Fahrrad in Belfast!!!

Die Anreise

Leck mich fett, war das ein Trip. Letzten Donnerstag ging es ja endlich mit dem Flieger zurueck nach Deutschland um das erste der Raeder auf die Insel zu holen. Waehrend die Anreise nach Unna noch recht gemuetlich verlief, waren die folgenden zwei Tage aber von jeder Menge Plackerei und Gehampel gezeichnet. Anreise…voellig unkompliziert. Frueh morgens fuer 6:50 per App nen Taxi bestellt, das puenktlich da war. Rucksack und Fahrradtasche in das Gefaehrt gewuppt und von der Haustuer zum Europa Bus Center in Belfast gegurkt. Auch der AirCoach war puenktlich, so dass ich um 7:30 ganz enstpannt im Bus zum Flughafen in Dublin sass. Alles gut, auch der Flug war voellig stressfrei, wenn man von dem ehrgeizigen Piloten mal absieht.

In Dublin wurde mit knapp 20 Minuten Verspaetung gestartet, in Koeln waren die 20 Minuten auf ganze zwei Minuten geschrumpft. Der Pilot muss die Schubhebel wohl mit Klebeband fixiert haben, die Landung war eine der haertesten die ich je erlebt habe. Ruckte ganz ordentlich, und es gab den einen oder anderen um mich herum, der die Landung wohl auch eher als hart empfand und kurzerhand die Gesichtsfarbe von rosa auf kalk-weiss aenderte. Die anschliessende Busfahrt von Koeln nach Dortmund verlief ereignislos, alles wie geplant und am Schnuerchen.

Der Freitag

Am Freitag stand die Verpackerei an. Alles an restlichem Werkzeug und Ersatzteilen in die Ruckesaecke verteilt und mit vollem Schwung das erste Bike in den Montagestaender gekloeppelt. Volles Programm, Umwerfer hinten abgebaut und mit Klebeband an der Innenseite der Kettenstrebe montiert. Laufraeder vorne und hinten raus, Luft aus den Reifen gelassen und ab in die Radtaschen. Gut, am Hinterrad haette ich noch die Kassette abnehmen koennen, dann waere auch der Reissverschluss ganz zugegangen. Da die Taschen aber eh in der eigentlichen Fahrradtasche landen war mir das die Muehe nicht wert und ich habe den Reissverschluss nur zur Haelfte zugemacht. Zu der Tasche…da schreibe ich wohl noch ein paar separate Zeilen die Tage…bin da hin und her gerissen von dem Teil. Separates Thema, also zurueck zum Freitag.

Kaum waren die Laufraeder verstaut, flogen schon die Schraubenschluessel durch die Garage. Pedale raus, Lenker aus der Halterung und am Rahmen befestigt, Sattel samt Stange ebenfalls formschoen und gepolstert am Rahmen befestigt. Danach mit ner Rolle Luftpolsterfolie wie Rumpelstilzchen um das Rad getanzt und gepolstert wo es nur ging. Am Ende stand eine wunderschoene Mumie vor mir, die unmittelbar in der Fahrradtasche verschwand. Rechts und Links jeweils eine der Radtaschen plaziert als zusaetliche Polsterung, Pedale mit in die Fahrradtasche geworfen und das ganze Monstrum mit einem Vorhaengeschloss am Reissverschluss gesichert.

Die Raeder, die ich spaeter noch hole, wurden der gleichen Prozedur unterzogen. In der Garage stehen jetzt also noch zwei Mumien, die darauf warten dass ich mit zwei Taschen ankomme um sie abzuholen. Einige Nebensaechlichkeiten wie der Helm oder der alte Montagestaender wanderten ins Nirvana, die kommen ned mit und wurden direkt vor Ort entsorgt. Immerhin brauche ich dann beim naechsten Flug nur mit offenen Taschen in die Garage stolpern, alles reinraeumen und gleich wieder umkehren in Richtung Insel. Zwischen der ganzen Roedelei wurde am Freitag auch noch eingekauft was geht, weil einiges in Deutschland doch guenstiger ist als auf der Insel. Dementsprechend fertig war ich Freitag abend auch, und schon gegen 22:30 gingen die Lichter aus hehe.

