Bremsen,Kegelschwestern und kein Eis mehr?

HabschnedPuuuh, zurück von einer merkwürdigen Runde heute. Insgesamt gut 121km in die Gegend getreten und diverse Überraschungen unterwegs erlebt..besonders die Kegelschwestern. Temperatur war großartig, zumindest bis gegen Mittag die Wärme unkontrolliert ausbrach. Los ging’s relativ früh heut morgen bei strahlend blauem Himmel und kaum Wolken. Die meisten Zweibeiner ratzten wohl noch oder waren einkaufen oder juckelten irgendwo in einer Gegend rum, die nicht so wirklich auf meiner Route lag.

Und so begab es sich, dass der größte Teil des Hinweges von gähnender Leere geprägt war. Hier und da ein Jogger…bekloppt bei so einem Wetter durch die Felder zu wieseln. Würde mir im Traum nicht einfallen, bei Temperaturen jenseits der 25 Grad Sport zu treiben hehe. Ein sehr befremdliches Treffen gab es kurz nach dem Horn-Horneweg beim Arup-Aruper Feld (die haben’s da in der Ecke echt nicht so wirklich mit gescheiten Straßennamen…). Am Horizont ein Mann mit Hund, auf den ersten Blick nichts ungewöhnliches. Mann und Hund wurden im Sichtfeld immer größer, und der rechte Daumen zuckte so bei geschätzten 40 Metern in Richtung Klingel..macht man ja so.

Die Reaktion des Mannes hat mich ein wenig aus dem Konzept gebracht. Es war klar zu sehen, dass er den Hund an die kurze Leine rechts neben sich nahm. Alles klar, die linke Fahrbahnhälfte annektiert und gediegen an dem Männeken vorbei geradelt. Bis dahin…alles wie immer. Man klingelt, und fährt großzügig dran vorbei. Und dann hatte das Männeken seinen großen Moment. “Man kann auch die Klingel benutzen!” vernahm ich auf dem rechten Lauschlappen. Wtf? Ich klingelte, er zog seinen Hund ran und raunzt mich an, dass man auch mal klingeln kann beim Überholen? Schrie förmlich nach Kasperklatsche, aber der Hund sah grimmig aus hehe.

Was gab’s sonst noch an merkwürdigen Sachen? Erm…ah ja…das Waldstück an der Wesseler Straße, durch das ich im Regelfalle säge wie ein Baumfäller durch nen Stamm…wenn ich die Tage da nochmal durch muss dann nur mit Macheten rechts und links am Lenker. Ich sag ja nichts gegen dicht bewachsene Pfade in nem Gehölz, find ich eigentlich großartig. Nur wenn der Bewuchs rechts und links aus Brennesseln und stacheligem Gestrüppzeug besteht, und man kaum Platz zum Ausweichen hat dann gibt’s zwei Möglichkeiten (nein, ein Umweg ist keine Option!). Entweder die besagten Schneidewerkzeuge oder, wie im heutigen Falle, man schwankt und verbiegt den Leib, hebt und schwenkt die Arme wie ein Dirigent vor seinem Orchester. Von hinten sah meine Durchfahrt vermutlich aus wie Karajan beim dirigieren. Auch wenn’s fast überall an Armen und Beinen gebrannt hat…Spaß hat’s gemacht.

Kurz vorm Eis und Kaffee gab’s ne leckere Fango-Packung für Rad und Fahrer. Auf dem Weg wird eine Brücke erneuert, und man muss behelfsweise um die Baustelle rum. Eigentlich kein großes Ding, nur hat es heute nacht und früh am Tag ja noch geschüttet. Dementsprechend war die Erde…ach was schreib ich..der Schlamm in rauhen Mengen vorhanden. Die 20 Meter durch die Baustelle waren ein einziges Rutschen und Gleiten, das Rad stand überwiegend quer und wenn es mal nicht quer stand dann drehte das Hinterrad durch und…es stand wieder quer. Das hat mir aber alles über die Verwendung der Racing Ralph Bereifung im Schlamm gesagt hehe. Das Profil ist, sagen wir mal, sub-optimal für solche Bedingungen. Binnen weniger Meter hatten Vorder- und Hinterrad eine schicke Schlammkruste. Dankenswerterweise “reinigten” sich die Reifen dann auf den folgenden Asphaltmetern wieder einigermaßen. Schlamm- und Erdbrocken flogen großzügig über die Straße, Fußgänger hätten ihre Freude gehabt in meiner Nähe hehe. 

“Nach dem Schlamm ist vor dem Eis” sagt eine alte Weisheit. In Drensteinfurt wurde dann auch die “traditionelle Stärkung” einverleibt. Nur gab es diesmal einen faden Beigeschmack als ich einen Becher für drei Kugeln ordertet. Das Mädel hinter der Theke gab ein “Maximal zwei Sorten für diesen Becher” von sich. Ja schau mal an…wieso und warum entzieht sich jetzt meiner Kenntnis, und ich sehe nicht warum bei einem 3-er Becher die Anzahl der Geschmacksrichtungen auf zwei Sorten beschränkt sein sollte? Ich mein lecker war das Panna-Cotta und Südseetraum ja, aber dank dieser “Limitierung” auf zwei Sorten…ess ich mein Eis jetzt halt woanders. Kompletter Mumpitz in meinen Augen, oder ein simpler Versuch die Leute auf einen größeren Becher zu “schubsen”. 

Und die Kegelschwestern…leck mich am Arsch was ein Haufen hehe. Als ich am Eishaus ankam stand da ne ganze Horde E-Bikes rechts vom Eingang und, wie sich später rausstellte, die Fahrerinnen mit den lustigen Namen “1” bis “9” etwas weiter rechts im Schatten..unterm Baum…Weicheier. Naja, ich saß am Eingang und inhalierte Eis und Kaffee als sich eine Dame gehobenen Alters (~60) auf leisen, pinken Sohlen von links näherte und fragte, ob ich mich hier auskennen würde. Gesucht wurde der Werseradweg, was mittels Navi und Google Maps auch recht schnell gelöst war. Die “Mädels” also alle auf ihre Räder, und dann war Abfahrtskontrolle. Nacheinander wurden die Zahlen von 2-9 durch die Gruppenführerin ausgerufen, und jede die bereit war meldete sich mit “Hier” zurück.  Nummer 7 hat’s verkackt und meldete sich zu spät. Schön brav hintereinander zogen die Damen dann ab und ich kurz drauf in anderer Richtung gen Heimat.

Der Rückweg war wie immer. Lang, hügelig und nach Hamm rein recht zäh zu fahren. Muss da an dem Stück echt mal was ändern. Diverse Bewohner saftiger Weiden wunderten sich warum ein Zweirad samt Halter an ihrem Zaun pausiert und wurden gnadenlos abgelichtet. Erstaunlich wie zutraulich die Biester sind..und wie schnell die versuchen deine Hand mit ihrer Zunge ins Maul zu schieben. Aber putzig sind se allemal, ich hab’s ja sowieso mit Tieren hehe. Und wenn ein potentieller Burger schon mal am Zaun steht dann wird auch getätschelt, so einfach ist das. Jetzt geht’s erstmal dran den restlichen Dreck vom Rad zu kloppen und sich für’s Sattel-Fest morgen vorzubereiten….und wech!

2 Comments

  1. >… kurz nach dem Horn-Horneweg beim Arup-Aruper Feld (die haben’s da in der Ecke echt nicht so wirklich mit gescheiten Straßennamen…). Der Erfinder der Wegenamen hat leider gestottert.

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