Mietpruegel ja oder nein?

Hier noch etwas aus dem alten Bestand an Beiträgen seit der Zeit in Belfast. Das ist eigentlich so die Zeitlinie, ab der ich den alten Blog innerlich abgeschrieben habe und mit dem Gedanken spielte, alles einzureissen und neu zu machen. Und genau so ist es ja dann auch gekommen.

HabschnedIch erwaehnte ja bereits, dass ich derzeit ein wenig radlos bin. Da aber sowohl Herr Pinguin das Radeln vermisst und auch Frau Pinguin den zaghaften Vorschlag machte, sich fuer die Fahrt zur Arbeit vielleicht eins von den zahlreichen Mietraedern hier zu nehmen….habe ich mir Belfast Bikes mal genauer angeschaut. Schliesslich sieht man die hier am laufenden Band rumfahren, scheint ein sehr populaeres Ding hier in Belfast zu sein. Ist zumindest meine Ansicht, und die basiert auf der Wahrnehmung all der Menschen die auf den quietschenden und knarzenden Bikes von Belfast Bikes durch die City hampeln. Egal wohin man auch schaut, irgendein Wahnsinniger, oder eine Wahnsinnige, ist immer mit einem Belfast Bike unterm Gesäß im Sichtfeld.

Prinzipiell ein herrkoemmlicher Dienst, bei dem man einigermassen bequem ein Fahrrad an einer der Stationen per App mieten kann, dann die Gurke an den Zielort pruegelt und dort wieder an einer Dockingstation seinem Schicksal ueberlaesst.Die typische Fahrradstation sieht in etwa so aus

Raeder hat es an den meisten Stationen genug, praktischerweise ist eine solche Belfast Bikes Station quasi auch knappe 100m vom Arbeitsplatz entfernt. Eine zu meisternde Distanz wie ich finde.Nur fuer die Hinfahrt sieht es etwas schlechter aus, da die naechstgelegene Belfast Bikes Station gute 10 Minuten zu Fuss von uns entfernt ist. Muessten uns also jeden Morgen bis zur Queens University schleppen. Eine weitere positive Sache ist, dass sich ueber Webseite und App die Anzahl der verfuegbaren Raeder an den Stationen rausfinden laesst. Hoffe nur dass das auch so stimmt, nicht das wir ploetzlich vor leeren Racks stehen wo noch sechs Raeder sein sollen.

Qualitativ moechte ich ueber die Raeder erstmal nichts sagen, mal abgesehen davon dass ich das eine oder andere Exemplar welches an mir vorbei sauste am liebsten erschossen haette. Schleifende Reifen an den Schutzblechen, Tretlager die den gesamten Autoverkehr ueberknarzen, Scheppern und Klappern dass es einem das Trommelfell raushaut…aber gut, sind halt Mietraeder. Ohne ein solches Bike jemals gefahren zu sein stelle ich mir die sackschwer vor und von angenehmer Geometrie moechte ich gar nicht erst anfangen zu reden. Was letzteres angeht, es waeren zwar nur knappe 20 Minuten mit dem Rad zur Arbeit aber auch “nur 20 Minuten” koennen einem den Tag versauen wenn das Rad unbequem. Schaetze da hilft nur mal eine Testrunde.

 

Preislich…preislich muessen wir uns Belfast Bikes auch noch ziemlich genau durchrechnen. Grob ueberschlagen ist es, wenn wir die Gurken nur fuer die Fahrt zur Arbeit und nach Hause nehmen, glaube ich billiger als wenn wir taeglich mit dem Zug von Botanic Station zum Lanyon Place fahren. Sind pro Fahrt £1.70 pro Kopf, respektive £9,80 pro Kopf wenn wir das Wochenticket nehmen. Waeren im Monat dann also £39.20 pro Kopf und £78.40 fuer beide. Ein wenig guenstiger waere es noch, wenn wir zwei Monatstickets fuer je £34,50 nehmen wuerden. Dann staenden am Monatsanfang £69 im Raum. Soweit der Zugverkehr. Wenn ich mir jetzt Belfast Bikes ansehe, dann hab ich folgende Kosten.

 

Pay as you go

Also nur dann zahlen, wenn ich das Ding auch wirklich nutze.

Das schlaegt dann mit £1 fuer jede angefangenen 30 Minuten zu buche. Da muss ich auch gar nicht lange nach dem Taschenrechner suchen, das waeren £2 pro Person pro Tag. Bei durchschnittlich 20 Arbeitstagen im Monat sind das £80. Indiskutable Variante wie ich finde.

Casual

Irgendein schwuchteliger Zwischentarif mit bedeutsamem Namen…Casual….wer denkt sich sowas aus FFS! Aber egal, mal nen schnellen Blick auf die Rahmenbedingungen vom “Casual” Tarif werfen.

Abgesehen davon, dass ein Angebot fuer drei Tage fuer uns wenig Sinn macht, brauch ich auch hier gar nicht lange rechnen. Muss den mindestens zweimal pro Woche  buchen, waeren also pro Kopf £12 pro Woche. Bei zwei Koepfen sind das £24 pro Woche, das nehmen wir dann mal vier und erhalten £96. Strammer Preis fuer einen “Casual” Tarif. Immerhin sind die ersten 30 Minuten in den £6 drin, aber das macht die Sache nicht besser. Immer noch die teuerste Loesung bis jetzt.

Annual

Dann waere da noch der Tarif fuer das ganze Jahr. Fuer schlappe £25 hat man eine jaehrliche Mitgliedschaft an der Backe die einem unbegrenzten Fahrspass verspricht. Bei zwei Koepfen waeren das erschwingliche £50 was alles andere preislich schlaegt.Die ersten 30 Minuten sind, wie beim Casual Tarif, gratis. 30 Minuten sollten locker ausreichen. 

Die jaehrliche Mitgliedschaft waere durchaus attraktiv, wenn da nicht meine Vorbehalte hinsichtlich der Qualitaet der Bikes waeren. Und genau die haben mich bisher davon abgehalten die ganze Geschichte mal zu testen. Aber man lernt ja nicht aus, vielleicht setze ich mich naechste Woche einfach mal hin, installiere die App, werde Mitglied und teste die ganze Nummer mal gruendlich durch.  Vorher jedoch…werd ich mir die Bikes nochmal genau anschauen…ich trau den Dingern einfach ned. Und was, wenn ich unterwegs irgendwo mit nem Plattfuss liegenbleibe? Wenn ich es auf der Webseite richtig gelesen habe, dann muss ich die Firma anrufen und Bescheid geben, dass einer der noblen Drahtesel einen Doktor braucht. Und moeglicherweise das Bike samt Platten oder was auch immer zur naechsten Station schleppen…alles sehr sehr dubios. Mit dem eigenen Bike…;.Plattfuss flicken und weiter geht’s.

Am Wochenende wird beratschlagt wie wir es machen, ob wir naechste Woche einfach mal das Radeln mit den Mietbikes testen…die Moeglichkeit besteht hehehe

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  1. Hardtail in Burgund | Habschned

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