Der Samstag

Der Samstag ging entspannt los. Flieger von Koeln nach Dublin hob ja erst um 16:35 ab. Also morgens halbwegs ausgeschlafen, nochmal kurz die Polsterung am Rad kontrolliert, danach ein paar kleine Hamsterkaeufe und selbige im Rucksack verstaut. Fruehstueck, Kaffee und dann die Taschen in den Wagen eines Freundes gehievt, der so nett war und mich zum Bahnhof Dortmund-Kurl kutschierte. Dort die Taschen wieder aus dem Astra gewuppt und mich ueber einen fehlenden Aufzug geaergert. Waere schoen gewesen, wenn ich die Taschen ned haette die Treppen runter und rauf schleppen muessen. Aber gut, manchmal hat man halt Pech. Am Bahnsteig noch kurz geraucht und dann den Regionalexpress in Richtung Dortmund Hauptbahnhof bestiegen. Am Hauptbahnhof…mit der Fahrradtasche im Anschlag die Rolltreppe runter, einen weiteren Kaffee gekippt und die Rolltreppe wieder hoch. Oben angekommen wurde realisiert, dass ich die falsche Rolltreppe genommen habe….ich stand auf Gleis 10 und blickte wehmuetig auf den naechsten Bahnsteig…Gleis 11. Da haette ich eigentlich hin muessen. Also Rolltreppe runter und richtige Rolltreppe wieder rauf.

War noch Zeit satt bis zur Abfahrt, also noch nen Kaffee gekippt und fein in der Sonne gesessen. Gegen 11:42 (der Zug hatte, wie ueblich bei der Deutschen Bahn, Verspaetung) dann in den IC nach Koeln gerobbt und ueber Hagen und Wuppertal nach Koeln gegeigt. In Koeln dann endlich eine positive Ueberraschung, ein Aufzug in greifbarer Naehe. Also dekadent per Fahrstuhl hinab und wieder hinauf gefahren, diesmal sogar am richtigen Gleis angekommen und, dank der Verspaetung des Zuges aus Dortmund, im Laufschritt mit Zeug unterm Arm in Richtung Regional-Express zum Flughafen Koeln-Bonn gerannt. Den Zug noch so gerade eben bekommen, und ne knappe Viertelstunde spaeter lief ich dann am Flughafen ein. Wieder war mir das Glueck hold…direkt vor meiner Nase stand eine Karre, auf der direkt alle meine Taschen geparkt wurden. Endlich diese sperrige Kacke los, und ich durfte bequem durch die Flughafen-Terminals schweben.

War reichlich frueh da, hatte noch ne ganze Stunde Zeit bis zum Check-In. Also…mehr Kaffee und ein kleines Kaese-Schinken Broetchen fuer teuer Geld erworben und mich die Stunde in die Sonne gesetzt. Wetter war grandios, Wettervorhersage fuer Dublin und Belfast hingegen nicht. Gegen 14:30 dann samt Waegelchen zum Check-In gehampelt, den bis 700g unterm Limit gefuellten Rucksack aufs Gepaeckband geworfen, Aufkleber auf die Fahrradtasche gepappt und zum Sperrgepaeck. Fahrrad mit mulmigem Gefuehl aufgegeben und langsam in Richtung Security und Passkontrolle geschlichen. Waren ja noch knapp 2 Stunden Zeit bis zum Abflug. Passkontrolle hinter mir gelassen, direkt ab zur ueberteuerten Schenke mit dem heissen, schwarzen Gesoeff und wehmuetig aufs Rollfeld geschaut. Irgendwann tauchten dann dort die Anhaenger mit den Gepaeckstuecken auf, und meine Fahrradtasche hatte nen ganzen Anhaenger fuer sich allein. Das einzige Stueck Sperrgepaeck auf dem Flug, Glueck muss der Mensch haben hehe.

