Frustfahren

HabschnedAus Lauter Frust über die jetzt anstehenden Reparaturen an meinem Copperhead für den Alltag und der verbundenen Einschränkung was das Fressen von Kilometern bis zur Instandsetzung angeht, wurde heute kurzerhand das zweite Copperhead aus der Garage geholt und bewegt. Insgesamt hat Copperhead #2 so runde 300 Kilometer auf dem Buckel gehabt, das hat sich heute geändert. Insgesamt kamen heute runde 100 Kilometer auf den Tacho, runde 80 davon hab ich extrem genossen und die übrigen 20 Kilometer verteilen sich auf reichlich holprige Wege oder noch leicht schlammige Untergründe. Wie dem auch sei, die Runde musste sein, schon allein weil ich mir die Schlappe mit dem Nichterreichen der mindestens 850 Kilometer nicht zwei Monate in Folge leisten wollte. Also wurde das Ersatzrad, das eigentlich nur auf den Mehrtagestouren gefahren werden sollte, ausgegraben und kurz einer Sicht- und Funktionsprüfung unterzogen und dann ging die Luzi auch ab…

Das Wetter

KaiserwetterDas Wetter war sensationell heute. Die Woche selbst war arg durchwachsen, Schnee hier und Regen dort mit gelegentlichem blauen Himmel. Für heute hatten die Kachelmann-Fraktion blendendes Wetter angesagt, und bei Gott…sie hatten recht. Sensationell blauer Himmel, keine Wolken und kaum Wind. Auch dieses helle, gelbe Ding war den lieben langen Tag zu sehen. Quasi ein Tag, an dem man aufs Fahrrad steigen und ein paar Kilometer fahren muss, oder etwa nicht?

Die Strecke

Die Strecke ist eine alte Bekannte, die ich mir so langsam als 100 Kilometer Referenzrunde auf die Brust heften kann. Bei schönem Wetter hervorragend zu fahren, besonders die Abschnitte Seseke und Dortmund-Ems Kanal gefallen mir großartig (von diesem schottrigen Untergrund mal abgesehen). Der letzte Part durch die Dortmunder Innenstadt in Richtung Rombergpark ist nicht gaaaaanz so großartig und bedarf einer Änderung. Eventuell verlege ich die Route nach Westen, an der Innenstadt vorbei in Richtung Persebeck und dann über Schwerte wieder zurück. Da kämen dann nochmal “ordentlich” Kilometer druff.

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Routenplanung ist aber eine andere Disziplin, also geht es weiter mit dem Wort zum Samstag. Die ersten Kilometer liefen flüssig, kaum wirklicher Verkehr auf den Straßen. Mit Erreichen des Allenweges (oder wie der aufgeschüttete Bahndamm am Tierheim Unna auch immer heissen mag) kehrte dann auch Ruhe ein und ich konnte, da es noch relativ früh war, größtenteils ungestört Schlangenlinien über die komplette Breite des Weges fahren bis zum Start des Seseke-Weges. Den Weg ging es dann auch weiter bis zum Seepark in Lünen. Die Stunden schlichen ins Land und so langsam tauchten die ersten Stockschwinger und freilaufende Hunde auf den Wegen auf. Also wurde das Tempo gedrosselt.

Was mich im Nachhinein ein wenig ärgert ist, das ich am Seepark in Lünen nicht die Route am Kanal entlang genommen habe, sondern über Gahmen, Brechten und Brambauer in Richtung Waltrop gegurkt bin. Gut, im Nachhinein ist man schlauer, das nächste Mal geht es dann aber direkt am Kanal entlang. Dürfte auch schöner zu fahren sein als das Gerödel über die Straßen. Aber es ist wie es ist, schön war der Weg in Richtung Henrichenburg trotzdem hehe.

Am Schiffshebewerk gab es dann eine ca. 30-minütige Pause, zwei Müsliriegel und ein paar große Schlucke aus der Trinkflasche inklusive dem standesmäßig dazugehörigem Bäuerchen das sich die Grashalme flach machen. Nach der Rast ist vor der Rast, die nächste Pause stand am Rombergpark auf dem Programm. Also ging es flott wieder in den Sattel um die Verfolgung des Dortmund-Ems-Kanals aufzunehmen. Der Rückweg war von “leichtem” Gegenwind geprägt, aber das kennt der geneigte Radfahrer ja (und mit geneigt meine ich keineswegs eine aerodynamische Haltung auf dem Sattel). Der Wind kommt immer von vorn hehe.

