Das Wochenende…

Das Wochenende in Worten

HabschnedDa schaut man auf die Uhr und auf einmal ist schon Sonntag abend. Das Wochende war “gesegnet” von zwei eher kurzen Runden, einmal gute 64 Kilometer und heute lediglich 41 Kilometer. Irgendwie macht die Rippe bei extremer Anstrengung immer noch Probleme, Bodenwellen oder holprige Strecken lassen sich aber mittlerweile wieder wegstecken und der Druck, bzw. das Stechen aufgrund der angebrochenen Rippe ist erträglich.

Die erste Tour am Samstag war begleitet von gemischtem Wetter, der grobe Plan war einfach mal so blind drauf los durchs Grüne in Richtung Hamm zu düsen, ohne elektronischen Kompass oder Navi. Klappte dank vorherragender Ausschilderung der Radrouten stellenweise ganz gut, wenn da nicht diverse Umleitungen aufgrund von Baustellen gewesen wären (in Hamm und um Hamm herum wird gut gebuddelt so scheint’s).

Penguin on a Bike - RoadblockEine Begegnung der besonderen Art gab es kurz vor Kamen. Ich roll geschwind um die Ecke als ich einen Zoo auf Ausflug auf der Straße bemerke. In die Bremse gegriffen, das Rad mit dem linksseitigen Grünstreifen bekannt gemacht und den Rucksack vom Rücken gezerrt. Die Gänse standen anfangs mittig auf der Straße, der Hund stand rechts an der Scheune des Bauernhofes bei seinem Herrchen.

Ich hab kaum die Kamera rausgekramt, da kommt der Hund rüber, legt sich auf den Grünstreifen und beobachtet entspannt wie die beiden Gänse sich langsam aber zielstrebig an den Menschen mit der Kamera heran pirschen. Mit völlig unschuldigem Gesichtsausdruck wurde der Grünstreifen durch die beiden Vögel inspiziert, und nach und nach kamen sie immer näher. Einen guten Meter weg von mir ging dann das Gefauche los und Flügel wurden gespreizt, wohl in der Absicht das der Humanoid mit Angstschweiß auf der Stirn das Rad und die Flucht ergreift.

Nix war, gemütlich die Kamera wieder in den Sack gesteckt, die beiden Piepmätze fauchen und mit den Flügeln schlagen lassen und den Hund gekonnt ignoriert. Auf der rechten Seite am Bauernhof stand der erm…Bauer wohl, und sah sich das Drama in einem Akt an. Das Grinsen über beide Ohren wich einem lauten Lachen als ich den Gänsen die Geschichte meiner Begegnung mit einem Schwan und Stories über Weihnachten, Gänsebraten und Kopfkissen unter den Schnabel rieb. Hat sie zwar wenig beeindruckt, aber wenigstens der Bauer hat gelacht hehe. Die restliche Strecke nach Hamm war unspektakulär, das Teilstück der Römer-Lippe-Route jedoch fand Gefallen. Schicker Schotterweg, die Lippe hier und da im Augenwinkel und in Höhe des Hafens Hamm ein bestialischer Gestank der die Emscher wie eine Blumenwiese im Frühling erscheinen ließ. Hamm selbst…..die Innenstadt…lassen wir das, ich komm mit der Stadt ned klar hehe. Rückweg ebenso unspektakulär, nix wirklich dolles passiert.

Der Sonntag stand mal wieder im Zeichen des Seseke-Weges, allerdings eine um 10 Kilometer verkürzte Runde da ich bei Regen und Wind heute vormittag nicht die vollen 50 Kilometer fahren wollte. Fatalerweise habe ich heute den Fehler gemacht, den Seseke-Weg mal im Uhrzeigersinn zu fahren. Mache ich nie wieder…nie nimmer nicht. Da fährt man einmal die “Hausrunde” quasi rückwärts und gerät direkt in eine munter vor sich her radelnde Gruppe von ungefähr 20 Personen. Das erste Mal traf ich sie bei der Auffahrt auf den Seseke-Weg, da stand ich an der Brücke und schoss noch eben ein Bildchen..

Penguin on a Bike - SesekeAls ich da auf der Brücke stand näherte sich von hinten links ein bedrohliches Surren und der Horror nahm seinen Lauf. Es näherten sich aus südwestlicher Richtung eine Traube an Radfahrern, der Altersschnitt hohe 50er bis mittlere 60er, mit einem bunten Mix aus E-Bikes, Klapprädern und “normalen” Rädern. Alle schön brav an mir vorbei auf den Seseke-Weg und ich dachte mir schon das dass kein gutes Ende für mich nimmt da ich ja an dem Pulk früher oder später vorbei möchte.

Also noch schnell ne Fluppe geraucht um dem Rentnerkommando ein paar Minuten Vorsprung zu geben, dann den Hintern wieder aufs Rad geschwungen und mich auf den Weg in Richtungen Kamen Mitte gemacht. Es dauerte nicht allzu lang und ich hatte das Geschwader wieder vor den Reifen. Gefahren wurde in allen Dimensionen und Richtungen: Rechts, Links, mittig, zu zweit nebeneinande, zu dritt nebeneinander auf einer Wegbreite wo ich zu zweit nebeneinander schon braune Streifen in der Hose finden würde.

Hab mir das eine Weile angeguckt bis plötzlich mitten in der Gruppe vor mir einer voll auf die Bremse latschte und die ganze Gruppe zum Halt zwang. Man kann, in einer Gruppe, bei einem Halt durchaus sinnvoll anhalten. Und zwar so, das man nicht den ganzen Weg für entgegenkommenden und nachfolgenden Verkehr blockiert. Nur scheint sich das nicht bis zu dem Geschwader des Wahnsinns rumgesprochen zu haben. Die standen planlos und verwirrt ob der Tatsache das angehalten wurde wild verteilt auf dem Weg und neben dem Weg rum. Stollenreifen sei dank bin ich dann über die Grünfläche um den Trupp rumgezirkelt und zum nächsten geplanten Foto-Stop gefahren.

Leider reichte der Vorsprung ned aus, da der Stop schon relativ nahe war und ich so nicht genügend Meter rausfahren konnte. Also hatte ich die Bagagge nach dem Stop wieder vor mir, als mir bewusst wurde das es jetzt auf einen Teilabschnitt des Seseke-Weges geht, auf dem das Überholen einer so großen Gruppe entweder in einem Massaker oder massivem Geduldsspiel endet. Ersteres war nicht in Betracht zu ziehen, keine Machete oder Schwert auf dem Rücken. Also den Kopf runter genommen und brav mit strammen 11 km/h hinter den Hochgeschwindigkeitsfanatikern hinterher geeiert.

Das zog sich dann so hin bis in Höhe des Segelflugplatzes der Luftsportfreunde Kamen, waren schon ein paar Meter die ich da sprichwörtlich geschlichen bin. Hätte ich Strickzeug im Sack gehabt…bei Gott, ich hätte Socken und lange Unterhosen für ne ganze Kompanie stricken können in der Zeit bei der Geschwindigkeit. Anyway, am Segelflugplatz trennten sich dann unsere Wege und ich hatte wieder freie Fahrt. Die “Runde” war aber eh fürn Popo, Schnitt und Zeit waren durch die Truppe sowas von im Keller, das weiteres Gehetze keinen Sinn gemacht hätte. Also wurde die Runde gemütlich beendet, immerhin noch mit einem Schnitt von 20 km/h über die Distanz von 40 Kilometern.

Das war das Wochenende, und nun geht es in den wohlverdienten Urlaub für eine Woche

 

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