Waherend des Boardings konnte ich dann verfolgen wie die Mitarbeiter auf dem Rollfeld die Gepaeckstuecke ins Flugzeug wuppten. Respekt, da wurde nichts geworfen oder so…alles fein saeuberlich auf das Band gelegt, inklusive meines Rades. Entsprechend beruhigt bin ich dann auf meinen Sitz gehampelt, hab die Sicherheitsbelehrungen ueber mich ergehen lassen und den knapp zweistuendigen Flug nach Dublin genossen. Am Flughahfen in Dublin dann die Ueberraschung. Die Fahrradtasche kam am normalen Gepaeckband an, musste also ned extra zum Sperrgepaeck roedeln, sondern konnte Rucksack und Fahrradtasche in einem Rutsch in Empfang nehmen. Wartezeit bis zur Ankunft des Aircoach nach Belfast war eine gute Stunde, die mit mehr Kaffee, einer zweifelhaften Teigware mit Wurstfuellung und ein paar Regenschauern in der Raucherzone verbracht wurde. Preislich moechte ich mich zu dem Kaffee und dem Wurstdingen jetzt nicht aeussern, Flughafen halt hehehe.

Nach weiteren, knappen zwei Stunden im Aircoach betraten dann die Fuesse wieder den Asphalt von Belfast. Bessere Haelfte wartete mit Taxi bereits am Europa Bus Center und binnen weniger Minuten standen wir dann vor der heimischen Tuer und schleppten die Brocken vom Taxi ins Haus. Viel mehr ist Samstag nicht passiert, das Rad stand eingepackt im Wohnzimmer und hat dort uebernachtet. War gegen 21:30 als wir zuhause ankamen, da hatte ich nach dem langen Tag auch nicht mehr die groesste Lust mich an den Zusammenbau des Rades zu machen.

Der Sonntag

Der Sonntag ging mal sowas von entspannt los. Ausschlafen und noch ein wenig mehr schlafen um mich von der Hampelei des Vortages zu erholen. Gemuetlich fruehstuecken, mit dem im Wohnzimmer stehenden Rad im Auge. Kaum war das Fruehstueck verdrueckt ging es auch schon zum Rucksack in dem das gesamte Werkzeug verstaut war. Werkzeugkoffer raus, Rad und Laufraeder aus der Tasche befreit und meterweise Luftpolsterfolie vom Rahmen geschaelt. Erste Inspektion des Rades ergab keine auffaeligen Beschaedigungen. Alles war noch da, wo ich es festgeklebt habe. Montage im Wohnzimmer ging insgesamt recht flott vonstatten, nur ein Montagestaender waere schoen gewesen hehe. Aber gut, Umwerfer wieder dran geschraubt, Lenker montiert und ausgerichtet und dann…geflucht wie ein Rohrspatz. Hatte in meiner Weisheit doch gesagt “Zum Aufpumpen der Raeder daheim reicht dir die Mini-Pumpe, lass die Standpumpe von Decathlon zurueck”. Koennte mich jetzt noch dafuer ohrfeigen hehehe. Aber da machst du nix, also die Laufraeder muehevoll mit der Mini-Pumpe auf Druck gebracht, montiert und Funktionstests der Schaltung erledigt…jetzt steht der Bock voll montiert in unserem langen Flur und wartet auf seine Jungfernfahrt. Welche vermutlich am Wochenende erfolgt.

So als Fazit….Leck mich am Arsch, ist das geil endlich das erste Bike hier zu haben!!!

2 Comments

  1. Ja denn ma´los Jung und viel Spässekes beim ersten Roll-Out. Standpumpe wird es ja wohl auch vor Ort geben und falls da mal ein Montageständer über ist… . Ne´Flache Wiskas hätte ich noch über – bestimmt.

    • Erster Roll-Out wird wohl am Wochenende stattfinden. Frau Pinguin nimmt sich dann eins der Mietraeder, und wir gondeln ins Zentrum um uns in diversen Fahrradlaeden mal ein paar Gebrauchte fuer sie anzusehen.

      Naechste Woche habe ich Donnerstag und Freitag frei, da geht es dann etwas weiter raus aufs Land waehrend Madame schuften muss heheh

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