Enschede 18 – Zusammenfassung

HabschnedHollandtour Nummer zwei in 2018 abgearbeitet. Die als “gemütlich” gedachte Fahrt nach Enschede hatte auf Hin- und Rückweg so ihre Tücken. Sei es der Wetterbericht der für Samstag einen Eskimo neben den Temperaturen einblendete, oder der Sonntag bei dem alle Stricke..erm..ich meine Speichen…rissen.

Von den ursprünglich fünf Personen die mitfahren wollten, blieben Samstag morgen lediglich zwei übrig. Zu kalt, krank…alles verständliche Gründe um die Zehen lieber unter die warme Decke anstatt in gefrierende Radschuhe zu stecken. Und so gab es beim Start am Bahnhof von Kamen ein freundliches Hallo mit der kränkelnden Mitfahrerin und es ging zügig in den Sattel…bei -5 Grad und Schnee.

Als ich quasi von der Couch raus ins kalte fuhr wurde direkt eine weisse, pappende Pampe auf dem Boden gesichtet welche sich nach kurzem Lecktest nicht als Koks, sondern als Schnee outete. Gut, dann bleiben die Nasenlöcher halt frei und es wurde nach Kamen geschlittert mit dem ersten Eimer heissen Kaffee in der rechten, und dem Lenker in der linken Hand. Nach obigem Treffen direkt Fahrt aufgenommen, das Schneegestöber ebbte rechtzeitig ab und das Wetter zeigte sich von seiner arschigen Seite.

Die ersten 30 Kilometer bis Lüdinghausen waren recht zäh, der Vorgeschmack auf die folgenden 90 Kilometer war alles andere als lecker. Kleiner Auftaustopp im Backwiärk in Lüdinghausen für einen weiteren Topf Kaffee. Und die Tage muss ich nochmal hin um die schwarzen und roten Brötchen zu probieren. Da war mir am Samstag morgen nicht nach, Kaffee reichte. Bei Speis und Trank kam das Thema “kalte Füße” auf und der spontane Plan war einen Fahrradladen in unmittelbarer Nähe zwecks Erwerb wärmender Überschuhe für die frierenden Pinguinfüße zu besuchen.

Großartige Idee, scheiterte jedoch am Fahrradhändler der die Nachfrage nach wärmendem Gut für die Füße leider verneinen musste. Also weiter mit Eisbein..oder Eisfüßen in Richtung Dülmen und dem nächsten Topf gefüllt mit heissem Kaffee. Die Kilometer zogen sich so dahin, hier und da wurde gegen den Wind aus Osten angefahren (der sich aber in überschaubarem Rahmen zeigte und ein weitaus kleineres Hindernis war als ich dachte). Kaffee hier, Kaffee dort und Kilometer um Kilometer kam die Grenze näher.

Mit fortschreitender Reisedauer verwandelte sich der Inhalt der Trinkflasche in Crushed Ice mit Kirschgeschmack, so kurz vor Coesfeld war es dann endgültig vorbei mit dem Getränk in der Flasche und es konnte nur noch gelutscht werden. Was macht man also? Richtig…den nächsten Topf Kaffee in die Figur gekippt. Irgendwann gegen kurz vor 16 Uhr war das Ziel nach 126 Kilometern durch Kälte und Schnee erreicht und dieselben Zimmer wie 2016 wurden bezogen.

Nach einem “We did it!!” Bierchen nach der Ankunft und einer laaaaaangen Dusche bei einer Wassertemperatur. die jedem Hummer die Röte in die Scheren treibt, ging es dann bei immer noch bestenfalls als arschkalt zu bezeichnender Temperatur zum Essen fassen an die Muur (Mauer). Nicht ohne vorher noch ein zweites Bier zu zischen hehe. An der Wand mit den Köstlichkeiten hinter der Klappe kam es zu einem bedauerlichen Zwischenfall, der fast die internationalen Beziehungen zwischen den Niederlanden und mir beeinträchtigt hatte.

Zuerst ne Tüte Fritten mit Erdnussauce konsumiert, danach sollte der obligatorische Pikanto aus der Wand befreit werden. Münzen gezückt, in den Schlitz geworfen und schon den Sabber aus dem Mundwinkel gewischt als das Fiasko seinen Lauf nahm. Zwei Münzen verkeilten sich, der Schlitz blockierte und nichts ging mehr. Der Pikanto hinter der Klappe weinte bitterlich weil es scheinbar nicht möglich war ihn aus seinem Elend zu befreien. Nach kurzer Intervention des Frittenmeisters auf der anderen Seite der Klappe konnte der Pikanto aber doch noch gerettet werden und kam seiner Aufgabe meinen Hunger zu sättigen nach. Die Münzen…stecken möglicherweise heute noch in dem Schlitz.

Eine zweite Fressmauer war in der Nähe, also hingetrabt und mal geschaut was es dort an rettungswertem Essen gab. Zum Entsetzen waren die Klappen weitestgehend leer. Aber auch hier war Hilfe in Sicht. Die nette Dame hinter der Theke liess für die tapferen Radrecken frisches Gut fritieren und servierte es sogar am Tisch. So frisch fritiert…war der nächste Pikanto echt lecker.  Aufgrund nicht steigender Aussentemperatur wurde nach den Pikantos der Besuch eines Pubs als lohnenswert befunden. 

Kaum im Paddy’s angekommen standen auch schon die ersten beiden Humpen auf dem Tisch, die ohne Widerstand die Kehle runter liefen. Bierkarten wurden studiert, Grolsch wurde gewechselt gegen Guiness und ein Kräuterbier von zweifelhafter Brauart.

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