100km Hausrunde 28.03.17

DCIM100_VIRB

HabschnedWas für beschissene Ideen man doch manchmal haben kann. Meine beiden 100km Hausrunden “unten rum”, also durchs gerüchteweise flache Münsterland habe ich ja zusammen. Die dritte 100km Variante sollte mal “oben rum” gehen. Mit oben rum meine ich den Ruhrtalradweg, der ist ja quasi fast vor der Haustür. Gestern also mal mit Basecamp grob ne Route zusammengeschustert mit Wendepunkt kurz hinter Wickede an der Ruhr. So weit….so eine Kacke. Ich hatte mir zwei Stellen der Strecke nicht näher im Höhenprofil angesehen, was sich bitter rächen sollte.

Hoch zum Ruhrtalradweg

 

Anstatt den “gewohnten” Weg über den Emscherquellhof und dann über Howi nach Hengsen, habe ich mich dazu hinreissen lassen, der von Basecamp gewählten Strecke zu folgen. Ich hatte die Steigungen da zwar dunkel in Erinnerung (primär dunkel weil mir nach den Steigungen fast das Licht ausging damals), aber scheinbar nur unscharf. Also stramm am Flughafen vorbei (die Steigung von Asseln durchs Feld hoch ist auch ein Erlebnis. Wenn man die in einem Rutsch mit Speed nehmen will ist ein 175er Puls das untere Minimum) und durch Rausingen geröchelt. Dann ging es, anstatt dem einfachen Weg zu folgen, zu experimentellen Zwecken halt in Richtung Römerstraße…eine kontinuierliche Steigung zwischen 7-10%. Und da ist auch nix womit man sich ablenken kann, schöne Landschaft gibt’s da ned wirklich, die Musik im Ohr hab ich gar nicht mehr beachtet nach den ersten 500 Metern die Eiger Nordwand hoch und am Wegesrand keine Leute die einem nasse Schwämme, Getränke, Bananen oder Sauerstofflaschen reichen.
Wenn man mal kurzfristig einen Attest vom Arzt braucht, aber eigentlich nichts hat…auf’s Fahrrad und dieses Teilstück zweimal gefahren. Beim zweiten Run braucht man sich um das Ankommen keine Gedanken machen, die Sanis werden sich um den ausgelaugten Leib, der samt Rad zur Seite gekippt ist, kümmern und man hat ein paar freie Tage…die man damit verbringen kann über diese Strecke nach Hengsen zu fahren. Ein Teufelskreis.

Auf dem Ruhrtalradweg

 

Entschädigt wurde ich für die Qual mit einer geschmeidigen Abfahrt in Richtung Geisecke. Nicht so zügig wie die “übliche” Abfahrt, aber schön geschlängelt über ordentlichen Belag. Das “Verbot der Durchfahrt” Schild wegen laichender Frösche hab ich zu spät gesehen, die sind aber auch manchmal gut versteckt diese fiesen Dinger. Jedenfalls wurde kein Babykermit zum Halb- oder Vollwaisen, lediglich ein paar Pferdeäpfel segneten das Zeitliche als mein Reifen sie zerteilte. “Am Wellenbad” gab es dann die ersten Meter Ruhrtalradweg unter den Gummis, der trotz des bombastischen Wetters wenig frequentiert war. Hier und da mal ein Hund oder ein vereinzelter Radler, das war es auch schon. Hat sich bis kurz hinterm Bahnhof in Wickede an der Ruhr nicht wirklich viel geändert seitdem ich den Weg das letzte Mal gefahren bin. Immer noch schön, immer noch zügig zu fahren.
In Wickede an der Ruhr gab es einen kleinen Schock, als ich mit Vollgas auf die schmale Holzbrücke neben den Gleisen knüppeln wollte. Da wurde in den letzten Wochen aus dem ersten Teil der Brücke eine Baustelle, sowas auch. Also ging es an dem fehlenden Stück vorbei und eine aufgeschüttete Rampe hoch die dermaßen steil war, das es mir das Vorderrad zweimal gefährlich anhob. Wer auch immer das Dingen aufgeschüttet hat, den sollten se mal mit dem Rad da rauf prügeln. Der Rest der Rampe wurde geschoben, so mittendrin wieder aufsitzen ist kacke.