Die Rückfahrt stand im Zeichen des “gemütlichen” Radelns, es wurde also auf den Schotterwegen am Kanal keineswegs Geschwindigkeit gebolzt sondern schön gemächlich mit einem Schnitt von 15 km/h oder so die Strecke in würdigem Schritt absolviert bis zur nächsten Rast am Rombergpark. Auf dem Weg muss ich irgendwie in ein Xtra Long Chili Cheese gefahren sein, der mir plötzlich im Hals steckte. Verrückte Welt, da radelt man an Burger King vorbei und….nichtsahnend kaut man plötzlich auf nem Burger. Verdammte Filmrisse immer hehe. Aber was soll’s, Energie habe ich genug verbrannt heute.

Pappsatt am Rombergpark angekommen hab ich mich gewundert wie konsequent manch Radler den Hinweis, das Räder im Park nicht gefahren werden dürfen, ignorieren kann. Ich stand am Eingang, machte meine 15-minütige Pause und verlor irgendwann den Faden beim Zählen der Radler die fröhlich pfeifend auf das Schild pfiffen. Egal, zurück ging es dann durch Phoenix-West und vor der Haustür waren die 100 Kilometer dann auch abgearbeitet und ich zufrieden wieder daheim.

Das Fazit

Das zweite Copperhead hat nun 100 Kilometer mehr auf dem Buckel, ich selbst hab meinen Gram über die Instandsetzungskosten für das Alltagsrad weitestgehend überwunden und bin nach den 100 Kilometern kein bisschen ausgepowert. Was mir allerdings auffällt ist, das ich bei der Wahl der Radlerhose nochmal nach einer mit einer etwas besseren Polsterung schauen sollte. Trotz “maßgeschneidertem” Sattel und Polstern in der Buchse merkt man die 100 Kilometer dann doch in den Arschbacken. So ab Kilometer 80 ging es dann auch langsam los mit der Rumrutscherei auf dem Sattel.

Ansonsten war das ein genialer Tag auf dem Rad, viel mehr konnte ich heute nicht wirklich verlangen. 100 Kilometer runtergerissen, Spaß am Fahren gehabt, das Wetter passte auch und seit Monaten mal wieder nen Burger geschluckt. Obendrauf kommt, als i-Tüpfelchen quasi, das ich dank des Trips morgen die 850 Kilometer wohl locker sprengen werde. Das Zweitrad muss morgen nochmal herhalten, bevor ich ab Montag den Rest der Woche mit der defekten Nabe am Erstrad zur Arbeit eiere und es Freitag zur Reparatur geben werde.

 

2 Comments

  1. “… dazugehörigem Bäuerchen das sich die Grashalme flach machen” Alder! *lachsichkrumm*

    Moin Pinguin, sag mal so zu Deiner Überlegung nicht durch DO-Zentrum zu fahren, wiso in Herrgottes Namen fährst Du nicht ab etwa Höhe DO-Mengede auf den Emscherradweg?
    Ich muß da mal suchen, irgendwo in den Tiefen meiner Routen sind wi auch schon mal eine brauchbare Verbindung gefahren.

    Und im Rombergpark steht ein Schild das besagt man dürfe dort nicht radeln? Das sind doch ganz normale Straße und unten führen offizielle & ausgeschilderte Radrouten entlang???

    • Mahlzeit Anhänger des morgendlichen schwarzen Heißgetränkes,
      was die Rückführung der 100 Kilometer Runde angeht hab ich ja gesagt das ich erwäge die Strecke etwas westlicher zu legen um das Dortmunder Zentrum zu meiden. Mir schwebte da ab Deusen dann ein Schwenk in Richtung Barop in die Denkzwiebel und von Barop aus den Dortmunder Süden entlang und über Holzwickede am Airport vorbei wieder in Richtunge Asseln/Wickede. Ich werde die Tour bei etwas moderateren Temperaturen nochmal ruhig angehen und ab Deusen dann mal schauen.

      Was das Radeln IM Rombergpark angeht guggst du -> https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/b/b7/IMG_7914-Rombergpark.JPG

      Um den Park rum ist normales Straßennetz, die Parkanlage selbst verpönt das Fortbewegen auf dem Rad jedoch, und gelegentlich rennen da auch, wie am Phönixsee, so lustige Kerlchen mit Westen und Mützen vom Ordnungsdienst rum und picken mal wen vom Sattel hehe :)

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