Da binsch platt…

HabschnedDienstag morgen, 6:30 und los geht es auf dem Rad in Richtung Abeit. Der allmorgentliche Zwischenstopp beim Bäcker wird ritualmäßig eingehalten, und mit frischem, heißen Kaffee in der rechten Hand geht es weiter durch Wickede. Über eine kleine Nebenstraße ging es dann in Richtung Zeche-Norm-Straße, die Ampel sprang gerade auf grün und alles lief seinen gewohnten Lauf. Kräftig strampelnd und den Kaffe hin- und herschwingend erreichte ich die andere Straßenseite, wo zu meiner völligen Überraschung ein mir eigentlich sehr nerviger Begleiter auftauchte.

Von hinten näherte sich der Plattfuß. Das Hinterrad fühlte sich schlagartig an wie eine Sitzung auf einem Hämorrhoidenkissen, es wobbelte lustlos vor sich hin und ich konnte den Reifendruck lauthals lachend entweichen hören. Und nun stand ich da, mutterseelenallein am Straßenrand und die Luft war raus aus dem Hinterrad. Der Mantel schlabberte locker vor sich hin, ähnlich dem eines Exhibitionisten bei bestem Wetter im städtischen Park und der Habschned schaute ratlos mit dem Kaffee in der Hand neben dem Rad Löcher in die Luft.

Aber…seit dem ersten Platten habsch ja immer das notdürftigste dabei, also Rad auf den Rücken gelegt und alles aus dem Erste-Hilfe Paket gezerrt was man so braucht für einen gepflegten Reifenwechsel früh morgens am Straßenrand unter diesem schrecklichen orangenen Licht, bei leichtem Regen und nassen Bedingungen. Straße nass, Wiese nass, Habschned kurz drauf auch nass hehe.

Binsch platt
Die Rahmenbedingungen für den Schlauchwechselwettbewerb sind unschwer zu erkennen, die Räder waren nasser als nass, das Rad durch das schicke Wetter auch wieder entsprechend glitschig und schmutzig und dem Untergrund hatte nicht viel zur Klassifizierung als Moor gefehlt. Und dann nahm das Drama seinen Lauf:

  • restliche Luft raus
  • grinsende Fußgänger und Autofahrer ignoriert
  • Reifenheber dran und Mantel und Schlauch runter
  • grinsende Fußgänger und Autofahrer ignoriert und verflucht
  • neuen Schlauch auf die Felge und leicht aufgepumpt
  • Steine für grinsende Fußgänger und Autofahrer gesucht
  • neuen Schlauch auf die Felge und leicht aufgepumpt
  • Hund vom Fußgänger bewundert wie er keine 5m weit weg sein Geschäft machte
  • Schlauch in den Mantel und Mantel auf Felge
  • Rad montiert
  • 128!!! Hübe mit der Luftpumpe
  • Mehr Steine für grinsende Fußgänger und Autofahrer gesucht
  • Geraucht

Und nach der Zigarette und der Sauerstoffdusche nach dem Pumpen konnte ich dann wieder mit mulmigen Gefühl aufs Rad steigen. Mulmig alldieweil ich unter diesem orangenen Kacklicht keine Chance hatte, den Mantel auf etwaige Beschädigungen zu untersuchen. Hätte ja ein spitzer Gegenstand drin stecken können, und mit den Fingern drin rumpulen wollte ich nicht unbedingt. Also rauf aufs Rad und ein kurzes Stoßgebet zum Höllenfürst und weiter ging es in Richtung Arbeit. Nicht mehr ganz so rosig gelaunt dafür aber nun voller Hassgefühl für spöttisch dreinschauende Fußgänger und Autofahrer hehe.

So richtig verließ mich das mulmige Gefühl dann nach den ersten 2 Kilometern nach der morgentlichen Bespaßung. Der Druck hielt, und es wurde wieder ordentlich Fahrt aufgenommen hehe. Die 10 Minuten die mich der Spaß gekostet hat haben mich unglücklicherweise zeitlich so weit nach hinten geworfen, das ich auf dem restlichen Weg ein erhöhtes Aufkommen an Schulkindern und Smombies in Kauf nehmen musste. War auch nicht so schön um Kids Slalom zu fahren die während des Laufens auf ihr Telefon starren und in einigen Fällen gleichzeitig noch auf beiden Ohren rhytmischen Schallwellen aus ihren Kopfhörern lauschen. Da hätte anstatt der Klingel lieber so eine Druckluftfanfare gehabt um denen die Kopfhörer direkt ins Stammhirn zu tröten.

Ansonsten war der Weg zur Arbeit aber gut :D

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