Die gute Tat

HabschnedHeute kam der barmherzige Samariter wieder durch. Auf der Radtour kam mir in Höhe der S-Bahn Haltestelle Dortmund Asseln ein armer Kerl entgegen, der sein Rad sichtlich genervt schon länger neben sich her geschoben haben muss. Kurzer Blick auf den Hinterreifen offenbarte den Quell des Leids, platt wie ne Flunder das Dingen. Bin also stehen geblieben, hab ihn gefragt ob er eventuell ne Luftpumpe bräuchte. “Hab ich schon versucht, da ist ein Loch drin das die Luft gleich wieder raus ist.” war seine Antwort. Das kam mir alles nur zu bekannt vor, ich verweise da nochmal auf meine Pannenserie der letzten Wochen. Dummerweise war er ohne Werkzeug zum Flicken oder Ersatzschlauch unterwegens, und musste noch bis nach Unna. Nun standen wir da, und dann ging’s rund.

Ich hatte ja in meinem Survival Kit wieder zwei Schläuche im Angebot, auch das passende Werkzeug und eine schmucke Pumpe von SKS waren vorhanden. Da ich selber erfahren musste wie beschissen es ist mit einem Platten durch die Gegend zu schieben, besonders wenn man noch weit weit weg von daheim ist, habe ich ohne Zögern den Schlauch und die Reifenheber rausgeholt und der Radler legte dann mit dem Schlauchwechsel los. Keine 5 Minuten später war der neue Schlauch drin, aufgepumpt und sein Stevens Bike wieder fahrbereit.

Wir haben uns dann noch rund 5 Minuten unterhalten, es sind ihm viele Leute auf Fahrrädern entgegengekommen aber keiner hat mal angehalten und gefragt ob er helfen kann. Als ich das hörte war ich relativ enttäuscht, wenn ich doch selber gerne radle und dann jemanden sehe der mit einem Platten daher läuft, dann ist doch das mindeste was ich machen kann mal zu fragen ob ich helfen kann (sofern ich Flickzeug oder Ersatz dabei habe), oder etwa nicht? Da kommt dann wieder dieser “Egoismus” durch, der mich in diesem Land manchmal so ankotzt.

Wir haben dann noch gut gelacht und Späßchen gemacht, aber das Angebot mir den Schlauch zu zahlen habe ich dann dankend abgelehnt und dem Radler noch eine gute und sichere Heimreise gewünscht. Alles in allem waren es sehr unterhaltsame 15 Minuten die wir da vebracht haben und es war mir eine willkommene Abwechslung zum Gegenwind mit dem ich mich heute mal wieder rumplagen musste.

Was ich mir wünsche ist eine größere Solidarität unter Radlern, wenn man mal jemanden mit einem Platten oder anderem technischen Defekt auf der Straße oder vielmehr am Wegesrand sieht. Ich gehe davon aus das die meisten Radler zumindest so grundlegende Sachen wie Flickzeug, Pumpe, Multitools oder gar einen Schlauch dabei haben. Und es sollte meiner Meinung nach keinem ein Zacken aus der Krone fallen, wenn man einem Genossen mal eben bei einem Platten zur Hand geht, oder?

Wie würdet ihr reagieren wenn euch ein Platter entgegenkommt, ihr Flickzeug und/oder einen Schlauch dabei habt der passen würde? Würdet ihr anhalten und eure Hilfe anbieten, oder seid ihr mehr der Typ der sich sagt “Pech gehabt, was fährt er auch ohne Werkzeug/Ersatzteile los?”

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