Die Sonne schien ihm auf die Lanze…

Habschnedda stand se. Die derzeitige Hitzewelle hatte mich am Freitag wieder auf eine selten dämliche Idee gebracht. Man könnte Samstag ja nen Eis schlabbern, und wenn man schon in Drensteinfurt ist könnte man vielleicht auch gleich mal der Werse auf dem Werse Radweg bis zum Dortmund-Ems-Kanal folgen.

Nicht lang gefackelt, sondern kurzerhand die GPX Datei des Werse Radwegs besorgt und aufs Navi gejagt. Nach Mitteilung meines Vorhabens auf Facebook hat sich noch ein Mitfahrer eingeklinkt und so ging es Samstag mittag bei brüllendem Sonnenschein nach Hamm zum Treffpunkt. Die Fahrt nach Drensteinfurt wurde quasi im Blindflug erledigt. Gut, man kann sich da auch kaum verfahren hehe.

In Drensteinfurt angekommen wurde direkt der Netto gestürmt, wild vorm Getränkeregal rumgezappelt und diverse Flaschen/Dosen an Flüssigkeit unter die feuchte Achsel geklemmt. Es war dermaßen brüllend heiss um die Mittagszeit…unglaublich. Auf dem Rad während der Fahrt kühlte ein seichter Nordwind doch wehe man musste irgendwo anhalten. Hältst du bei so nem Wetter an nach ein paar Kilometern Trampelei dann öffnen sich wahrhaftig alle Schleusen und dir rennt die Suppe so runter in die Socken. Als finale Erfrischung natürlich…Eis vom Eishaus.

Drensteinfurt verschwand langsam am Horizont, allerlei kleine Ortschaften zogen rechts und links vorbei während wir auf einem hervorragenden Stück Werse Radweg gemächlich entlang glitte. Der Abschnitt hinter Drensteinfurt bis Handorf war bombastisch. Waldstücke mit geschmeidig breitem Weg, alte Mütterchen die ihre Drahtesel eine Rampe hinauf schoben und mit durchdrehenden Reifen rechts überholt wurden und zum größten Teil die Werse immer in Blickweite. Und was hatten die Völker Spaß auf und in der Werse….wäre da auch liebend gerne reingehüpft.

In Gelmer war dann Wendepunkt der Tour, bis dato waren 82 Kilometer bei über 30 Grad aufm Konto. Nächstgrößerer Ort war Telgte, knapp 20km weit weg. Kaum in Telgte wurde von der Route abgewichen und der nächstbeste Supermarkt gestürmt. Selbes Spiel wie in Drensteinfurt…Getränke untern Arm geklemmt und wieder raus in die pralle Sonne. Fährte wieder aufgenommen und nach einer kleinen Prise Landstraße ging’s erneut lustig durch Wald und Feld mit relativ wenig Feindkontakt (andere Radler). Endlose Felder…blauer Himmel…Gewitterwolken im Rücken ging es im Eiltempo durch Everswinkel nach Ahlen

Die Rückfahrt war einer der entspannendsten Strecken schlechthin. Ich glaub wir hatten über mehrere Kilometer leichtes Gefälle und dank des Windes der immer noch aus Norden pustete rollten wir im Sauseschritt wieder gen Süden. Superentspanntes Gleiten war angesagt, hier und da ein paar Kurbelumdrehungen und es wurde wieder hunderte Meter gerollt…sensationelle Rückfahrt. Von jetzt an will ich alle Rückfahrten so haben…immer…

Zeitlich lagen wir eigentlich auch noch ganz gut, bis uns einfiel das jeder noch ne Kleinigkeit einkaufen müsste. Also Kursänderung, die eigentliche Route verlassen und über Stock und Stein nach Hamm hinein. Bedauerlicherweise hatte der Edeka aber schon die Bordsteinkante hochgeklappt, und so war mit Einkaufen Essig. Als weiteres Problem erwies sich die nicht eingesteckte Lampe für vorn hehe. Ich hätte ja theoretisch von Hamm noch eben nach Unna kacheln können, aber es war doch schon zu dunkel und ohne Licht vorn wäre das entsprechend rödelig geworden. Also die dekadente Version gewählt und mich in Hamm in den Zug gesetzt…nachdem er mit 20 Minuten Verspätung am Gleis aufgetaucht ist.

Das Fazit

Trotz brüllendem Sonnenschein eine durchaus gelungene Radtour am Werse Radweg entlang mit seichter Kühlung auf dem Hinweg und passablem Schub von hinten auf dem Rückweg. Lediglich die Zwischenstopps an Ampeln und ähnlichem Gelumpe sorgten dafür dass um uns herum sofort Warntafeln aufgestellt wurden die vor Aquaplaning mahnten weil ordentlich geschwitzt wurde.

Aber das ist nun mal so bei solchen Temperaturen. Solange du fährst ist alles gut, der Wind kühlt und du fühlst dich als könntest du bis an die See radeln. Hältst du an und stehst für ne Minute siehst du aus wie Trockenobst weil sämtliche Flüssigkeit dabei ist deinen Körper zu verlassen. Gesoffen wurde gestern reichlich, ich schätze ich hab auf den 135 Kilometern so gut 6-7 Liter Flüssigkeit in die Figur geschüttet…und musste bis kurz vor Ende nicht einmal hintern Baum hehe. 

Aber spaßig war es allemal, besonders die beiden betagten Damen an der Rampe die nichtsahnend das Böse von hinten nicht kommen sahen oder hörten. Hoffe nur dass der durchdrehende Hinterreifen meines Rades nicht zu viel Dreck in ihre Richtung geschaufelt hat.  Den zweiten Teil des Werse Radwegs (von Drensteinfurt nach Rheda-Wiedenbrück) werdsch mal nach dem Urlaub in Angriff nehmen.

Bilderchen hat es wie immer in der passenden Gallerie und die Videos kommen in nem separaten Beitrag 

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