Der Tag kann weg

HabschnedDer heutige Tag…braucht den noch wer oder kann der weg? Eigentlich, aber auch nur eigentlich sollte der heutige Samstag relativ entspannt werden. Auf dem Programm stand lecker Frühstück, danach ein wenig die Füße hoch und dann mal sehen was kommt. Daraus wurde….nichts. Frühstück war kaum einverleibt, da klingelte das G.A.S in meinem Hinterkopf und befahl mir mich auf’s Rad zu setzen und mir ein paar kleine Dinge für’s Rad zu gönnen. Kurze Erklärung zum G.A.S gefällig? Hier kommt sie…

Gear Acquisition Syndrome

Der Begriff Gear Acquisition Syndrome wurde im Jahr 1996 durch den gleichnamigen Artikel im amerikanischen Magazin Guitar Player geprägt. Schnell verbreitete er sich unter Gitarristen und wurde gerne mit G.A.S. abgekürzt. Heutzutage wird er gerne im englischsprachigen Raum unter Musikern genutzt, um den inneren Drang zu beschreiben, ständig neues Musikequipment für das Tonstudio zu kaufen. In wirklich schlimmen Fällen kann das Ganze auch als krankhaft, als eine Zwangsstörung, bezeichnet werden.

Das G.A.S ist allerdings ned auf Musiker beschränkt, das gibt’s für jedes Hobby. Der eine kauft reihenweise Fotoequipment, der andere irgendwelche anderen Parts für sein Hobby…ist halt so. Anyway, das G.A.S schlug zu und ich radelte in einer Regenpause hoch nach Dortmund Hörde zu Lucky Bike und gönnte mir ein paar neue Griffe für den Lenker (Ergon GP3-L) und einen Drehmomentschlüssel für kleines Geld. Beides zusammen kam um die 150€ und ich trat wohlgelaunt und mit befriedigtem G.A.S aus dem Laden, drehte noch eine Ehrenrunde um den See und machte mich auf den Heimgweg.

Irgendwie muss das dem lieben Gott nicht gepasst haben, und er beschloss seinen Missmut über meine Kauflust durch einen spontanen Starkregen zu äussern. So kurz nach dem Ortskern Aplerbeck ging’s los. Erst ein paar Tropfen, dann ein paar mehr Tropfen, dann noch mehr Tropfen und zum großen Finale ein 15-minütiger Starkregen der Leute dazu bewegte in ihren Gärten Archen zu bauen und hektisch irgendwelche Tiere paarweise einzufangen. Dauerte keine 2 Minuten dann war ich komplett nass, unterstellen hatte keinen Sinn mehr also ging es tapfer weiter in Richtung Heimat.

Durch den Regen habe ich heute gelernt, das ich bei schlechtem Wetter und drohendem Regen

  • einen Schnorchel im Rucksack haben sollte
  • ein Periskop wäre auch hilfreich für manche Pfützen
  • mich nicht mehr wundere wenn ich einen bärtigen Mann am Straßenrand sehe der mit einem krummen Holzstab Pfützen teil und wirr kichert

Das hat aus allen möglichen Öffnungen im Himmel gegossen, und auf der Asseln Aplerbecker Straße bildete sich rechts am Rand binnen weniger Minuten ein fast schon reissender Bach. Dumm nur, das die Wassermassen die Schlaglöcher schön versteckten und so ging es mit viel Gefühl und gedrückten Daumen piano die Straße runter. Ist soweit alles gutgegangen, wenn man mal von mir absieht. Nass wie Mist, das Wasser quoll schon aus den Schuhen und der Rucksack wog so ungefähr das dreifache seines Trockengewichtes hehe.

Zuhause war dann erstmal trockenlegen und übers Wetter im Strahl kotzen angesagt. Mein Puls nahm dann irgendwann wieder zweistellige Werte an und es ging nach dem Formel Eins Qualifying an die Schrauberei. Auf dem Plan stand eine neue Kette (wollte ich schon letzte Woche gemacht haben, da kam mir aber die 163 Kilometer Tour dazwischen) und die Montage der Griffe. Die Ergon GP-3 waren auch schnell montiert, musste lediglich die alten abfriemeln, die Bremshebel ein wenig nach innen schieben und die Ergon Griff verbauen.

Das eigentliche Highlight des Tages war der Wechsel der Kette. Im Regelfalle ist das ja recht ein stressfreier Job:

  • alte Kette runter
  • neue Kette ggf. kürzen
  • Kette drum und vernieten

Ging auch recht flott von der Hand. Die alte Kette mit dem Kettennieter geöffnet und entfernt, neue Kette über größtes Ritzel und Kettenblatt geworfen und entsprechend gekürzt und nach dem kürzen grandios versagt hehe. Im Wahn (bzw. im Multitasking-Mode) hab ich die Kette vorbildlich vernietet, guck dann so auf das Schaltwerk…und was soll ich sagen? Das Schaltwerk hing da ein wenig unmotiviert rum und fragte sich wann ich denn gedenke die Kette mal durch den Käfig zu legen? Dafuq? In der Eile und Hektik alles richtig gemacht, auch die Kette durch den vorderen Umwerfer geschmissen, aber das Schaltwerk komplett vergessen hehehe.

Was nun? Kette wieder auf, durch’s Schaltwerk gelegt und dann festgestellt das ich keinen Kettennietstift mehr habe. Den alten nehm ich ned wieder, also war die naheliegendste Lösung sich noch mal auf den Weg zu BOC zu machen um mir nen Satz Kettennietstifte zu gönnen. Und wenn ich schon mal da war hab ich mir auch gleich eine neue Kette mitgebracht. Im zweiten Anlauf war dann alles gut, Kette durch den Umwerfer und das Schaltwerk geworfen, vernietet und noch ein wenig nachgeschmiert. Soweit keine Probleme mit der Kette, ausgiebige Probefahrt folgt morgen bei der Fahrrad Sternfahrt Dortmund 2016.

Und das war dann auch der letzte Aufreger des Tages bis jetzt, aktuell ist wieder Füße hoch angesagt und schauen wie die Österreicher hoffentlich gegen Portugal gewinnen. Morgen dann wie gesagt die Sternfahrt und dann hat die Kette ihre ersten 50 bis 70 Kilometer auch schon hinter sich gebracht.

 

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