Der Nase nach

HabschnedSo, heute morgen ging es zum tapferen Schneiderlein in Wickede mit der Bitte mir doch eine schöne Kabelführung in meine jüngst erworbene Oberrohrtasche zu steppen. “Kein Problem, Dienstag kannst du sie abholen” waren seine Worte. Ich lass mich Dienstag dann überraschen. Vom Schneiderlein ging es zum Bäcker, warme Brötchen und Croissants für das Frühstück abstauben. Nach opulentem Mahl schrie das linke Bein dann nach einem kleinen Belastungstest, wurde diese Woche ja extremst geschont. Nur wollte ich dem Bein nicht zuviel zumuten, also war eine lange Strecke (jenseits der 100 Kilometer) von vornherein aus dem Rennen.

Gegen 11 Uhr ging es dann vorsichtig auf das Rad, der Hintern wurde auf dem Sattel eingenordet und die schicken, neuen Schuhe rasteten mit sattem Klick in die Pedale. Ziellos ging es gen Nordosten, auf dem Weg wurde der Marktplatz in Kamen als erstes Ziel auserkoren. Nichts überragendes, aber bei schönem Wetter kann man da lecker hocken und was trinken und speisen.

 

Weiter ging es grob in Richtung Bergkamen, die Zechenbahn entlang und immer noch keine Idee wo es denn jetzt so genau entlang gehen sollte.  Die Zechenbahn ist übrigens sehr schick zu befahren, muss die mal in ganzer Länge absolvieren.

Irgendwann landete ich an einem Abzweig zum Naturschutzgebiet Beversee, wo ich bis dato höchst selten durchgekommen bin. Das letzte Mal wurde das Naturschutzgebiet bei der “Halden für Helden” Tour im November durchkreuzt. Der Zustand des Weges war…sagen wir mal “von fragwürdigster Qualität“. Knietiefen Schlamm erwartend bin ich also an den Start gegangen.

Aus dem Helmut seinen “Rundwanderweg” habe ich kurzerhand einen “Radwanderweg” gemacht und bin der Ausschilderung der große Runde gefolgt. Einen Abstecher gab es zur Aussichtsplattform, von der man im Normalfalle einen prächtigen Blick über den See und den dahinter dampfenden Kühlturm hat. “Normalerweise”, denn ich ziehe die Scheisse irgendwie magisch an. Schon bei der Besteigung des Eulenberges mit dem Rad hatte ich das Vergnügen, zu sehen dass die dort erhoffte Statue zur Restauration ist. Und die Aussichtsplattform heute…hatte sich bereits letztes Jahr in ihre Bestandteile zerlegt und wurde dementsprechend abgebaut.

Was blieb war eine schmucke Bank, die zu einer kurzen Rast einlud. Rad geparkt, Fotos gemacht, Brötchen verzehrt und Trinkflasche gewürgt. Ich sprach ja vorhin die Qualität des Weges an, der einen durch das Naturschutzgebiet führt. Was im November 2016 noch Matsch und Pampe war hat sich zu meiner völligen Verwunderung in einen sehr adrett zu befahrenden Weg der schottrigen Art verwandelt. Machte einen Heidenspaß da mit Speed die eine oder andere Kurve zu nehmen.

Und wenn man schon in der Nähe der Halde “Großes Holz” ist, dann fährt man da auch herauf. Gemeistert wurde der Anstieg aber über die flache Seite, das Bein wollte ja geschont werden. Also gemächlich die Schrägen hinauf gekraxelt und fleissig die Höhenmeter mitgelesen die hier und dort auf den Asphalt gestrichen wurden.

Die letzte Zahl auf dem Asphalt die ich sichten konnte waren 125,7 Meter. Ein paar Kurven danach war der Gipfel auch erklommen. Habe ich eigentlich erwähnt wie mühselig das Anfahren auf einer Steigung ist wenn man zwecks Fotos der Höhenmeter absteigt? Gut, ich hätte die Meter auch auf dem Rückweg fotografieren können, aber solche “Geistesblitze” kommen immer erst wenn der Drops bereits gelutscht ist. Naja, oben gab es die gewohnt weite Aussicht, nur muss ich wirklich mal bei feinstem Wetter auf den Erdhügel. Dieses grau nimmt doch ein wenig von dem imposanten Blick weg.

Damit war der Strampelei auch genüge getan und es ging gemächlich gen Heimat. Auf dem Tacho standen dann auch nur schlappe 46 Kilometer am Ende, aber es war ja auch nur eine “Schonrunde” hehe.

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