111.7km – Wasserspiele auf dem Lande

HabschnedVatertag…in den letzten beiden Jahren eher ein nerviger Tag um mit dem Rad ne große Runde zu drehen. Dieses Jahr allerdings…hervorragend. Kaum ne Sau mit Bollerwagen auf dem Weg. Auf den 111 Kilometern gerade mal insgesamt 3 Truppen getroffen die mit Bollerwagen und Hopfenkaltschale bewaffnet waren.

Die ersten beiden Exemplare..scheinbar Einzelkämpfer oder gerade auf dem Weg zu einem größeren Treffen, ich weiss es nicht. Jedenfalls schlichen die Schergen recht unmotiviert über den Gehweg während das Bier ordentlich durchgemischt wurde. Grobe Richtung der beiden war der Datteln-Hamm-Kanal, hatten ca. noch nen Kilometer zu schlurfen.

Kamera gezückt im Vorbeifahren, festgehalten. Danach kam erstmal nichts mehr. Gilt für Bollerwagen und interessante Landschaft gleichermaßen. Die Anfahrt nach Drensteinfurt ging diesmal durch Werne, und ich muss sagen in Werne möchte ich auch ned tot überm Zaun hängen. Was ich gesehen habe war wenig beeindruckend, lediglich die Ampeln…leck mich am Arsch hatten die Zeit. Stand an einer Ampel in Werne geschlagene zwei Minuten und ein bisschen rum bevor sich das Licht bequemte auf Grün zu wechseln. In der Zeit kreuzten exakt 0 Fahrzeuge die Ampel, geschweige denn Fußgänger oder andere Radler.

Landschaftlich war’s wie immer. Viel Grün, hier und da mal ein Hof aber von Vätern…keine Spur. Wohnt ja auch keine Sau da, und was soll man allein mit dem Bollerwagen im Nirgendwo rumkacheln? Säuft man sich sein Vatertagsbier doch lieber auf der Couch. Wetter war auch ned so prall, aber immerhin noch trocken und hier und da mal Sonne. Das Schlüsselwort im vorherigen Satz ist “noch“.

Bei der Einfahrt in Drensteinfurt wurde ein Burgtor (oder was auch immer der Mumpitz darstellen soll) gesichtet, dass dem Schützenverein “St. Johannes” zum 425-jährigen Bestehen gewidmet ist. Wobei…die Namen der Schützenvereine sind überwiegend Scheisse wie ich feststellen musste. Auf dem Weg irgendwo hinter Werne war es glaub ich prangerte ein Schild “Schützenverein Frohsinn” an ner Halle…wie kommen die auf solche Namen? “Blattschuß-Fans”, “Kanonenfutter”, “Knallschoten”, “Hoppla”…das wären Namen die mein Interesse wecken würden. Aber ein Schützenverein namens “Frohsinn” lässt mich ned mal mit der Augenbraue zucken.

Egal, kommen wir langsam zu den Wasserspielen. Eis und Kaffee in Drensteinfurt konsumiert, als die ersten Tröpfchen vom Himmel fielen. Was bis dahin relativ stabiles Wetter war, begann sich so langsam in ein eher wechselhaftes Drama zwischen trocken, nass, Wind und viel Wind zu wandeln. Drensteinfurt in Richtung Averdung verlassen, hier und da gab es in der Ferne mal ein leichtes Donnergrollen und die Tropfen wurden mehr…und größer.

Der Gaul auf der Weide guckte leicht irritiert, ich weiss aber ned genau warum. Mögen die Regentropfen gewesen sein oder dieser Trupp aus vier Zweibeinern die sich plötzlich in Regenkleidung hüllte. Gut, eigentlich nur drei…ich hatte dem Wettergott weitestgehend getraut und keinen Regenmantel dabei. Klingt kacke, war auch so :)

Aus den vereinzelten Tropfen wurde dann irgendwo zwischen Ahlen und Hamm ein dicker Regenkuss und binnen weniger Sekunden war es nass wie Hund…auch in den Schuhen hehe.  Bremste die Motivation ein wenig, aber es waren ja ned mehr viele Kilometer. Grobes Zwischenziel war der Hauptbahnhof von Hamm, was man da so Hauptbahnhof nennt halt. Der angereiste Mitfahrer wurde nach nem heissen Kaffee verabschiedet und nicht großartig trockener ging es für mich die letzten 26 Kilometer nach Hause (aus denen dann 37 wurden, aber das passiert halt manchmal einfach so). 

In Summe eine schöne Runde, wenn man jetzt mal vom Aquarium in den Schuhen und den Geräuschen vom Antrieb nach der Überwindung diversers feinschottrigen Pisten absieht. Am Ende standen dann 111km und ein bisschen auf dem Zähler, die verpassten Bollerwagen und Freibiere habsch noch durch ein geschlitztes Fladenbrot mit einer Füllung aus Geschnetzeltem samt einer scharfen Sauce, die auch Tapete von der Wand löst, kompensiert und gut war. Jetzt aufs Wochenende warten und Sonntag vielleicht noch nen 100er treten :)

5 Comments

  1. Bin vom Bahnhof zum Brauhof Wilshaus weiter zum Kollegen, den wir unterwegs trafen. Dort gabs feinsten Maibock vom Fass und gegrillte Leckereien wie Steaks, Spare Ribs, Spanferkel.

  2. Ich fand es eine sehr nette Tour in guter Gesellschaft. Danke dafür. Kommt ja bald noch ein Feiertag, vielleicht ist der ja in puncto Regen etwas gnädiger? Ziele zum ansteuern werden sich ja finden lassen.

    • Seh ich genauso. Schöner, entspannter Nachmittag mit lustigen Elementen wie die Lippefähre. Den Feiertag hatsch mir für ne Tour nach Paderborn und zurück reserviert, aber Flexibilität ist da alles. Müssten wir uns mal mit Genosse Kirschblüte und dem Bockbiertrinker aus der Grafschaft Mark kurzschliessen und schauen ob wir ned noch ne gemeinsame Runde drehen.

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