Blödmann, Hunde und kein Faustrecht…

HabschnedAy caramba, ich wollt’s gestern eigentlich noch getippt haben aber diverse SSL Zertifikate und Anlaufschwierigkeiten mit ner virtuellen Maschine in Amsterdam haben mich dann doch davon abgehalten. Egal, jetzt ist Zeit…Bäcker macht erst in ner Stunde auf. Seit langem gab es gestern auf den Wegen von und zur Arbeit mal wieder Begegnungen der unheimlichen Art. Hunde, taube Leute und Leute mit erm…Wahrnehmungsstörungen spielen die Hauptrollen.

Die Hinfahrt

Dank Spätschicht ging es morgens gemütlich mit nem Becher Kaffee in der Hand durch Wickede in Richtung Unna Massen. Parallel zur S-Bahn läuft da ein mehr oder weniger holpriger (der Kaffee bleibt jedenfalls im Becher und verteilt sich nicht quer übers Gesicht), aber immerhin asphaltierter Weg entlang. Im Regelfalle wenig los auf der Strecke, jedoch konnte gestern in einiger Entfernung auf 12 Uhr ein kleiner, schwarzer Punkt am Horizont ausgemacht werden. Der Punkt wurde immer größer und stellte sich als ein Pudel heraus, der seinen Zinken hier und da in den Sträuchern vergrub.

Gute 50-60m vorm Treffen mit dem Pudel sieht mich der Sack, und schwingt alle vier Beine mit Höchstgeschwindigkeit in meine Richtung. Was tun? Bremsen, absteigen und warten was das Hundetier vor hat. Wie üblich wurde dann kurz vorm Radfahrer gestoppt, zweimal gebellt und blöde aus dem Pelz geschaut. Der Radfahrer zitterte jedoch nicht vor Angst, sondern schlürfte weiter seinen Kaffee und guckte den Pudel ebenfalls blöde an. Nachdem alles klar war, wieder auf’s Rad und der Pudel langsam hinter mir her. Ein paar Meter weiter..hätte es beinahe ein Handgemenge gegeben.

Des Pudels Besitzer, ein Herr von geschätzten 70-80 Jahren, der sich gute weitere 50m vom Pudel und mir entfernt befand, murmelte was von “Ihr müsst dem Hund nicht immer winken, dann hört der nicht auf mich!“. Donnerschlach, also anstatt kommentarlos vorbei zu fahren wieder runter vom Rad, und mal um Aufklärung gebeten womit ich denn gewunken haben soll. Eine Hand am Lenker, in der anderen das schwarze Heissgesöff…da bleibt wenig Material zum Winken übrig. Naja, Opa Rüstig beharrte darauf, dass der Hund so schlecht hört weil ich gewunken habe und mir ging die Lust aus mit dem Knecht zu diskutieren. Also wünschte ich noch einen schönen Tag und war gerade dabei mich zu entfernen, als ich ein “Blödmann” aus Richtung des Senioren vernahm.

Kurzer Blick online ins STGB…einfach ne Kasperklatsche rechts und links geben schied aus. Der Hund konnte auch nicht wirklich was dafür, da der Besitzer einfach strunzdumm ist.Mögliche Optionen…bescheiden. Also den goldenen Mittelweg genommen, das Rad nochmal umgedreht und beide Mittelfinger in Richtung des Herrchens erhoben. Botschaft kam wohl an, Mund ging auf aber nix kam raus…und ich hätte noch ein paar Gesten gehabt.

Die Rückfahrt

Die Rückfahrt ins Wochenende verlief ein wenig angenehmer. Keine 400m auf dem Tacho…zack…enger Feldweg mit Mann und Hund voraus. Nun habe ich ja diese schicke Klingel rechts am Lenker, also kurz betätigt um Mann und Hund wissen zu lassen, dass ein Wahnsinniger im Eiltempo von hinten naht. Keine Reaktion…also zumindest bei dem Kerl. Der Hund guckte nur kurz nach hinten, dachte sich wohl was von “Ah..ein Radfahrer…alles Drecksäcke, wenn ich nur könnte würde ich euch in die Speichen kacken” und ging weiter seiner Schnüffelei nach. Vom Humanoiden gab es keine Reaktion. Also die Klingel nochmal betätigt…wieder nichts. Zwei weitere Schüsse aus der Klingel…kacke, der muss taub sein. 

Also langsam angeschlichen, ein bedrohliches “Nabend” von hinten erklingen lassen und siehe da, es hört ja doch. Machte nen Schritt zur Seite, sortierte den Hund ein und auf mein “Klingeln half leider nicht :)” fabulierte er was von diesem merkwürdigen klobigen Klingeln mit Ausmaßen von zwei aufeinandergelegten Bratpfannen. Denn, seiner Aussage nach, rettet Klingeln Leben. Bisschen weit ausgeholt, aber kann man ja mal raushauen hehe. Jedenfalls verlief die Begegnung doch insgesamt geschmeidiger als mit dem störrischen Esel am frühen Morgen hehe.

3 Comments

  1. Als ich noch bei der Post war, wurde ich von einem Neufundländer gebissen. Der Schäferhund dieser Familie war Schuld. Der hätte den Zweithund erziehen sollen…

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