100km Hausrunde – Test

HabschnedNach dem kurzzeitigen Schwächeanfall gestern musste heute mal direkt die Belastbarkeit getestet werden. Da bot sich, bei Sonnenschein und 16 Grad, Drensteinfurt an. Und schwupps…saß ich auf dem Rad mit der 100km Hausrunde vor der Brust. Und es gab viel Drama gegen Ende hehe. Die ersten Kilometer bis Bergkamen wurde noch recht verhalten gefahren um zu sehen was der Kreislauf nach dem Knockout gestern so in petto hatte. Ab Bergkamen wurde völlig willenlos geknüppelt was das Zeug, die Fußgänger, Hunde, Segways und andere Verkehrsteilnehmer so hergaben.

Die erste Hälfte der Strecke war gesegnet von viel blauem Himmel, einem schicken Trail durch ein Waldstück bei Wasserkurl, endlose Felder mit wenig Verkehr auf der Strecke. Und so flogen die Kilometer nur so dahin, der Puls pendelte irgendwo so bei 130 und der Kreislauf zeigte keine Zeichen von “Alter…was soll das??”.  Bergkamen und Werne verschwanden zu einem kleinen Punkt hinter mir, das nächste Ziel war Herbern und Schloss Westerwinkel. Bei der ersten Durchfahrt vor ein paar Wochen hatte ich schon ein mulmiges Gefühl ob der Leute die mit ihren gebogenen Stöcken da wild auf Golfbälle einschlugen…heute war da noch mehr Betrieb auf dem Golfplatz rund ums Schloss.

Kaum aus dem Schlosspark raus und wieder zwischen den Greens und Fairways unterwegs, wäre ich beinahe lachend aus dem Sattel gekippt. Man kennt vom Golfsport ja sehr komische Bekleidungsmuster, aber der Golfer, der da über den Platz schlich…ich dachte erst da geht eine Kuh aufrecht spazieren. Golftasche auf dem Rücken, eine schicke dreiviertel-lange Hose im Kuhmuster, dazu passend eine Weste mit gleicher Optik. Sensationell, aber eine weiterführende Untersuchung, bzw. Prüfung auf Vorhandensein eines Euters war dann doch keine Option und ich zog höchst amüsiert weiter. 

Das Eishaus wurde nach guten 2 Stunden im Sattel erreicht und hatte seine Pforten gerade geöffnet. Ganz Drensteinfurt lag wohl noch im Dornröschenschlaf (oder war kostümiert Golf spielen) und ich hab mir das eher tranige Treiben dann, bestückt mit drei Kugeln Eis und einem dampfend heißem Kaffee von der Ladenfront aus angesehen. Milchreis-Zimt, Creme Brulee und Milchschnitte verirrten sich in den Becher, alle drei Sorten schmackhaft. Der Kaffee wurde geschlürft, der rammelnde kleine Jack Russel an meinem Bein ignoriert (Scheisse war der niedlich) und nach einer halben Stunde wurde der Hintern befragt, ob er sich denn in der Lage sähe jetzt endlich wieder in den Sattel  zu klettern. Kurze Diskussion, den inneren Schweinehund umgehauen und Drensteinfurt in Richtung Walstedde verlassen. 

Die Rückfahrt war überragend, auch wenn einige Teile der Strecke noch ein paar Änderungen bedürfen. Da war dann doch mal die eine oder andere Landstraße oder ein Industriegebiet im Weg, was ich nicht gesehen habe bei der Planung. Aber gut, dafür fährt man ja den Test, gell? Die Beschwörung des Plattfußgottes heute morgen, vor der Abfahrt, hat leider keine Früchte getragen. Nach gut 3600 Kilometern mit dem Copperhead 3 RS hat es mich doch tatsächlich in Braam Ostwennemar erwischt. Ein Teilstück der Route war, wie sollte es auch anders sein, mit einer Baustelle versehen. Da die Baustelle aber an einem Samstag nicht von Arbeitern bevölkert wurde, habe ich mich dazu durchgerungen den direkten Weg durch selbige zu nehmen…großer Fehler.

Der Schotter auf der Strecke war bestenfalls als lieblos dahingekippte Hinkelsteine zu bezeichnen, da waren Brocken bei mit denen man einen ganzen Planeten einäschern könnte. Auf der Matschpassage (anders kann ich den Modderpfad nicht nennen) musste ich kurz aus dem Sattel und das Rad über einen Graben hieven. Und just da hörte ich ein “pffft….pffft…pffft” aus dem Hinterrad. Während ich noch topfit war, ging dem Hinterrad langsam die Luft aus. Also mit Rad uffm Buckel durch den Graben gewatet und danach ein kuscheliges Plätzchen für ein Sit-In gesucht. Neuen Schlauch verbastelt, notdürftig aufgepumpt und weiter ging es auf die letzten 30 Kilometer die fehlerfrei verliefen.

Fazit und Streckeninfo

Also, als Fazit könnte das eine permanente 100km Hausrunde werden. Wenn ich hinten raus so Oestrich bis Gemmerich und Dolberg noch ein paar Änderungen vornehme dann sollte das passen. War in dem Sektor leider noch ein hoher Anteil an Nervenkitzel durch Landstraße und Bleifußpiloten enthalten, aber das kann man ja ändern. Die Distanz von 104 Kilometern kann beibehalten werden, eine 100km Hausrunde darf ruhig ein wenig länger sein…zählt ja alles für die Jahreskilometer. Also Bonus bietet sich die Runde an für eine Erweiterung auf 125 Kilometer, da ich auf dem Rückweg auf den Seseke-Weg auflaufe und diesen noch kilometerbringend einarbeiten kann. Aus der Draufsicht sieht die ganze Nummer dann so aus

Bilder des heutigen Rittes ins Ungewisse finden sich wie immer in der Gallerie wieder. Einige Videos werden noch nachgeschoben, der Prügel hier rendert halt nicht so schnell….nur eine Frage der Zeit bis er unglücklich vom Tisch rutschen wird hehehehe

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