Die Anzahl an Überholmaterial nahm mit fortschreitender Stunde zu, und die ersten E-Bikes wurden im Dreierpack kassiert. Zwei weitere folgten kurz darauf, ein weiterer Fahrer bekam gnädige 3 Minuten Vorsprung durch meine Raucherpause, wurde aber kurz drauf wieder eingefangen und auf der Strichliste abgehakt. Diverse “Rennfahrer” in ihren hautengen Wurstpellen sahen ebenfalls nur das Rücklicht und einen am Horizont immer kleiner werdenden Pinguin mit Staubfahne am Hinterrad. Bis nach Echthausen war die Überholkladde auch voll, und der Wendepunkt nach Scheidingen kam langsam näher….zu meinem großen Bedauern. Ich dachte der Part zwischen Howi und Hengsen wäre übel gewesen, der liebe Gott hatte jedoch eine Überraschung parat. Der Rückweg führte über….

Hünningen…sehen und sterben

Das Bild wurde vom Absender entfernt.]Hünningen, oh du schönes….Leck mich am Arsch mit Hünningen. Bin hinter Echthausen (der Ort in dem echt merkwürdige Haustiere im Garten hausen) über die Ruhr geknüppelt und hätte rechts weiter nach Neheim/Arnsberg gekonnt. Wollte ich aber nicht, ich hatte meinen Wendepunkt nach Scheidingen ja auf die Ruhrbrücke gelegt und so führte mich mein Weg über Hünningen. “Über” ist jedenfalls wörtlich zu nehmen, es ging steil bergauf mit mir..sehr steil. Und die Steigung hörte nicht auf, ein Ende war nicht in Sicht. Irgendwann zwischendurch habe ich schon damit gerechnet, dass ich bei den gefühlten Höhenmetern gleich auf Reinhold Messner und den Yeti treffe, die am Tisch hocken und Karten kloppen. Was die Route angeht wird Hünningen jedenfalls ersatzlos aus dem Programm gestrichen.

Da muss es eine Route geben an der keine Sherpas stehen, und sich fragen warum der weisse Mann mit dem Rad den Mount Everest hoch fährt. Zur Not geht’s halt später in Neheim wieder Richtung Heimat, einfach mal sehen was ich da ausknobeln kann. Eigentlich böte sich Neheim schon an, und aus der 100km Ruhrtalradwegrunde (schönes Wort, wonnich?) wird die 125er Runde. Gleich noch kurz Basecamp zücken und testen.

Streckeninfos

107 Kilometer lang, Garmin sagt 587 Höhenmeter wo Bikemap lediglich 370 ausrechnet. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen schätze ich. Egal auch. Die Strecke ist bis auf die beiden Abschnitte, wo einen der Kerl mit Kapuze und Sichel jagt, recht angenehm zu fahren. Adrenalinschub gibt es bei der Abfahrt von Ruhne nach Westönnen. Da geht es kilometerweit geradeaus den Berg runter mit recht gediegenem Belag. Kaum Schlaglöcher oder Huckel….da kann man richtig Knüppeln. Die 50km/h wurden ohne Treten erreicht.
Der Plan, den Seseke-Weg an die eigentlich nur 69 Kilometer lange Grundstrecke, zu hängen ist voll aufgegangen und die 100km waren locker gemacht. Mit den entsprechenden Änderungen die ich jetzt, wo ich die Schwachstellen kenne, vornehmen kann, wird das bestimmt ne richtig schicke Strecke im Sommer. Den vollen Satz Bilder von unterwegs gibt es wie immer in der jeweiligen Gallerie

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