüssigen Sonnenschein in feiner Tropfenform zu einem Spaßbad. Echt jetzt, ich hasse Sprühregen ja eigentlich wie Mist und bin eher Freund der Regentropfen in Tennisballgröße, aber heute passte das irgendwie und war gar nicht so schlimm…ganz ehrlich. Gesamtkilometer der Hausrunde waren keine Fuffzich, hatte zugunsten eines wärmenden Kaffess bei meiner Lieblingsbäckering ein wenig gemogelt und abgekürzt…der tat richtig gut hehe. Und erm…das C3RS wird wohl auch ne neue Bremsanlage bekommen….was geht mir die hintere auf den Sack und die vordere ist auch nicht wirklich prall. Muss mal sehen woran es vorne liegt, dass die Bremsleistung spürbar nachgelassen hat. 

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