Feuer unterm Arsch…oder eher am…

HabschnedDonnerstag, es geht weiter aufwärts. Nachdem gestern bereits wieder Gefühl in die linke Arschbacke kam, spüre ich heute ein leichtes Kribbeln in der rechten Hälfte. Scheint also nicht alles für’n Arsch gewesen zu sein. Nachdem sich Montag abend das geschundene Gesäß anfühlte wie nach erfolgreicher Verarbeitung eines höllenscharfen Chilis, ist es jetzt an der Zeit aus der zehnstündigen Sitzprobe die passenden Lehren zu ziehen. Mit fortschreitender Dauer der 239km Windkanalteststrecke am Montag wurde das Sitzbefinden auf dem Gefährt doch eher feurig heiss und der Allerwerteste wurde gern mal für ein paar Sekunden aus dem Sattel gehoben. Und hier das Fazit:

Die Distanz

Geschlottert haben mir die Knie vor der Distanz auf jeden Fall. 200km+ hab ich bis dato noch ned aus den Ärmeln geschüttelt. Längste Tagesetappe vor der Fietselfstedentocht waren schlappe 156km bei der Channel Challenge 2016. Nach den 156km war ich aber noch recht gut beisammen, und der Arsch tat auch noch ned wirklich so weh…ging alles ganz gut. Jetzt, wo sich die Nummer ein paar Tage gesetzt hat, machen mir die 200km eigentlich keine großen Sorgen mehr. Wenn ich mir den “Erschöpfungsgrad” so in Erinnerung rufe (abends, im B&B) dann war im Großen und Ganzen noch alles im grünen Bereich. Also nicht tiefgrün, aber von den Beinen her wären noch ein paar Kilometer mehr machbar gewesen. Das ist die gute Nachricht..

Der Arsch

Der Knackpunkt war der Arsch. Könnte wetten der sah Montag abend aus wie ein Pavian von hinten. Und da muss ich ansetzen und mal schauen wie solche Distanzen schonenender für’s Sitzfleisch gestaltet werden können. Optionen gibt’s ned viele, im Wesentlichen reduziert sich das auf andere Radhose(n) und den Sattel. Aus mehreren Richtungen (unter anderem holländische Radler, mit denen ich Montag bei ner Pizza noch ein paar Worte gewechselt habe) erschallt die Meinung, dass ein Sattel der Marke “Brett brutal” vorzuziehen sei. Mit “Brett brutal” meine ich nen knallharten Carbonsattel, bei dem aber auch gar nix federt, rutscht oder gepolstert ist. Könnte im Prinzip auch auf nem Kantholz durch die Gegend eiern, hätte einen ähnlichen Komfort.

Muss mir da mal die Tage ein paar Seiten durchlesen was Sättel und Hosen angeht. Vielleicht findet sich ja was bis zur nächsten 200+ Tour die nicht lange auf sich warten lassen wird. Der Ruhrtalradweg steht ja an, und im August geht’s rauf an die Nordsee. Da könnte man schöne lange Etappen knüppeln….idealerweise ohne Pavianarsch am Abend.

Das Rad

Ja, das Rad. Ich sag mal jeder der behauptet 200km mit’m MTB sind kein Spaß…hat nur teilweise recht. Sicherlich geht’s auf nem Roadbike angenehmer und durchaus zügiger wie ich vielfach feststellen musste. Aber mit Geduld und Spucke kann man auch die 200km auf nem MTB bequem wuppen ohne das man bei der 200km Marke tot rechts vom Rad kippt. Ich kann da jetzt nur müde drüber lächeln wenn ich sowas lese. Und ich fahr keine Rennen auf solchen Touren, also ist es mir scheissegal ob ein Rennradler für dieselbe Strecke 3 Stunden weniger braucht wenn er durchknüppelt. Ich fahr mein Tempo, guck in die Luft und in die Gegend und fertig.

Nichtsdestotrotz wird jetzt über kurz oder lang ein Renner im Fuhrpark Einzug halten, und zwar ein reinrassiger. Kein Transvestit wie CX/Gravel, kommt mir nicht in die Garage. Auf keinen Fall. Auf die großzügigen Befestigungsmöglichkeiten für Gepäckträger, Packtaschen und den ganzen Mumpitz scheiss ich einen großen Haufen. Wozu hat der liebe Gott denn Rucksäcke erfunden? Ich komm damit hervorragend klar, ob kriechend aufm Boden oder sitzend aufm Rad…ist mir wurscht.

 

 

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