Erste Hilfe Koffer fürs Rad

HabschnedDas Jahr ist so gut wie rum. Zeit für einen kleinen Blick auf die Sachen, die sich auf längeren Touren so in meinem Rucksack tümmeln und notwendige Upgrades/Refills. Man möchte ja nicht mitten im Nirgendwo plötzlich mit nem Platten verenden und weder Schläuche noch Flickzeug dabei haben. Und mit “mitten im Nirgendwo” mein ich den Arsch der Welt. Auf kleinen Runden durch die Zivilisation ist’s eigentlich ned ganz so tragisch. Meist bietet sich da ja als Notfall ein Anschluss an den ÖPNV jeglicher Art…obwohl zugesaut mit Modder bis obenhin im Bus oder im Zug auch ned das Gelbe vom Ei ist hehehe. 

Gerade bei meinen Touren nach Holland, oder auch an der Nordsee, gab es Fleckchen da wurde vermutlich weder Strom noch Feuer erfunden. Und Bevölkerung oder Radhändler waren meilenweit nicht zu sehen. Auch 2018 stehen wieder einige Fahrten in solche “Umgebungen” an, also mal die Denkzwiebel zerbrechen was man noch alles mitnehmen könnte ohne dass ein Bollerwagen ans Fahrrad gehangen werden muss.

Erstes Ausschütten des Rucksacks brachte folgende Gegenstände ans Tageslicht:

Zwei Schläuche Schwalbe SV21F, des ruhigen Schlafens wegen. Warum zwei? Ist ein Aberglaube, oder ne Macke. Kann man sehen wie man will. Aber ich hoffe aufs Beste und plane fürs Schlimmste. Also hab ich mal, da hier und da doch mal Strecken abseits jeglichen Lebens gefahren werden, zwei Schläuche in den Sack gestopft. Manch einer kommt ohne Schlauch aus, andere haben zwei und wieder andere haben sogar noch nen Faltreifen im Sack (selber gesehen). Gebraucht hab ich beide Ersatzschläuche auf den Touren noch nie, also toi toi toi


Multitool Sigma PT16. Gekauf vor gut 1.5 Jahren als eierlegende Wollmilchsau. Eigentlich alles dran was ich bisher unterwegs mal gebraucht habe (Innensechskant und die Reifenheber insbesondere…öfters…als mir lieb war). Als Bonus ist noch ein Kettennieter dran, mit dem dann auch unterwegs eine gerissene Kette geflickt werden kann (sofern man die passenden Nietstifte dabei hat selbstredend). Die Ringschlüssel und den Speichenspanner an dem Tool…denen wird wohl die Jungfräulichkeit bleiben. Noch nie gebraucht, und werd ich wohl auch nicht.


Reifenheber. Drei an der Zahl aus trivialem Kunststoff. Kein Metallkern, einfach nur Kunststoff. Bis dato taten die Jungs aber was sie sollten und kein Reifen konnte sich davor wehren von der Felge gehebelt zu werden. Die lagen mal irgendwo in nem Radladen an der Kasse rum und für knapp 3€ oder irgendwas in der Ecke…dachte ich mir du machst da nix falsch. Die beiden Reifenheber vom Multitool sind durchaus auch brauchbar..aber ich hab da nen Hang zu einer gewissen Redundanz (siehe Schläuche hehe).


Lustpumpe. Für den möglichen Fall dass ein Reifen mal die Lust verliert und einen auf schlapp macht kann ich mittlerweile aus einem ganzen Arsenal an Pumpen wählen. Die haben sich, ähnlich wie Kugelschreiber, im Laufe der Zeit einfach so angesammelt. Aktuell im Rucksack steckt die BBB Dual-Pressure BMP-39 mit schmuckem, halbwegs genauem Manometer und einem Umschalter dass ich das Biest auch als Pumpe für die Gabel nutzen kann ohne dass der Bizeps reisst.  Kam glaub ich um die 40€ und ist die Pumpe auf der ich “hängen” geblieben bin. 


