50 Kilometer – OOH RAH!!

Und weiter gehts, diesmal waren das Tagesziel die lang ersehnten 50 Kilometer Gesamtstrecke. Für einen Gelegenheitsradler eine Qual, für einen Radprofi eine Aufwärmstrecke…letzteres bin ich aber nicht hehe. Blutiger Anfänger trifft die Sache eher, und 50 Kilometer haben mir schon ein wenig Angst gemacht. Aber heute morgen, bei dem herrlichen Wetter, bin ich dann kurzentschlossen losgeradelt.

Die Strecke führte von daheim (Asseln) die Donnerstraße hoch in Richtung Dortmunder Flughafen, da hatte ich dann auch schon die erste dicke Steigung vor der Brust. 4 bis 5% Steigung hoch in Höhe Lande-/Startbahn, von da ging es dann relativ flach weiter in Richtung Aplerbeck Zentrum. Verkehr übrigens die Hölle, Radwege Mangelware und Flüche zahlreich hehe. Durch Aplerbeck durch in Richtung Schüren, auch dort gab es zu meiner Freude eine Menge Steigungen bei deren Anblick mich gefragt habe ob ich bekloppt bin. Schüren selbst….was soll ich sagen? 2x kräftig ins Pedal den Berg rauf und man ist auch schon wieder draußen aus dem Loch.

Nächster Halt Dortmund-Hörde. Der Weg führte mich dann Richtung Phönixsee, gegenüber gibt es ein schickes Fahrradgeschäft welches ich als Zwischenziel auserkoren hatte. Da gab es dann einen kurzen Stop, rein in den Laden und ein paar neue Fahrradhandschuhe gekauft. Musste sein, denn ich fahr ausschließlich mit Handschuhen und durch die bisherigen ging nicht wirklich Sonne durch. Dementsprechend weiss waren die Hände, was sich jetzt aber mit den neuen Handschuhen erledigen sollte, da die durchbräunend sind. 30€ ärmer stellte sich die Frage wie es jetzt, nach knapp 9 Kilometern, weitergeht. Der Phönixsee bot sich an, war halt direkt gegenüber und ich wollte eh schon immer da mal mit dem Rad rumkacheln. Also ab Richtung Phönixsee.

Und das ist der Punkt an dem der “Spaß” erst richtig losging. Mal vorweg, mit dem Rad um den See macht immensen Spaß wenn man ein paar Faktoren ausblendet. Zum einen wären da die Fußgänger, die den Unterschied zwischen den für Fußgängern und den für Radfahrern gekennzeichneten Bereich nicht kennen, oder schlicht und einfach ignorieren…sich dann aber aufregen wenn man amok-klingelnd von hinten auf sie zukommt.  Zum anderen sind es Radgruppen, die sich über die komplette Breite des Radweges ausfächern und auf klingeln scheinbar allergieartige Hörstürze bekommen. Hatte so eine Bande vor mir auf der Rückseite des Sees, gezählt hab ich 22 Leute in dem Trupp, einige machten Platz, andere waren breiten als ein Hummer 3. Und die eine Klugscheißerin, die meinte “Es gibt doch Klingeln”…..die hätte ich am liebsten vom Rad geholt. Was hab ich denn gemacht? Ich wollt ihr die Schwielen am Daumen vom Klingeln zeigen, befürchtete aber das ich ihr dabei mehrfach mit erhöhter Geschwindigkeit ins Gesicht greifen würde und fuhr weiter Slalom durch den Pulk.

Die Höchstleistung lieferte ein älterer Herr im schicken Radler-Sack (Dress will ich das mal nicht nennen, dafür baumelte der schwarzgelbe Sack zu sehr an im rum). Auf der Rückseite des Sees hat man die Wahl in die Fußgängerzone zu fahren, oder rechts abzubiegen und die Fußgängerzone zu umfahren. Drecksack der ich bin hab ich mich für ersteres entschieden, und bin mit Schritttempo durch die Fußgängerzone gerollt. Noch nen Tacken langsamer und ich wäre aufs Maul gefallen. Da kommt der schwarzgelbe Sack auf seinem Rad von vorne auf mich zu, und ruft mir zu “Das kostet 20€”. Ich weiß was das kostet, aber das mir das einer zuruft, der mir auf dem Rad in einer Fußgängerzone entgegenkommt, hat mich geplättet hehe. Schade das ich den auf der 2. Runde nicht getroffen habe.

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So zog ich dann meine Runden um den See, wich Skatern, Kindern, Angetrunkenen, Gänsen und anderem Zeuchs aus und irgendwann stellte sich Durst auf Kaffee ein. Bei meinen Runden hatte ich aus den Augenwinkeln einen kleinen Kaffeestand kurz vorm Yachtclub wahrgenommen. Also ran an den Stand, Rad daneben an eine Bank gestellt und die Dame mit dem Kaffee mit einem freundlichen “Hallo” begrüßt. Was meine Augen dann sahen wollte ich nicht glauben. Wespen, überall Wespen…Dutzende Wespen schwirrten da rum, und ich bin allergisch gegen Wesepenstiche hehe. Die Dame stand da seelenruhig, hat mir den Kaffee zubereitet und ich schwitzte Blut und Wasser und betete zum Herrn das mich keines dieser Biester sticht.

Den Kaffee in der Hand erstmal ein paar Meter weg vom Stand in der Hoffnung das ich die lästigen Wespen dann los bin, aber nix war. Überall diese schäbigen Mistviecher die auf Krawall gebürstet sind. Also mit Kaffee in der Hand aufs Rad und weitergefahren. Stehen- oder Sitzenbleiben und den Kaffee in Ruhe genießen war nicht drin. Und einhändig Slalom um den Phönixsee….ein Erlebnis für sich uiuiuiui. Irgendwann habe ich dann genug Runden drin gehabt, war den 50 Kilometern schon recht nah und hab dann noch einen kleinen Abstecher durch Hörde gemacht. Als Krönung, und zur Enstpannung der Beine, ging es dann auf dem Rückweg in Richtung Dortmunder Flughafen, von wo man sich schön bequem in Richtung Asseln/Wickede strampeln kann und den Beinen die wohlverdiente Ruhepause gönnt.

Alles in allem sind’s gute 53 Kilometer geworden die, im Nachhinein betrachtet, eigentlich gar nicht so anstrengend waren wie ich befürchtet hatte. Trotz der Steigungen gab es keine größeren Konditionsprobleme oder Probleme mit der Muskulatur, ich kam relativ entspannt wieder zuhause an. Pulsfrequenz über die Distanz hat mich überrascht, recht gleichmäßig in der unteren Region, auch hier hätte ich mit mehr gerechnet. Ich kann nicht sagen das ich noch 25km geschafft hätte, aber unmöglich wäre es vielleicht nicht gewesen (da hätten dann aber auch kaum Steigungen drin sein dürfen). Vielleicht peil ich die 75 Kilometer mal an, muss diesen Monat ja eher einen etwas höheren Schnitt pro Tag fahren, da mir im August reisebedingt ein paar Tage verloren gehen an denen ich keine Kilometer machen kann :)

 

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