Der Tag danach

HabschnedSonntag, 13. November 2016. Der Tag nach der Channel Challenge 2016 bei der der Datteln-Hamm-Kanal in seiner ganzen Pracht beradelt wurde und ein Bericht eines Mitradlers ist auch schon online. Startpunkt war in Hamm-Herringen, wo sich morgens bei knackigen 2 Grad mehr oder minder dick eingepackt getroffen wurde und man wacker zu dritt aufbracht, um die rund 112km an Strecke hinter sich zu bringen. Die Wetterbedingungen hätten durchaus schlechter sein können, aber der liebe Gott hatte scheinbar Mitleid mit den Wahnsinnigen, die sich frühmorgens an einem Samstag im November zu solch einer Tour aufmachen.

Vom Startpunkt aus ging es ohne große Schlenker in Richtung Datteln-Hamm-Kanal wo ich feststellen musste, das der gefürchtete Gegenwind (leider) nicht vorhanden war hehe. Es wehte eine eher seichte Brise aus SSO, die eigentlich mehr schob als bremste. Und so fiel Kilometer um Kilometer, der Preußenhafen in Lünen war im Nullkommanix erreicht und es ging bis zum Ende des Kanals schön in einem Rutsch durch. Keine größeren Pausen, lediglich hier und da mal ein kurzer Halt für Fotos (ich hab diesmal keine gemacht, die Anzahl der Fotos die ich am Kanal geschossen habe ,ist….erm…genug. Theoretisch bin ich mit den Grashalmen rechts und links des Kanals per du).

Speed auf dem Weg zur Mündung in den Dortmund-Ems-Kanal war top, die angepeilten 20km/h die ich so geschätzt hatte wurden nur knapp verfehlt. Unterm Strich dümpelte der Schnitt so bei rund 18.8km/h, also nicht weit weg davon. Die Wege am Kanal waren wie immer eigentlich. Hier und da eine matschige Pfütze, dort ein oder auch zwölf Schlaglöcher und der gewohnte Schotter in der Qualität “fein” bis hin zu “Findling”. Was mir ein wenig fehlte waren die humanoiden Slalomstangen, um die man sich bei einer sommerlichen Tour (gut, im Herbst auch) winden muss mit dem Rad. Trotz des eigentlich guten Wetters waren verdächtig wenig Leute am Kanal unterwegs. Vereinzelt traf man auf Jogger, Hundehalter und ab und an auch ein Radler, aber es fehlten zum Beispiel die Myriarden an Fischers Fritzen, die sonst ihre Rute ins Wasser halten und hoffen das ein Orca anbeisst.

Wie dem auch sein, die Mündung war ruckzuck errreicht und es ging zurück in Richtung Preussenhafen für eine wohlverdiente Stärkung. Dank des immer noch vorherrschenden Windes aus SSO gab es die Brise, die auf dem Hinweg noch so schön schob, nun direkt ins Gesicht. Aber kein wirkliches Hindernis, es handelte sich mehr um ein Lüftchen als um richtigen Wind. Der Rückweg war, bis auf zwei Ausnahmen, wenig spekatkulär. Zuerst gab es eine wüst zugewucherte Burgruine am Wegesrand, von der allerdings wirklich nicht mehr viel zu besichtigen war und als zweiten Unterhaltungsfaktor eine zehnminütige Pause aufgrund eines Plattfusses der behoben werden wollte.

Am Preussenhafen angekommen wurde die “Standardverpflegung” hier im Pott geordert. Zweimal Phosphatstange, Fettstäbchen und Schlamm und einmal dieselbe Nummer ohne Phosphatstange. Warmen Kaffee gab es dazu, besonders wertvoll fand ich die Lehrstunde bezüglich “Was ist Fleisch und was nicht?”. Gemäß eines Herren, der unserer Bestellung lauschte, handelt es sich bei einer Currywurst nicht wirklich um Fleisch, da sie pürriert ist. Für ihn definiert sich Fleisch als “am Stück”. Gut, ich schiebe diese abstruse und an den wenigen Haaren auf seinem Kopf herbeigezogene Philosophie mal auf den übermäßigen Genuss braunscher Röhren am frühen Morgen. Anyway, kurze Abstimmung und die nächste Etappe wurde dann bis Hamm-Uentrop durchgezogen, dem Ende (oder dem Anfang…jeder sieht’s anders) des Datteln-Hamm-Kanals.

Auch diese Etappe war wenig spektakulär, was die Untergründe angeht war von “Ui, geil” bis “Ach du heilige Scheisse” wieder alles im Programm und am Kanalende wurde wieder fleissig fotografiert. Der Rückweg zum Start der Tour bot als Highlight noch eine kleine Dampflok die erst laut pfeifend und dann leise schnaufend versuchte, ein paar Güterwaggons eine Steigung hochzuziehen…dabei aber gnadenlos versagte. Aber ne Dampflok sieht man nicht alle Tage und so insgeheim ärgerte es mich an dem Punkt dass ich die große Kamera samt dickem Objektiv nicht dabei hatte. Hätte ich mich nahtlos in die gefühlten 20 Fotografen einreihen können, die mit ihren Nikon und Canon 70-200 2.8 und 300er Objektiven die Dampflok zelebrierten als sei der Herr vom Himmel gestiegen.

Anstatt zum Startpunkt zurück ging es zur Behausung des Genossen, der diese Channel Challenge Nummer losgetreten hat, wo sich dann unsere Wege trennten. Ich hatte noch runde 23 Kilometer an Heimfahrt zu bewältigen und habe mich kurzentschlossen nochmal im Dunklen in Richtung Kanal aufgemacht. Die gute IXON IQ Premium Speed auf Höchstleistung gedreht und dann am Kanal kurz bis vor Rünthe nochmal ordentlich Gas gegeben. Danach ging’s ebenfalls mit einem Lichtkegel vor mir, der Batman die Kinnlade runterklappen lässt, durch einen komplett unbeleuchteten Radweg bis nach Kamen wo sich dann wieder erste Zeichen von Elektrizität und Leuchten ausmachen liessen. So im Nachhinein, ich glaub ich fahr dieses Wochenende mal nen schicken Nightride am Samstag, so von 21 Uhr bis Mitternacht oder so…nachdem ich die Lampe jetzt mal in komplett dunkler Umgebung hab leuchten sehen bin ich angefixt hehe.

So langsam könnte ich zum Fazit kommen, muss ja morgen wieder früh raus. Alles in allesm war der Trip durchaus gelungen. Wetter passte, Mitfahrer passten, Zeit passte auch (gut, 1:40 langsamer als bei meinem Testrun, aber das ist halt dem Fahren in der Gruppe und dem Fotografieren geschuldet hehe). Genug geschwafelt, an dieser Stelle nun das Video aus Sicht der NSA (inklusive meiner Warteschleifen am Combi in Hamm)

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