Flickzeugs. Die guten alten Reifenflicken für den extrem unwahrscheinlichen Notfall dass beide Ersatzschläuche gebraucht wurden und mich ein dritter ereilt (Good things come in threes, oder aller guten Dinge sind drei). Der eine oder andere Schlauch wurde bereits daheim nach einer Plattfuß-Tour geflickt, also nicht ganz unnütz. Unterwegs flicken…hätte ich ned die Muße für. Da kommt ein neuer Schlauch rein und gut ist. Irgendwann hat sich noch ne Schachtel von Parktool eingeschlichen, also genug Flicken am Start


Missing Link / Nietstifte. Ebenfalls mit im Gepäck sind Missing Links und Kettennietstifte jeweils für 10-fach und 11-fach Ketten (je nachdem mit welchem Bike ich gerade unterwegs bin werden die halt im Notfall gebraucht). In den gut 26.000 Kilometern die bis jetzt auf dem Tacho stehen hab ich weder die Kettenschlösser noch die Nietstifte unterwegs gebrauchen müssen, ich hoffe das bleibt auch so. Die Kette wird normalerweise gut gepflegt, regelmäßig frische Schmierungen und Verschleisstests. Da sollte nichts anbrennen, aber man weiss ja nie.


Ende der Ausschüttung. So über den Daumen gepeilt ist eigentlich alles im Sack was ein Liegenbleiben auf irgendeiner Tour vermeiden sollte. Wenn ich jedoch genau drüber nachdenke, könnte man das Equipment noch ein wenig aufstocken. Auf der Wunschliste stehen zum einen Aufschraubadapter von Sclaverand auf Schrader, damit ich einen schlappen Platten auch irgendwo an einer Tanke in kurzer Entfernung nach dem Schlauchtausch auf den gewünschten Druck bringen kann. Geht zwar auch mit der Pumpe im Sack, aber man wird mit steigenden Alter ja fauler hehe. Und warum pumpen wie ein Idiot wenn 500m weiter ne Tanke mit frisch komprimierter Luft nur drauf wartet mir einen Gefallen zu tun?

Die andere Ergänzung fordert Reifenopfer. Ich hab mir im Frühjahr auf dem Weg nach Winterswijk ja einen schicken Schlitz in den Reifen gehobelt, durch den der Schlauch in die Freiheit ausbrechen wollte. Die restlichen Kilometer gingen nur dank des Antiplatt-Bandes als Puffer zwischen den fiesen Kieseln und dem zarten Schlauch gut. Als Lehre daraus kommt jetzt, obwohl neue Reifen gerade montiert, ein ca. 10cm langes Stück eines möglichst profillosen Mantels in den Rucksack. Sollte sich so ein Eiertanz nochmal wiederholen, dann hab ich wenigstens ne solide “Einlage” die ich von innen über den Riss im Mantel legen kann. Muss nur irgendwie einen recht profillosen Reifen auftreiben aus dem ich was raussägen kann. Hier im Umfeld fährt alles MTB, da is nix mit profillos.

Noch was vergessen? Nicht sicher, aber wenn ich jetzt den Adapater und das Stück Schlauch im Gepäck habe dann ist eigentlich gut. Hin und wieder lese ich mal von Radlern die Speichen im Gepäck haben…ob zum Mikado spielen in lauen Sommernächten unter der Birke oder zur Reparatur…ich weiss es nicht. Glaube Speichen könnt ich mir schenken, ich hätte auch gar keinen Plan wie die zu montieren wären. Sollten also mal unterwegs Speichen den Löffel weiterreichen…das würde mich noch aufhalten. Aber ansonsten…findsch mich gut aufgestellt für etwaige Defekt.

Haaaaaalt….eine Sache noch, die ich beim nächsten Kettenwechsel in Betracht ziehen werde als Ergänzung für die Erste Hilfe Ausrüstung im Rucksack. Ein paar Kettenglieder (ich denke so um die 10 sollten genügen) kommen von der alten Kette runter und mit in den Sack. Nietstifte sind ja eh drin, und wenn ich die Kette wieder auf entsprechende Länge klöppeln kann würden auch keine Gänge verloren gehen…mal gleich ne Erinnerung in die Tabelle schreiben dass ich das beim anstehenden Kettenwechsel nicht vergesse.

Sonst irgendwas? Vorschläge?

1 Comment

  1. Ein weiterer Gegenstand hat bereits den Weg in den Rucksack gefunden, zumindest für die dunkle Jahreszeit. Auf Facebook kam in einem Kommentar die Sprache auf Schlauchwechsel im Dunklen und absuchen des Mantels…ohne Licht. Exzellent, da kommt doch gleich ne kleine Maglite mit in den Sack :)

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